Schockanruf in Sachsen
: Opfer überlistet Betrüger – Polizei schnappt Verdächtigen

Eine 90-Jährige in Puschwitz bei Bautzen (Sachsen) erhält einen Schockanruf. Ihre Tochter soll einen tödlichen Unfall verursacht haben. Mit List gelingt es, einen Verdächtigen zu schnappen.
Von
Marco Marschall
Puschwitz
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Enkeltrick - Chatnachricht auf dem Smartphone: ARCHIV - 06.03.2018, Baden-Württemberg, Mühlacker: Eine Seniorin tippt auf ihrem Smartphone. Kriminelle Banden ergaunern mit dem sogenannten Enkeltrick hohe Summen. (zu dpa: «Internationaler Kampf gegen Enkeltrick-Betrüger») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine 90-jährige Frau in Sachsen erhält einen Schockanruf. Ihr Sohn übernimmt das Gespräch und lockt die Täter in die Falle. (Symbolfoto)

Sebastian Gollnow/dpa
  • Polizei fasst Verdächtigen nach Schockanruf-Serie in Bautzen am 4. September 2025.
  • 90-Jährige erhielt Anruf: Tochter soll tödlichen Unfall verursacht haben, Kaution gefordert.
  • Ihr 61-jähriger Sohn durchschaute Betrug, kontaktierte Polizei und täuschte Geldübergabe vor.
  • Tatverdächtiger (41, polnischer Staatsbürger) bei Übergabe in Bautzen festgenommen.
  • Haftrichter ordnet Untersuchungshaft an, Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach einer Welle von Schockanrufen am 4. September 2025 in der Umgebung von Bautzen hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Wie die Polizeidirektion Görlitz mitteilt, war das  überlegte und mutige Handeln eines Bürgers dafür mit ausschlaggebend

Eine bislang unbekannte Täterin hatte sich per Telefon bei einer 90-jährigen Frau in Jeßnitz bei Puschwitz (Kreis Bautzen) gemeldet und behauptet, deren Tochter hätte einen Verkehrsunfall gehabt. Zufällig war der leibhaftige 61-jährige Sohn der Dame zugegen. Geistesgegenwärtig übernahm er das Gespräch und gab sich als der Vater der angeblichen Tochter aus. Die unbekannte Anruferin stellte sich als Anwältin vor und erklärte, dass bei einem durch die Tochter verursachten Unfall ein Mann gestorben sei. Um eine Inhaftierung abzuwenden, würde eine Kaution nötig werden.

Der Sohn der Seniorin durchschaute den Betrugsversuch. Er setzte das Gespräch fort, informierte aber parallel dazu unbemerkt die Polizei. Im Telefonat ging er zum Schein auf die Forderungen ein und organisierte eine fingierte Geldübergabe mit den Tätern. Dabei sollten mehrere tausend Euro und Goldmünzen übergeben werden.

Polizei beobachtet Geldübergabe in Bautzen

„Aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen dem Hinweisgeber und der Polizei konnten zeitnah Ordnungshüter an den Tatverdächtigen herangeführt, dieser schließlich bei der Übergabe des Geldes beobachtet und an der Taucherstraße in Bautzen vorläufig festgenommen werden“, berichtet die Polizei.

Bei dem Tatverdächtigen handele es sich um einen 41-jährigen polnischen Staatsangehörigen. Er wurde am Freitag (5. September) einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft an. Polizisten brachten den Mann ins Gefängnis. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.