Stroga Festival in Knappenrode: Was 2026 geboten wird und ob es eine Zukunft gibt

Bühnen umgeben von alter Bergbautechnik bestimmen das Gesicht des Stroga-Festivals 2026 in Knappenrode.
Ronald Ufer- Stroga-Festival in Knappenrode: von Freitag bis Sonntag mit Konzerten, Workshops und Mitmach-Angeboten.
- Aufbau lief seit Anfang Juli, trotz Regen fertiggestellt – vier Bühnen zwischen Bergbautechnik.
- Kapazität 2500 bis 2600 Besucher, im Vorjahr 1400. Vorverkauf läuft schleppend.
- Neues Angebot mit Wellness-Lounge, Whirlpools, Fasssauna und Regenduschen nahe der Bühne.
- Zukunft unklar: Entscheidung nach dem Wochenende, da Kosten steigen und Planungssicherheit fehlt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der kleine Campingplatz an der Energiefabrik Knappenrode ist in den vergangenen zwei Wochen stetig gewachsen. Ab Freitag (24. Juli 2026) kommt ein zweiter Platz für Gäste hinzu. Das Stroga-Festival ruft wieder.
50 bis 60 Mitglieder des Trägervereins waren seit Anfang Juli damit beschäftigt, Bühnen, Dekorationen, Stände, Catering- und Barzelte sowie Pavillons aufzubauen. „Die Aufbauzeit ist unser Urlaub“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Mathias Weidelhofer. „Viele von uns sind schon seit 2005 dabei, als Stroga als eintägige Party startete.“
2009 wurde daraus das zweitägige Festival. Zum vierten Mal seit dem Umzug vom Gründungsort Großenhain in die Energiefabrik gibt es von Freitag bis Sonntag Konzerte, Workshops und Mitmach-Angebote.
Platz ist auf dem Festivalgelände für 2500 bis 2600 Gäste. Im Vorjahr kamen 1400. Einige mehr sollten es sein, hoffen die Stroga-Veranstalter. Schließlich gebe es wieder viele hochklassige Musikacts, reichlich Platz und eine tolle Stimmung. Auch das Wetter soll am Wochenende mitspielen.
Stroga 2026: Vier Elemente und Auftrittsorte in Knappenrode
Auch wenn jeder vom Aufbauteam weiß, was zu tun ist, ganz einfach waren die vergangenen Tage nicht. Regen behinderte die Arbeit und drückte etwas auf die Stimmung. Viele Sachen sind inzwischen feucht und trocknen schlecht. „Aber wir kennen das schon, fast immer gab es beim Aufbau einen Regentag“, erzählt Weidelhofer. Mit der Energiefabrik ist das leichter zu meistern als früher in Großenhain. Denn neben dem eigenen Küchenzelt kann das Aufbauteam unter anderem einen Aufenthaltsraum im Kühlhaus des Museums nutzen.
Irrgarten, Siebkohleverladung, Tagebautechnik und Sleepless sind als Auftrittsorte fertiggestellt, eingebettet in historische Bergbautechnik. Abschließend werden noch die Deko-Elemente angebracht, die für das diesjährige Motto „Vier Elemente“ stehen: Feuer, Wasser, Erde und Luft stehen. Also werden Wolken über der Bühne und Tagebautechnik schweben.
In deren Nähe gibt es ein neues Angebot. Die Wellness-Lounge bietet nach langen Festivalstunden die Möglichkeit, wieder Kraft zu schöpfen. Dem dienen zwei warme Whirlpools mit gutem Blick auf die Bühne, eine holzbefeuerte Fasssauna und erfrischende Regenduschen. Angesagt hat sich auch wieder Masseur und Barbier Tilo Weidig.
Ortsbeirat und Stadtverwaltung Hoyerswerda unterstützen Stroga
Ganz leise ist das Festival eigentlich schon gestartet, das Team, Anwohner und erste Besucher fanden sich am Donnerstagabend zum Soft Opening mit Gesprächen, Getränken und Musik zusammen. Diese leise Eröffnung ist Teil der Bemühungen um gute Beziehungen und Akzeptanz im Ortsteil von Hoyerswerda. Dazu tragen auch enge Kontakte zum Ortsbeirat und der Stadtverwaltung bei.
„Wir wurden hier gut aufgenommen“, sagt Weidelhofer. „Dass die Musik die ganze Nacht lang läuft, wird akzeptiert. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um das Stroga-Festival überhaupt durchzuführen. Wir können und wollen die Musik nicht um 1 Uhr abstellen und die Besucher dann in die Zelte und Wohnmobile schicken.“
In diesem Jahr wurden die Kosten etwas reduziert. So werden vorhandene Dekorationen umgestaltet und wiederverwertet. Beim Sparen hilft auch die feste Umzäunung des Museumsgeländes und die ausgestellte schwere Bergbautechnik. „Hier kann niemand einfach durchrasen“, betont der stellvertretende Vereinsvorsitzende mit Blick auf das Sicherheitskonzept.
Die Zukunft des Stroga Festivals in Knappenrode
Die bisherigen Veranstaltungen in Knappenrode waren Verlustgeschäfte, der Verein hat sein Finanzpolster aufgezehrt. Deshalb schwebt über dem diesjährigen Festival ein großes Fragezeichen. Wird es das letzte Stroga oder geht es 2027 weiter? Mit dieser Warnung hatte sich der Verein im Vorfeld an sein Stammpublikum und Musikfreunde in der Region gewandt. „Darüber wird endgültig erst nach dem Wochenende entschieden“, sagt Weidelhofer nun.
Die Besucherzahlen müssen steigen. Hinzu kommt das veränderte Verhalten des Publikums. Früher ging ein großer Teil der Karten in den ersten Tagen nach Verkaufsstart weg. Heute ist das anders. Wie die Resonanz ausfällt, entscheidet sich erst an der Abendkasse. Damit muss der Verein wegen fehlender Planungssicherheit über Monate mit einer großen finanziellen Ungewissheit leben.
„Früher wussten wir schnell, mit welchem Besuch und daher mit welchem Budget wir rechnen können. Auf dieser Basis lässt sich solide kalkulieren und das Festival vorbereiten. Ein Großteil der Kosten fällt im Vorfeld an, Catering und Getränke müssen bestellt werden. Heute fehlt diese Sicherheit“, erläutert Weidelhofer. Auch 2026 lief der Vorverkauf eher schleppend.
Das fällt für den Verein umso mehr ins Gewicht, als deutschlandweit immer mehr Festivals wegen der sich öffnenden Schere zwischen steigenden Kosten und sinkenden, bestenfalls gleichbleibenden Besucherzahlen in die Verlustzone rutschen und aufgeben müssen. So kündigte kürzlich das Highfield-Festival bei Leipzig an, sich nach diesem Jahr auf unbestimmte Zeit zu verabschieden.


