Der kleine Ort Koblenz am Knappensee hat eine verrückte Besonderheit: In dem knapp 400-Seelen-Dorf soll es dem Gerücht nach mehr „Trecker“ als Häuser geben.
Denn fast jeder zehnte Einwohner von Koblenz sammelt historische Schleppertechnik – meistens der Marke Eigenbau.

Koblenzer sind gewieft beim Trecker-Bau nach Eigenmarke

Und das kam so: In dem landwirtschaftlich geprägten Dorf gab es keine LPG und keinen Technikstützpunkt. Die heimischen privaten Felder mussten aber bestellt werden – kleine Trecker waren dafür nötig. Während der DDR-Zeit waren kleine Traktoren allerdings Mangelware, es gab sie nicht zu kaufen. Deshalb bauten findige Landbesitzer ihre eigenen Schlepper. Die Rahmen wurden selber geschweißt, oft kamen Dieselmotoren aus Cunewalder Produktion zum Einsatz. „Aus allerlei Teilen wurden die Trecker der Marke Eigenbau montiert. Und viele stehen bis heute in Koblenzer Scheunen und werden gehegt und gepflegt“, weiß Armin Theka, der Vereinsvorsitzende der Schlepperfreunde Koblenz.
Vereinsleben in Groß Schacksdorf-Simmersdorf Leidenschaft für alte Traktoren

Groß Schacksdorf-Simmersdorf

Im Jahr 2004 wurde die Idee geboren, ein großes Schleppertreffen zu veranstalten, das bis weit in die Region ausstrahlt. Seitdem findet es immer Anfang August statt. Am nächsten Wochenende, dem 12. bis 14. August, ist es wieder so weit. Dann wird die 19. Auflage des Treffens eine unglaubliche Parade der PS-Giganten für die Feldbestellung und hunderte Technik-Fans nach Koblenz locken.

Getreidepuppen sind bei Koblenz aufgestellt

Erste Vorbereitungen dafür sind auch schon getroffen: Auf einem Getreidefeld am Ort ist die Getreideernte vollzogen – natürlich mit historischer Schleppertechnik. Vereinschef Armin Theka portionierte die Getreidehalme mit einem großen Holzrechen per Handablage, sein Sohn Richard fuhr den Schlepper. Weitere Schlepperfreunde haben die Getreidebündel dann zu Garben gebunden und als Puppen aufgestellt. „Diese Getreidepuppen sind ganz wichtig, um sie später für Dreschvorführungen mit der alten landwirtschaftlichen Technik zu nutzen“, so Armin Theka.

Groß Särchen

Die Dreschvorführungen gehören ebenso zum Programm des 19. Schleppertreffens wie die beliebte große Schlepperausfahrt am Samstag ab 13 Uhr, das Gewichteziehen der Kleinschlepper (Samstag ab 16 Uhr) und der „Kampf der Giganten“ am Sonntag ab 13 Uhr. Erwartet werden auch in diesem Jahr wieder viele Schlepperfreunde, die von weit her anreisen und ihre Zelte für ein Wochenende in Koblenz aufschlagen.

Vollsperrung der B 96 bereitet „Bauchschmerzen“

Bauchschmerzen bereitet den Schlepperfreunden aus Koblenz allerdings in diesem Jahr die Baustelle auf der B 96 in Groß Särchen. Die Bundesstraße ist voll gesperrt – und das bedeutet, dass anreisende Traktoren schwierige Umleitungen in Kauf nehmen müssen und auch die große Schlepperausfahrt am Samstagnachmittag eine andere Route fahren muss. „Wir hoffen, dass alles ohne Probleme klappt“, so der Schlepperfreunde-Vorsitzende.
Derzeit zählt der Verein der Schlepperfreunde Koblenz 36 Mitglieder im Alter von 18 bis 81 Jahren. Hand in Hand helfen bei den Vorbereitungen und dem Schleppertreffen selbst jedoch auch wieder zahlreiche Einwohner und Freunde aus umliegenden Ortschaften mit.
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19. Schleppertreffen in Koblenz

Das 19. Schleppertreffen Koblenz findet vom 12. bis 14. August statt. Das Programm sieht folgende Höhepunkte vor:
Freitag, 12. August:
18 Uhr – Löschangriff der Freiwilligen Feuerwehren
Sonnabend, 13. August:
9 Uhr – Aufstellen der Traktoren
13 Uhr – Große Schlepperausfahrt
15.30 Uhr – Dreschvorführung
16 Uhr – Gewichteziehen der Kleinschlepper
20 Uhr – Großer Schlepper-Ball
Sonntag, 14. August:
9 Uhr – Eintreffen der Traktoren
10.30 Uhr – Schlepperwettkämofe
12.30 Uhr – Dreschvorführung
13 Uhr – Kampf der Giganten