Stroga Festival 2024 Knappenrode: Bühnen, Essen, Bands – alle Infos zur Techno-Party

Das Stroga-Festival in Knappenrode verbindet Industrie-Charme mit Glitzer-Techno.
Julia JannaschkEs ist ein surreal anmutender Anblick, der sich beim Betreten der Energiefabrik Knappenrode bietet: Rostige Bagger tragen glitzernde Discokugeln, riesige Pappmaché-Raupen hängen von Bäumen und bunte Riesenpilze schießen aus dem Boden. In einer Maschinenhalle fliegt ein riesiger Drache aus Papier über einer alten Lokomotive. Das Elektro-Festival Stroga, das hier zum zweiten Mal von Freitag bis Sonntag (19. bis 21. Juli) gastiert, will den Besuchern ein vielfältiges Programm bieten.
Das Stroga ist das größte Elektro-Festival der Region. Es bietet Besuchern dieses Jahr unter dem Motto „Hackepetra im Wummerland“ drei Tage lang 90 Acts auf fünf Bühnen, darunter international bekannte Künstler wie Yetti Meissner, Youphoria und Ameli Paul, aber auch kleinere Gigs von DJs wie Bekka oder mag.darine. Tagsüber gibt es ein Angebot aus Zocker-Zelt, Hip-Hop-, Tanzworkshops, Bier-Yoga sowie Upcycling-Projekte. Neu ist dieses Jahr aber auch etwas ganz Besonderes.
Drei Tage wach beim Stroga Festival: Schlafen ist nur eine Option
Auf vielfachen Wunsch der Festival-Gäste gibt es dieses Jahr erstmals eine Sleepless-Schlaflos-Zone, in der die ganze Nacht lang ununterbrochen DJs Techhouse, Techno, House, Minimal und Drum’n’Bass auflegen werden. Einige Feiernde haben wohl vor, drei Tage lang überhaupt nicht zu schlafen. Platz genug dafür wäre auf der 10.000 Quadratmeter großen Fläche aber allemal.

Mario Douadi ist Teil des Vorstands und Gründungsmitglied des Stroga-Festivals.
Julia Jannaschk1500 Gäste können beim Stroga mitfeiern, 600 Tickets sind schon verkauft, berichtet eines der Vorstandsmitglieder, Mario Douadi. Er ist aber zuversichtlich, dass noch so einige Tickets über die Abendkasse verkauft werden. Viele Tickets seien auch Gästelistenplätze.
So darf beispielsweise das gesamte Dorf Knappenrode, das ein Wochenende lang direkter Nachbar des lautstarken Festivals wird, auch dieses Jahr kostenlos vorbeikommen. „Mittlerweile freuen sich die Anwohner sogar auf das Festival.“ Beschwerden wegen der Lautstärke habe es letztes Jahr keine gegeben: „Die Menschen aus dem Ort haben gar nichts von uns gehört. Die haben sich gefragt, ob wir überhaupt da sind. Die Fabrik schirmt unheimlich gut ab“, sagt Douadi.
So viel kostet das Stroga Festival in Knappenrode
Bereits letztes Jahr veranstalteten er und sein Team das Festival hier – ein Mammutprojekt, denn es wird fast ausschließlich in Ehrenamt organisiert. Seit zwei Wochen campen hier schon aktuell an die 50 Helfer, alles Elektrofans. „Es kriegt niemand Geld. Wir zahlen nur mit einer warmen Mahlzeit“, sagt Douadi. Ansonsten könne man das Festival nicht finanzieren. Die Tickets für Freitag kosten 75 Euro, für Samstag 95 Euro und für das ganze Wochenende 145 Euro. Parken und Camping sind im Preis inkludiert.
Das kulinarische Angebot ist breit: Es reicht von Klassikern wie Soljanka, „Ossi-Nudeln“ und Bratwurst bis hin zu Pizza und Burgern oder mediterran gefülltem Fladenbrot. Selbst frischer gerösteter Kaffee wird angeboten.

Eine riesige Raupe hängt als Dekoration beim Stroga-Festival über den Bäumen.
Julia Jannaschk„Wir sind quasi nicht teurer geworden, obwohl wir eigentlich mehr anbieten. Und es war unser Ziel, dass wir das so umsetzen können.“ Zwar sei die Finanzierung schon eine kleine Herausforderung, jedoch erhält das Stroga dieses Jahr noch einmal Fördermittel von der Initiative Musik im Festivalförderfonds und der Kulturstiftung Sachsen.
Feiern mit Freunden – ein kleines, aber feines Techno-Festival
Das Stroga will Elektro-Fans eine große Party, aber auch einen familiären Rahmen bieten. Denn auch die Anfänge des Festivals sind klein: Vor zwei Jahren zog das Stroga, das 2005 als kleine Party im gleichnamigen Dorf im Kreis Meißen entstand, in die Lausitz. Inzwischen wird das Festival von einem Verein mit 85 Mitgliedern betrieben. „Es ist eigentlich ein riesengroßer Freundeskreis“, sagt der Dresdner Techno-Fan, der früher viele illegale Partys organisiert hat.
Eigentlich verdient er seinen Lebensunterhalt als Programmierer. Zwei Wochen lang hat er nun einen anderen Job mit ganz anderen Herausforderungen: „Wir hatten letztes Jahr direkt auf der Wiese eine Bühne stehen, aber dadurch, dass hier noch extrem viel Kohlestaub unterwegs ist, waren dann alle Gäste komplett schwarz.“ Die Lausitz steckt also selbst für Elektro-Fans aus der Stadt noch voller Überraschungen.

