Nach den Stadtjubiläen des Jahres 2018, beispielsweise in Hoyerswerda und Lauban (jeweils 750 Jahre), sind anno 2019 die runden Städte-Daten in der Oberlausitz deutlich spärlicher gesät. Immerhin stehen zwei kleinere Jubiläen im Oberland an. So erhielten vor genau 90 Jahren die Herrnhuter das Stadtrecht zugesprochen. Am 7. Dezember 1929, einem Sonnabend, wurde die entsprechende Urkunde des damaligen sächsischen Innenministeriums verliehen. Als Argumente werden in dem Dokument der städtische Charakter der Siedlung auf halber Strecke zwischen Löbau und Zittau sowie insbesondere ihr „Weltruf“ erwähnt. „Weltruf“ deswegen, weil dort im frühen 18. Jahrhundert die Herrnhuter Brüdergemeine, eine christliche Glaubensbewegung, gegründet worden war. Die sogenannte „Unitas Fratrum“ umfasst heute über eine Million Anhänger mit einem Schwerpunkt in Ostafrika. Im Jahr 2022 jährt sich die Gründung der Siedlung Herrnhut durch böhmische Gläubige zum 300. Mal. Ganz aktuell wird indes diskutiert, ob Herrnhut künftig als Unesco-Weltkulturerbe fungieren könnte. Der Hintergrund: Herrnhuter Siedlungen in Dänemark und den USA liebäugeln bereits seit mehreren Jahren mit dem begehrten Titel. Inzwischen hat es der dänische Ort Christiansfeld geschafft.

Ansonsten ist Herrnhut ein kleines, knapp 6000 Einwohner zählendes Städtchen an der alten Bundesstraße 178. Neben den Gebäuden der Brüdergemeine, insbesondere deren Saal in der Stadtmitte, sind vor allem die Herrnhuter Sterne-Manufaktur sowie das stillgelegte Eisenbahnviadukt sehenswert. Ob indes das Jubiläum 90 Jahre Stadtrecht gefeiert werden soll, ist der Internetseite der Kommune bislang nicht zu entnehmen.

Vor 95 Jahren, konkret am 15. Dezember 1924, ist die Stadt Neugersdorf ins Leben gerufen worden. Der Ort direkt an der tschechischen Grenze war bereits anno 1899 aus der Fusion der durch die Industrialisierung zusammengewachsenen Gemeinden Alt- und Neu-Gersdorf hervorgegangen. Seit dem Jahr 2011 ist Neugersdorf Bestandteil der Stadt Ebersbach-Neugersdorf, die mit ihren rund 12 000 Einwohnern nach Görlitz, Zittau, Weißwasser, Löbau und Niesky die sechstgrößte Gemeinde im Landkreis ist. Bekannt ist die Kommune für eines der größten Volksfeste der Oberlausitz, das Gierschdurfer Schiss’n, den Jacobimarkt, der alljährlich Ende Juli stattfindet.

Weitere Ortsjubiläen stehen im Jahr 2019 im Landkreis Görlitz in den Dörfern Kunnersdorf/Schöpstal (700 Jahre), Biesig/Reichenbach/OL, Dittelsdorf bei Zittau (650 Jahre), Förstgen und Leipgen bei Mücka, Ober-Prauske und Groß Radisch bei Hohendubrau, Klein Radisch/Boxberg, Hilbersdorf/Vierkirchen, Kaschel/Boxberg sowie Klein-Oelsa/Boxberg an.

Im Landkreis Bautzen sind Berge/Großpostwitz, Brehmen/Großdubrau, Brösnag/ Doberschau-Gaußig, Daranitz/Kubschütz, Eulowitz/Großpostwitz, Eutrich/Königswartha, Göbeln/Großdubrau, Großbrösern/Radibor, Grubditz/Kubschütz, Grubschütz/Doberschau-Gaußig, Hermsdorf/Spree bei Lohsa, Holschdubrau/Neschwitz, Jetscheba/Großdubrau, Kleinbautzen/Malschwitz, Kleindubrau/Großdubrau, Kleinkunitz/Großpostwitz, Kleinsaubernitz/Malschwitz, Kleinseidau/Bautzen, Kleinwelka/Bautzen, Koblenz/Lohsa, Köblitz/Cunewalde, Kriepitz/Elstra, Krinitz/Neschwitz, Lehn/Hochkirch, Liebegast/Oßling, Luppedubrau/Radibor, Rabitz/Kubschütz, Salga und Särchen/Großdubrau, Spreewitz/Spreetal, Steindörfel/Hochkirch, Strohschütz/Radibor, Wehrsdorf/Sohland, Weidlitz/Neschwitz, Weißig/Lohsa, Wuischke/Hochkirch, Wuischke/Weißenberg, Zerna/Rablitz-Rosenthal (jeweils 600 Jahre) sowie Kleinboblitz/Obergurig, Neuhof/Burkau (jeweils 500 Jahre) zu erwähnen. Schnapszahl-Jubiläen gibt es in Groß Düben bei Weißwasser und in Weifa/Steinigtwolmsdorf (555 Jahre). Die Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.