Osterreiten in Wittichenau 2026: Wo Gäste die Prozessionen sehen können - mit Karte

Das Osterreiten in Wittichenau nicht nur die größte Prozession, sondern sie hat auch den weitesten Weg. Hier sind die Reiter auf dem Wittichenauer Markt zu sehen.
Torsten Richter-Zippack- Osterreiten in der Lausitz: neun Prozessionen, größtes Paar zwischen Wittichenau und Ralbitz.
- Start in Wittichenau um 9.20 Uhr; Ralbitz schickt Reiter ab 9.15 Uhr auf eigene Route.
- Gute Aussichtspunkte: Hoske, Doppelkurve südlich von Cunnewitz, Sollschwitz und Bautzener Friedensbrücke.
- Weitere Paare: Crostwitz–Kloster St. Marienstern sowie Storcha–Radibor mit B96-Querung.
- Ergänzend reiten Gruppen in Ostritz–St. Marienthal ab 13 Uhr und im Spreewald ab Zerkwitz.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn das Erzgebirge als deutsches Weihnachtsland gilt, ist die Lausitz das Osterland in der Republik. In kaum einer anderen Gegend gibt es eine solche Fülle von Traditionen und Bräuchen, solch ein Feuerwerk von Farben und Formen, solch ein Neben- und Miteinander von Freude und Pathos. Wochen – wenn nicht Monate – vor dem Auferstehungsfest beginnen die entsprechenden Vorbereitungen. Ostereiermärkte mit sorbischen und deutschen Künstlern laden ein, Eier werden kunstvoll verziert. Jedes auf die Schale aufgetragene Zeichen besitzt seine Symbolik.
Für Christen ist Ostern das höchste Fest im Kirchenjahr. Der ans Kreuz geschlagene Jesus kehrt ins Leben zurück. Der Sieg des Lebens über den Tod. Die Wiederkehr des Lichts und der Wärme nach den dunklen und kalten Wintertagen. Klar, dass die Botschaft der Auferstehung in Stadt und Land verkündet gehört. Das geschieht längst nicht nur in den Kirchen, sondern ebenso auf dem Rücken von rund anderthalbtausend Pferden. Denn so viele Kreuz- beziehungsweise Osterreiter verkünden alljährlich am Ostersonntag die Botschaft von der Auferstehung des Herrn.
Im katholischen Gebiet der Oberlausitz, also im Dreieck der Städte Wittichenau, Bautzen und Kamenz, gibt es insgesamt neun Prozessionen, davon vier Prozessionspaare. Jede von ihnen reitet auf ganz bestimmten Straßen und Wegen in die benachbarte Pfarrgemeinde. Im Gegenzug schickt diese ihre Reiter ebenfalls zur benachbarten Pfarrei, allerdings auf anderen Straßen und Wegen.
Für viele Besucher ist der Besuch des Kreuz- beziehungsweise Osterreitens ebenfalls Tradition. Erst, wenn man die Reiter mit ihren schwarzen Zylindern und ihre geschmückten Pferde sieht, das Getrappel der Tiere sowie die Gesänge und Gebete der Reiter hört, diese ganz festlich-pathetische Atmosphäre spürt, erst dann ist wirklich Ostern.

Hier sind die Wittichenauer Kreuzreiter auf ihrem Weg nach Ralbitz. Soeben haben sie das idyllische Cunnewitz passiert. Die Osterreiter geben in der dortigen Doppelkurve ein besonders beeindruckendes Bild.
Torsten Richter-ZippackSo verwundert es nicht, dass sämtliche Prozessionen sehr gut besucht sind. Selbst Reisegruppen folgen den Wegen von Pferden und Reitern. Dichter Andrang herrscht freilich vor denjenigen Kirchen, von denen die Prozessionen ausgesendet und empfangen werden, ebenso an zentralen Punkten entlang der einzelnen Strecken. Doch gibt es durchaus Stellen, an denen Gäste fast allein die Auferstehungsprozessionen aufnehmen und verinnerlichen dürfen.
Osterreiten 2026 zwischen Wittichenau und Ralbitz
Die mit mehreren hundert Pferden und Reitern größte und auch älteste Lausitzer Kreuzreiter-Prozession ist zwischen Wittichenau und Ralbitz unterwegs. Die meisten Besucher warten vor der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt sowie auf dem nahe gelegenen Markt auf Pferde und Reiter. Wer zuerst kommt, hat Aussicht auf die besten Plätze. Los geht es um 9.20 Uhr. Doch auch auf der Strecke, die über Hoske, Kotten und Cunnewitz nach Ralbitz führt, gibt es überaus reizvolle Blicke.
Hoske beispielsweise gehört zu den schönsten, da authentischsten Dörfern der Region. Dort gibt es keine Gebäude, welche das Ortsbild stören. Stattdessen fließt die noch junge Schwarze Elster vorbei. Die altehrwürdigen Bauerngehöfte strahlen Erhabenheit aus und lassen Geschichte lebendig werden. Ebenso aussichtsreich ist ein Standort südlich von Cunnewitz. Da durchläuft die Kreisstraße 9225 eine Doppelkurve. Wenn der Prozessionszug dort entlang reitet, gibt es ein beeindruckendes Bild mit dem Dorf im Hintergrund.
Im Gegenzug begeben sich die Ralbitzer Reiter ab 9.15 Uhr über Cunnewitz, Schönau, Sollschwitz und Saalau nach Wittichenau. Heiß begehrt ist der Blick am Ortseingang Ralbitz, wenn sich die Prozession mit der Kirche im Hintergrund auf den rund zwölf Kilometer langen Weg begibt. Lohnenswert ist unter anderem der Durchritt der Pferde durch Sollschwitz, ein idyllisches Dorf an der Schwarzen Elster.
Osterreiten durch Crostwitz, Kloster, Storcha und Radibor
Ein weiteres Prozessionspaar ist zwischen dem Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau und Crostwitz unterwegs. Dort lohnt ein Besuch auf dem Crostwitzer Kirchhof. Beeindruckend ist, wenn in der Ferne die Crostwitzer Reiter die Anhöhe in Richtung Siebitz entlangreiten. Wer indes dichtes Menschengewimmel mag, ist im und am Kloster gut aufgehoben.

Heimkehr der Crostwitzer Osterreiter vom Besuch im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau in ihr Dorf. In Crostwitz findet sich für Besucher immer noch ein freies Plätzchen.
Torsten Richter-ZippackAuch zwischen Storcha und Radibor bewegt sich ein Prozessionspaar. Beeindruckend ist, wenn die Reiter in Schwarzadler die (natürlich zuvor abgesperrte) B96 überqueren. Und sowohl in Radibor als auch in Storcha bilden die jeweiligen Kirchtürme wunderbare Motive.
Bautzens Altstadt im Hintergrund
Besonders beeindruckend ist indes die Prozession von Bautzen nach Radibor. Auf der Friedensbrücke, hoch über der Spree, haben die Besucher einen grandiosen Blick auf Reiter, Pferde und die mittelalterliche Altstadt im Hintergrund. Darüber hinaus findet in Bautzen traditionell am Ostersonntag das Eierschieben am Protschenberg statt.
Ein Prozessionspaar ist in der hügeligen Landschaft zwischen Ostro und Nebelschütz unterwegs. Gerade um Ostro gibt es reizvolle Bilder der Reiter in der Ferne. Trägt der Wind dann ihre Lieder und Gebete herüber, will es im Lausitzer Land endgültig Ostern werden.
Weitere Osterreiter-Prozessionen in der Lausitz
Neben den Kreuz- beziehungsweise Osterreiter-Prozessionen im katholischen Teil der Oberlausitz sind am Ostersonntag noch weitere Pferde und Reiter unterwegs, um die Auferstehungsbotschaft singend und betend zu verkünden.
So sind zwischen Ostritz und dem Kloster St. Marienthal zahlreiche Reiter und Pferde auf Achse. Dort lohnen sich sowohl der Besuch des Ostritzer Marktes als auch der Innenbereich des Klosters. Die Prozession setzt sich gegen 13 Uhr an der katholischen Kirche in Ostritz in Bewegung. Allerdings wird dieser Brauch nicht als Oster- oder Kreuzreiten bezeichnet, sondern als Saatreiten.
Auch in der Niederlausitz wird zu Ostern geritten. Konkret am südwestlichen Rand des Spreewaldes. Dort geht es nach dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche im Lübbenauer Stadtteil Zerkwitz (ab 9 Uhr) los. Die Reiter bestreiten eine rund 30 Kilometer lange Runde über Klein und Groß Beuchow, Klein Radden, Ragow und Krimnitz zurück nach Zerkwitz.


