: 30 Jahre danach: Wie ein Pfarrer Frauen und Kinder aus der Gefahrenzone holte
Im September 1991 finden in Hoyerswerda die ersten massiven ausländerfeindlichen Übergriffe nach der Deutschen Einheit statt. Superintendent Friedhart Vogel war mittendrin in den Krawallen. Heute erinnert er sich, wie er die Tage im September erlebt und wie er Asylbewerbern geholfen hat.
Hoyerswerda, am 23. September 1991: Flüchtlinge verlassen mit Hab und Gut das Gebäude einer Unterkunft für Asylbewerber in der Thomas-Müntzer-Straße. Das Haus im Wohnkomplex IX ist vor einigen Jahren abgerissen worden.
Thpmas Lehmann
Friedhart Vogel ist 1991 Superintendent des Kirchenkreises Hoyerswerda gewesen und hat die Ausschreitungen im September 1991 hautnah mitbekommen. Der 80-Jährige ist seit dem Jahr 2010 Ehrenbürger Hoyerswerdas.
Sascha Klein
23. September 1991: Nach den schweren Ausschreitungen zuvor werden die Asylbewerber aus Hoyerswerda nach Meißen gebracht. Neonazis feiern Hoyerswerda danach als „ausländerfrei“. Dieses Bild prägt Hoyerswerdas Image für gut zwei Jahrzehnte.
Thomas Lehmann
22. September 1991: Mehrere Hundertschaften Bereitschaftspolizei sind nach Hoyerswerda verlegt worden. An diesem Sonntag sind auch viele Neonazis aus der gesamten Republik in der Stadt.