Von Sascha Klein

Es ist Bewegung in den Räumen des Natz in der Hoyerswerdaer Braugasse. Peter Hildebrandt, Vorstandsmitglied und geistiger Vater des Naturwissenschaftlich-Technischen Kinder- und Jugendzentrums – kurz Natz – bereitet die Wochenendveranstaltung vor. Es stehen die Tage der Mineralogie an, Hildebrandts Spezialthema.

Wenn Hildebrandt jedoch über das Wochenende hinaus denkt, ziehen dunkle Wolken über dem Verein auf. Denn: Noch immer hat der Natz e.V. keinen neuen Vorstand. Schon im vergangenen Jahr hatten Vereinschefin Ulrike Müller und Peter Hildebrandt angedeutet, dass sie aus dem Dreier-Vorstand ausscheiden wollen. Findet der Verein keine drei Personen, die den Verein leiten, droht die Auflösung. Am 19. März steht die nächste Mitgliederversammlung an. Immerhin: Es gibt zwei Kandidaten, die sich laut Hildebrandt vorstellen können, jeweils einen Posten zu übernehmen. Der Natz-Vorstand möchte jedoch noch nicht preisgeben, um wen es sich dabei handelt. Am Dienstagabend hatte eine Vorstandssitzung mit den beiden Kandidaten stattfinden sollen. Die potenziellen Nachrücker hatten sich jedoch erkrankt abgemeldet. Jetzt will der Natz-Vorstand Anfang März erneut zusammenkommen, so Hildebrandt, um abzuklären, ob die beiden Interessenten sich zur Wahl stellen.

Wenn es zu einer Wahl am 19. März kommt, müssten die neuen Vorstandsmitglieder innerhalb kurzer Zeit ein Konzept erarbeiten, wie es mit dem Verein und den Natz-Angeboten weitergehen soll, so Hildebrandt. Das Ziel müsse sein, zum Schuljahresbeginn 2019/20 zu wissen, wohin die Reise geht. Hildebrandt weiß auch: Das Natz braucht konzeptionell eine Rundum-Erneuerung.

Die Sorgen um die Zusammensetzung des Vorstands ist jedoch nur eines der Probleme des Natz. Das nächste Problem ist: Es fehlen Mitarbeiter an der zentralen Stelle. „Wir suchen dringend einen Sozialpädagogen und eine Person mit pädagogischer Ausbildung“, sagt Peter Hildebrandt. Sie sollen Projekte ausarbeiten und begleiten, die Arbeit vor Ort unterstützen und im Büro mithelfen. Jedoch findet der Verein seit Monaten niemanden. Hildebrandt vermutet, dass Qualifizierte besser dotierte Jobs woanders in der Region finden.

Zurzeit bietet das Natz Angebote auf Sparflamme an. Gearbeitet wird mit vier Ehrenamtlichen plus einigen Vereinsmitgliedern, die regelmäßig helfen. „Ohne diese Leute würde es überhaupt nicht funktionieren“, sagt Peter Hildebrandt. Im Moment bietet das Natz an zwei Nachmittagen Mineralogie an (Montag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr) sowie am Dienstag Schach (15 bis 17 Uhr) und am Mittwoch Elektronik (15 bis 17 Uhr).

Wie es für das Natz weitergehen soll, wenn der Verein kurzfristig keine hauptamtlichen Mitarbeiter findet, kann Peter Hildebrandt nicht sagen. Er will das Natz unbedingt am Leben erhalten – denn es ist „sein Kind“. Der studierte Mathe- und Physiklehrer hatte den Natz-Vorläufer, die Station Junger Naturforscher und Techniker, im Jahr 1976 in Hoyerswerda übernommen. Bis 2005 hat er den Betrieb geleitet und durch schwere Wende- und Nachwendezeiten geführt. Die „Station“ ist zum Natz geworden. Generationen junger Hoyerswerdscher haben dort ihre Freizeit verbracht. Noch heute ist das Natz zuständig für die Organisation der regionalen Matheolympiade. Zurzeit ist jedoch völlig ungewiss, wie es mit Peter Hildebrandts Lebenswerk in Zukunft weitergeht.