Seltsames Licht über Hoyerswerda: Ufo, Halo, Rakete? Rätselraten um Himmelsphänomen

Mit dem Handy fotografiert: Nico Richter und sein Freund Michael Schuster sind fasziniert von dem mysteriösen Licht am Himmel über der Kleinstadt Lauta.
Facebook/Michael SchusterEin seltsames Licht, das sich über den Lausitzer Nachthimmel bewegt: Was könnte das nur sein? Die Spekulationen sind wild: Sie reichen von Ufo über eine Mondspiegelung, genannt Halo, bis hin zu einem Satelliten.
Auch Nico Richter und sein Freund Michael Schuster sind fasziniert, als sie das Himmelsphänomen gestern Nacht über Lauta entdecken: „Wir waren beide erstaunt, was das sein könne, da es sich erst in unsere Richtung bewegte, mit dem pulsierenden Lichtkegel, und dann plötzlich Richtung Hoyerswerda flog.“ Schnell ist das Handy zur Hand, um das Phänomen fotografisch festzuhalten.
An Aliens glauben die beiden Männer zwar nicht, jedoch sehen sie am Dienstagabend (9. Juli) bei Lauta tatsächlich eine seltene Erscheinung am Himmel. Der leuchtende Ring mit dem pulsierenden Licht ist aber kein Ufo oder Satellit, sondern der erste Start der Trägerrakete Ariane 6, wie das Deutsche Zentrum für Astrophysik diesem Nachrichtenportal bestätigt.
Die neue europäische Rakete ist am Dienstag gegen 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit ihren Jungfernflug ins Weltall gestartet. Zwar erfolgt der Start weit entfernt – vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Doch man sieht das Licht der Rakete auf ihrer Route von Westen nach Osten, unter anderem auch in der Lausitz.
Ein spektakuläres Video zeigt einen ähnlichen Lichtschein am Himmel auch über Ungarn:
Seltsames Licht zeigt ein seltenes Ereignis
Die Trägerrakete Ariane 6 soll künftig Satelliten ins All schleppen: Sechs Stück hatte sie in der Nacht auf ihrem Jungfernflug schon dabei. Zwar schlug die letzte Zündung fehl, und die Oberstufe der Rakete stürzte nicht wie geplant ab, nach dem sie die Satelliten ins All gebracht hatte. Sie schwebt nun als weiteres Stück Weltraumschrott durch das All.
Doch trotz des kleinen Fehlschlages feiert die Europäische Weltraumorganisation ESA das Projekt als Erfolg. Nach zehn Jahren des Wartens hat die europäische Raumfahrt jetzt einen eigenen Zugang zum Weltraum, um Satelliten ins All zu bringen.

