Strukturwandel
: Fast 70 Millionen Euro für Bauforschungszentrum im Landkreis Bautzen

Beim Wettbewerb um das Großforschungszentrum in der Lausitz 2022 war das Bauforschungszentrum „Lausitz Art of Buildung“ LAB noch leer ausgegangen. Jetzt gibt es für diese Idee Geld aus dem Bundeshaushalt. Tausende Arbeitsplätze sollen entstehen.
Von
Catrin Würz
Bautzen/Berlin
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So sahen die Pläne für ein Bauforschungszentrum "Lausitz Art of Building" im Jahr 2022 in der Bewerbung aus.

CGI Henn

Jetzt bekommt die Lausitz doch ihr Bauforschungszentrum. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in der vergangenen Nacht entschieden, für ein Bundesbauforschungszentrum „LAB — Living Art of Building“ insgesamt 68,6 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Der Hauptsitz dieses Zentrums soll im Landkreis Bautzen sein, weitere Standorte sollen nach aktuellen Überlegungen in Aachen und Weimar entstehen.

Die Idee für das wissenschaftliche Zentrum, das sich dem klimaneutralen und ressourcenschonenden Bauen der Zukunft widmen wird, ist von Professor Manfred Curbach an der TU Dresden damals noch unter dem Namen „LAB — Lausitz Art of Building“ als ein Projekt im Wettbewerb um das Großforschungszentrum der Lausitz im Strukturwandel entwickelt worden. Der Zuschlag für das Großforschungszentrum ging im Herbst 2022 jedoch an das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA).

Forschungszentrum soll 1200 Arbeitsplätze schaffen

Auf Antrag der Koalitionsfraktionen von SPD, Grünen und FDP sollen für den Aufbau des Bauforschungszentrums LAB nun die besagten fast 70 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt werden. 3,6 Millionen Euro sind bereits für 2024 eingeplant, in den Folgejahren bis 2028 werden weitere 65 Millionen Euro fließen.

Das Land Sachsen beteiligt sich ebenfalls am Vorhaben und übernimmt einen Teil der Investitionskosten, die in den nächsten 15 Jahren bis zu 450 Millionen Euro betragen könnten. Laut den Plänen könnten allein am Hauptsitz im Landkreis Bautzen mehr als 1.200 Arbeitsplätze in die Region gebracht werden.

Die drei sächsischen Bundestagsabgeordneten Kathrin Michel (SPD), Paula Piechotta (Bündnis90/Die Grünen) und Torsten Herbst (FDP) hatten sich in den Haushaltsberatungen gemeinsam für die Förderung starkgemacht und begrüßen die Entscheidung ausdrücklich. „Das LAB ist ein großartiges Projekt, von dem viele Wissenschaftsstandorte und Baubetriebe in ganz Deutschland profitieren werden“, erklärte Kathrin Michel nach dem Beschluss.

Forschung für zukunftsfähiges Bauen längst überfällig

Die Grünen–Abgeordnete Paula Piechotta verweist darauf, dass es in ganz Deutschland aktuell noch keine Forschungseinrichtung für zukunftsfähiges Bauen gibt. „Das LAB schließt hier die klaffende Lücke und soll die Innovationskraft der deutschen Bauindustrie deutlich erhöhen. Von hitzeresistentem Bauen über Carbonbeton bis zum digitaleren und ressourcenschonenderen Bauen warten Themen auf ihre Bearbeitung.“

Der Lausitzer Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst verweist auf den Mehrwert für die Region: „Damit entsteht in Sachsen ein echter Leuchtturm für das Bauen der Zukunft. Davon wird nicht nur der Landkreis Bautzen profitieren, sondern die gesamte sächsische Bauwirtschaft.“