Von Rita Seyfert

Die Tarifverhandlungen nach den Warnstreiks beim Ikea-Zulieferer Maja Möbelwerke in Wittichenau im April dauern an. Betriebsratsvorsitzende Daniela Krätzschmar (47): „Wir befinden uns nach wie vor in Tarifgesprächen“, sagt sie. Im September soll nochmal intensiv verhandelt werden.

Allerdings sei man schon einen Schritt weiter. „Wir haben inzwischen die Eingruppierungen der Arbeitsplätze vorgenommen“, sagt sie. Die Mitglieder der Tarifkommission, der IG Metall sowie Vertreter der Arbeitnehmerseite legten gemeinsam die einzelnen Tarifgruppen fest.

Der Flächen- und Tarifvertrag der Holz- und Kunststoffindustrie für Ostsachsen gibt insgesamt zwölf Entgeltgruppen vor. Zehn davon konnten besetzt werden. In diesem Prozess habe es natürlich unterschiedliche Meinungen gegeben, wer in welche Gruppe gehört. Beide Seite mussten Zugeständnisse machen, hieß es. „Es ist immer ein Kompromiss“, erklärt Betriebsratsvorsitzende Krätzschmar.

Zwar existiere jetzt die Struktur für den Tarifvertrag. Nun geht es um die materielle Ausgestaltung. Im September werden die Tarifverhandlungen fortgeführt. „Dann schreiben wir hinter jede Tarifgruppe die Summe X“, erklärt die Betriebsratsvorsitzende.

Für Jan Otto (38), Verhandlungsführer der IG Metall Ostsachsen, ist das Ziel klar: „Die Entgelte sind alle klar im Flächentarifvertrag der Holz- und Kunststoffindustrie für Sachsen festgelegt“, sagt er. Allerdings sei der zeitliche Rahmen, der der Geschäftsführung vorschwebt, aus seiner Sicht deutlich zu lang. „Das wird dem Arbeitgeber auf die Füße fallen.“ Eine Kündigungswelle habe bereits eingesetzt. Demnach bewegen sich viele Maja-Mitarbeiter zu besser zahlenden Unternehmen wie beispielsweise Accumotive in Kamenz. Dadurch steige der Druck auf den Arbeitgeber enorm.

Die Betriebsratsvorsitzende Daniela Krätzschmar bestätigt, dass ein stetes Kommen und Gehen herrsche. Von den rund 900 Mitarbeitern arbeiten etwa 530 in Festanstellung, 200 stehen in befristeten Arbeitsverhältnissen, und 150 bis 180 seien Leiharbeitnehmer.

Zwölf-Stundenschichten, Wochenenddienste und Zusatzschichten werden erwartet. Die Beschäftigten, darunter etwa 40 Prozent aus Polen, verdienen knapp über dem Mindestlohn. Die niedrigste Entgeltstufe bei Maja Möbel betrage 9,19 Euro brutto pro Stunde. Zum Vergleich: Die niedrigste Entgeltstufe vom angestrebten Flächentarifvertrag liegt bei 11,02 Euro.

Die Maja-Möbel-Unternehmenssprecherin Anette Nachbar bestätigt, dass in den vergangenen Wochen vertrauensvolle Gespräche mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft geführt wurden. Demnach sei man auf einem guten Weg. Den Gesprächen im September sehe man positiv und konstruktiv entgegen.