Schule in Hoyerswerda
: Wie aus Kunst politischer Widerstand wird

Handeln statt Meckern: Die „Radikalen Töchter“ veranstalten mit Berufsschülern in Hoyerswerda einen Workshop über Demokratie und politische Teilhabe.
Von
Julia Jannaschk
Hoyerswerda
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Der Verein Radikale Töchter bietet seit 2019 Workshops für Jugendliche an, um sie zur politischen Teilbhabe zu ermutigen.

Der Verein Radikale Töchter bietet seit 2019 Workshops für Jugendliche an, um sie zur politischen Teilhabe zu ermutigen. Jetzt sind sie zu Gast bei Berufsschülern in Hoyerswerda.

David Dunst
  • Die "Radikalen Töchter" bieten seit 2019 Workshops zur politischen Teilhabe an.
  • Der Verein wurde von Cesy Leonard und Katharina Haverich gegründet.
  • In Hoyerswerda fanden Workshops für Berufsschüler der BMS statt.
  • Der erste Tag konzentriert sich auf politische Emotionen und Selbstfürsorge.
  • Am zweiten Tag entwickeln die Teilnehmer eigene Aktionskunstkonzepte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Demokratie erhält sich nicht von allein, sie braucht engagierte Menschen, die sie mitgestalten. Der Verein Radikale Töchter, gegründet von Cesy Leonard und Katharina Haverich, will junge Menschen im ländlichen Raum zu politischer Teilhabe ermuntern und vor allem auch ermächtigen. Seit 2019 veranstalten die beiden Frauen Workshops für junge Menschen in Brandenburg, Thüringen und Sachsen, damit diese ins Handeln kommen und etwas verändern können.

Derzeit ist der Verein Radikale Töchter in Hoyerswerda unterwegs, wo er am Sonntag und Montag einen zweitägigen Workshop für die Berufsschulklasse der Bildungsstätte für Medizinal- und Sozialberufe (BMS) abhält. Der erste Teil des „Mut-Muskel-Trainings“ fokussiert sich auf die Themen Selbstfürsorge, Bedürfnisse und politische Emotionen wie Wut und Ohnmacht. Gefühle, die sich angesichts der erstarkenden rechten und populistischen Bewegungen schnell einstellen können.

Was ist politische Aktionskunst?

Ein sehr bekanntes Beispiel für politische Aktionskunst ist die Aktion des „Zentrum für politische Schönheit“, die im Nachbargrundstück des AfD-Politikers Björn Höcke ein Holocaust-Denkmal errichteten.

Workshop in Hoyerswerda: Gemeinsame Wutreise

„Auf einer gemeinsamen Wutreise lassen wir diese Gefühle bewusst zu, um uns im nächsten Schritt damit zu beschäftigen, wie wir sie konstruktiv nutzen und aktiv Hoffnung trainieren können“, erklärt Projektmanagerin des Vereins Radikale Töchter, Caroline Strotmann. Am zweiten Workshop-Tag geht es dann rein in die Aktionskunst. Die Teilnehmende lernen die Methoden der Aktionskunst kennen und entwickeln eigene Blitzkonzepte zu den Themen, die sie bewegen.

„Berufsschüler*innen haben oft besonders wenig Zeit, Angebote wie unsere wahrzunehmen. Daher war es uns wichtig, diesen Workshop möglich zu machen, obwohl die Klasse mit 28 Schüler*innen eigentlich deutlich größer ist, als unser Workshop-Konzept vorsieht“, sagt Strotmann. Normalerweise sind die Workshops des Vereins auf zwölf Teilnehmer begrenzt und schnell ausgebucht.

Workshop in Hoyerswerda: Kunst als demokratischer Protest

Der Workshop zur Demokratieförderung der Radikalen Töchter hat bereits in verschiedenen Orten in der Lausitz stattgefunden, wie Zittau, Görlitz oder Cottbus. Bisher mit vollem Erfolg: Aus den Workshops entstanden tatsächlich Ideen für Aktionskunst, die danach konkret umgesetzt wurden.

„Die meisten Teilnehmenden haben uns gespiegelt, dass sie den Workshop als sehr wohltuend und auch inspirierend erlebt haben und viele Teilnehmende melden sich an, weil ihnen der Workshop von vorherigen Teilnehmenden empfohlen wurde.“ Gefördert wird der aktuelle Workshop von der Bundeszentrale für politische Bildung und ist daher kostenlos.