Von Sascha Klein

Auf der Homepage der Seite „Breitband Bautzen“ sieht der Breitband-Ausbau in Teilen des Landkreises ganz einfach aus. Es geht Schritt für Schritt voran: Vorarbeit, Überarbeitung, Bewilligung, Umsetzung – alles innerhalb von zwei bis drei Jahren. Doch so einfach ist es bei weitem nicht. „Die aktuell größte Herausforderung ist der zur Verfügung stehende zeitliche Rahmen. Mit dem Breitbandausbau wird im Landkreis das gegenwärtig bundesweit größte Ausbauprojekt dieser Art umgesetzt“, so Landkreis-Sprecherin Dunja Reichelt auf RUNDSCHAU-Nachfrage. In allen neun Teilbereichen, in denen ausgebaut wird und werden soll, müssen zunächst einmal Tiefbauarbeiten in einer Gesamtlänge von 1500 Kilometern erfolgen. Das entspricht einer Strecke von Hoyerswerda bis kurz vor Moskau (Luftlinie). Ziel ist es, bis Ende 2020 mit den Arbeiten fertig zu sein. Insgesamt werden rund 105 Millionen Euro verbaut.

Falsche Vorstellung von „flächendeckend“

Viele Nutzer in Sachsen hätten jedoch eine falsche Vorstellung vom „flächendeckend“ genannten Breitband-Ausbau, sagt Steffen Lehmann, Referent im Sächsischen Wirtschaftsministerium. Denn es werde zurzeit nur dort ausgebaut, wo noch nicht die Grenze von 30mBit erreicht ist, sagt Lehmann. Deshalb erscheint auch der Landkreis Bautzen beim Blick auf die Ausbau-Standorte als reiner Flickenteppich.

In der Region Hoyerswerda geht es demnächst los

Der Landkreis ist in neun Teile, sogenannte Cluster, unterteilt. Das Gebiet der Region Hoyerswerda findet sich in den Clustern 8 und 9 wieder. „Hier ist ein Baubeginn ab dem zweiten Quartal 2019 absehbar. In welchen Gebieten konkret Baumaßnahmen erfolgen, hängt von der Feinplanung, der Vertragsgestaltung mit den ausführenden Unternehmen und dem Verlauf der Genehmigungsverfahren ab“, so Landkreis-Sprecherin Dunja Reichelt. Allerdings: Erste Ortsnetze, so etwa in Schmochtitz bei Bautzen, seien bereits fertiggestellt.

Ein Problem: die Bürokratie

Der Bau der vielen Kilometer Glasfaserleitungen hat etliche Fallstricke. Einerseits spielen die Auftragsvergaben und die Bürokratie eine Rolle. Dunja Reichelt: „Dafür müssen die notwendigen Unternehmen für die Realisierung gebunden werden, sind zahlreiche Genehmigungsverfahren auf der Ebene der Städte und Gemeinden sowie des Landkreises zu führen.“ Andererseits hängt der Ausbau auch an jedem einzelnen Grundstückseigentümer. „Selbstverständlich wollen wir auch erreichen, dass in den Erschließungsgebieten alle förderfähigen Gebäude an das Breitbandnetz angeschlossen werden“, so die Landkreis-Sprecherin.

Eigentümer müssen mitmachen

Um jedoch alle in einem Fördergebiet anschließen zu können, müssten sich alle Eigentümer auch bereiterklären. Dies muss schriftlich vorliegen, damit auf dem betreffenden Grundstück auch gebaut werden darf. Ein Beispiel: Der Besitzer eines Einfamilienhauses erhält den Breitbandanschluss kostenlos, wenn er im Fördergebiet liegt, so Reinhard Jung, Leiter des Breitbandkompetenzzentrums Sachsen. Allerdings müsse sich derjenige auch zum Ausbau bereiterklären, solange das Projekt in seiner Region läuft. Wer sich erst nach dem Ausbau entscheidet, doch angeschlossen werden zu wollen, muss die Kosten selbst tragen. Die liegen in der Regel zwischen 800 und 1500 Euro.

Viele Infos durch die Kreisverwaltung

Die Bautzener Kreisverwaltung, die den Ausbau koordiniert, setzt dabei auf Bürgerbeteiligung. „Der Landkreis hat, gemeinsam mit der Telekom und der Enso, bisher 33 Bürgerinformationsveranstaltungen durchgeführt“, so Landkreis-Sprecherin Dunja Reichelt, unter anderem auch in Lauta, Lohsa, Wittichenau und Bernsdorf. An allen 33 Terminen hätten insgesamt mehr als 4000 Bürger teilgenommen. Auf dem eigens eingerichteten Internet-Portal „Breitband-Bautzen“ will die Kreisverwaltung regelmäßig die Ausbaufortschritte darstellen. Zudem müssten Grundstückseigentümer keine Befürchtungen haben, dass von einem auf den anderen Tag der Bagger im Vorgarten steht: „Mit den Eigentümern, die vom Ausbau profitieren, erfolgen zirka drei Wochen vor den Bauarbeiten konkrete Abstimmungen mit den beauftragten Tiefbauunternehmen“, betont Dunja Reichelt.

Weitere Informationen über den Ausbau des Breitbandes im Landkreis Bautzen gibt es auf der Internet-Seite
www.breitband-bautzen.de