Domowina-Vorsitzender Dawid Statnik fordert zum Internationalen Tag der Muttersprache mehr Gewicht für das Sorbische in der Lausitz. Statnik betont: „Die Sorben brauchen eine stärkere Stimme. Unsere Muttersprache ist öfter am Küchentisch als auf der Straße zu hören. Wir brauchen mehr öffentliche Sprachräume.“

Nach offiziellen Schätzungen gibt es laut Domowina in Sachsen etwa 40 000 Menschen, die sich als Sorben bezeichnen, in Brandenburg 20 000. An Schulen in beiden Bundesländern lernen derzeit etwa 4000 Schülerinnen und Schüler Sorbisch. Genaue Zahlen, wie viele Menschen Sorbisch sprechen, gibt es nicht.

Im Jahr 2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs und damit das Verbot der Verwendung der sorbischen Sprache zum 75. Mal. „Dass der Staat heute das Sorbischsprechen in der Öffentlichkeit sogar fördert, ist ein großer historischer Fortschritt. Aber bei der Verwirklichung unseres Rechtes, unsere Anliegen den Behörden sorbisch vorzutragen, hapert es an den Sprachkenntnissen in der Verwaltung“, sagt Dawid Statnik.

Deshalb erwarte die Domowina auch eine Änderung der Personalpolitik, damit es nicht länger dem Zufall überlassen bleibe, ob auf dem Amt jemand die sorbische Sprache beherrscht. In jedem Bereich der öffentlichen Verwaltung im sorbischen Siedlungsgebiet sollte künftig ein Partner sein, der zumindest Sorbisch versteht, so Statnik weiter. „In der Domowina ist Sorbisch selbstverständlich Geschäfts- und erste Umgangssprache. Damit bauen wir tagtäglich in der Lausitz und darüber hinaus Sprachräume”, sagt der Domowina-Vorsitzende. Sorbisch verleihe der Lausitz ein Alleinstellungsmerkmal.