Bereits seit Jahresbeginn ist die Schwarze Elster zwischen dem Wehr Kleinkoschen und Senftenberg-Buchwalde komplett trockengefallen. Kaum ein Tropfen Wasser befindet sich mehr in diesem rund vier Kilometer langen Abschnitt. Das gleiche Schicksal droht der Elster jetzt auch ein paar Kilometer flussaufwärts in Sachsen. Denn etwa zwischen der Brücke an der Kortitzmühle bei Geierswalde, Tätzschwitz und der Landesgrenze Brandenburg gibt es nur noch ein Rinnsal, wenn überhaupt.

Vier Monate am Stück war es in Sachsen viel zu trocken

Ursache sind nach Angaben von Katrin Schöne von der sächsischen Landestalsperrenverwaltung (LTV) die noch immer viel zu geringen Niederschläge. Laut dem Großkoschener Hobbymeteorologen Klaus Hirsch waren die Monate März bis Juni durchweg zu trocken. Und daraus sticht der April mit seinen lediglich rund fünf Millimetern Niederschlag pro Quadratmeter noch hervor. Mehr als die zehnfache Menge wäre normal.
Bereits in den Jahren 2018 und 2019 wurde die statistische Durchschnittsmenge von 563 Millimetern je Quadratmetern nirgendwo in der Nieder- und mittleren Lausitz erreicht. Und im Jahr 2020 scheint sich der Trend fortzusetzen. Laut Klaus Hirsch sind bis 10. Juli bislang nur 48,6 Prozent des Jahresniederschlages gefallen, obwohl die zweite Jahreshälfte bereits begonnen hat.

Bangen vor niedrigem Wasserstand im Senftenberger See

Schon längere Zeit kann aufgrund des Regenmangels kein Wasser mehr von der Schwarzen Elster in den Senftenberger See eingeleitet werden, weiß Staumeisterin Elke Faber. Derzeit bewegt sich der Wasserstand im See bei 98,68 Metern. Der untere Grenzwert liegt bei 98,30 Metern. Fiele der Wasserstand darunter, käme es wieder zu Seesperrungen. Deshalb bleibe nur das Hoffen auf den großen Landregen, so Elke Faber.
Indes wirkt sich die Trockenheit auch auf die Pflanzen- und Tierwelt im Fluss dramatisch aus. „So haben Wasserlebewesen in dieser Situation kaum Überlebenschancen, und Grünaufwuchs macht sich breit“, benennt Katrin Schöne die entsprechende Konsequenzen.