Musikfesttage Hoyerswerda 2025: Tango und Pop-Piano – Festival trumpft mit Neuheiten auf

In Kürze starten die diesjährigen Musikfesttage Hoyerswerda. Programmleiterin Christiane Vogel (l.) und Lausitzhallen-Geschäftsführer Dirk Rolka freuen sich über den schon sehr gut angelaufenen Kartenvorverkauf.
Catrin WürzDie Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Variatio delectat“ ist Latein und heißt soviel wie „Abwechslung erfreut“. Genau diesen Anspruch haben sich die Musikfesttage Hoyerswerda auch 2025 auf die Fahnen geschrieben. In diesem Jahr ist es schon die 58. Auflage von Sachsens ältestem Klassik-Festival. Und die Besucher dürfen sich vier Wochen lang auf ein prächtiges Feuerwerk der verschiedensten Musikstile, Genres und Aufführungsformen freuen.
Die Musikfesttage Hoyerswerda 2025 finden vom 13. April bis 11. Mai statt. Das Programm weist 13 Konzerte an insgesamt fünf Veranstaltungsorten im Stadtgebiet aus – und einen neuen Rekord: Denn während der 13 Konzerte werden diesmal 290 Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne stehen, so viele, wie wahrscheinlich noch nie zuvor in der fast 60-jährigen Geschichte des Festivals.
Hoyerswerda plant Chorprojekt mit berühmtem Knabenchor
Warum das so ist, weiß Christiane Vogel, die seit drei Jahren die Programmleiterin für die Musikfesttage Hoyerswerda ist. „Wir haben erstmals ein großes Chorprojekt initiiert, das schon allein 120 Mitwirkende umfasst“, erklärt sie.
Mit dem Poznaner Knabenchor (Polen) kommt am 2. Mai 2025 einer der berühmtesten Knabenchöre Europas nach Hoyerswerda. Der Chor steht in einer Reihe mit dem Dresdner Kreuzchor oder dem Thomanerchor. Das Konzert dieser international gefeierten, jungen Sänger in der Johanneskirche wird zudem durch eine außergewöhnliche Kooperation zum Höhepunkt. Denn der Knabenchor aus Poznan wird gemeinsam mit den Chören des Lessing-Gymnasiums Hoyerswerda auftreten.
Dafür finden bereits im Vorfeld Chorproben und Treffen zwischen den Chören statt. „Das wird sicher ein einzigartiges Klangerlebnis“, freut sich Christiane Vogel bereits. Hinter dieser Idee steht der Versuch, mehr junge Menschen für die Musikfesttage in Hoyerswerda zu begeistern. „Wir hoffen, mit solchen Projekten das Publikum von morgen für die Musikfesttage zu gewinnen“, so die Programmleiterin.
Junge Menschen für die Musikfesttage begeistern
Deshalb gibt es in diesem Jahr auch einige Änderungen, die sich speziell an junge Besucher richten. Aus dem einstigen „Konzert junger Künstler“ wird in diesem Jahr zum Beispiel erstmals das Schülerkonzert „Just music!“
Die Veranstaltung an einem Vormittag (Gründonnerstag, 17. April) ist kein herkömmliches Konzert, sondern ein kreativer Prozess, in dem Schülerinnen und Schüler der Musikschule Hoyerswerda gemeinsam gestalten, neu erfinden, improvisieren. Das Stück wird sich erst im Augenblick der Aufführung vollenden. Man darf gespannt sein.
Pop-Piano und Marika-Rökk-Revue in Hoyerswerda
Durchaus auch für junge Popmusikfans geeignet ist der Auftritt eines Ausnahme-Duos. Als „Queenz of Piano“ sind Jennifer Rüth und Pauline Gropp bekannt. Die beiden Klaviervirtuosinnen überschreiten mit ihrer energiegeladenen Bühnenshow die Grenzen zwischen Bach und Beat, zwischen E- und U-Musik. Denn ihr Programm „Piano Kosmos“ (1. Mai) entführt in unentdeckte Sphären der Pop- und Rockmusik, lässt Songs von Lady Gaga bis Nirvana zu einem unglaublichen E-Piano-Sound-Erlebnis werden.

Die 58. Musikfesttage in Hoyerswerda finden in diesem Jahr über vier Wochen statt: vom 13. April bis 11. Mai.
Catrin WürzAuserlesenes bieten die Musikfesttage zudem mit dem Ensemble „Cuarteto SolTango“, das zu einer leidenschaftlichen „Misión Tango“ in die Kulturfabrik einlädt (16. April). Oder auch mit der Marika Rökk-Revue „Ich brauche keine Millionen“ (3. Mai). Die mitreißende musikalische Revue zeichnet das Leben der ungarischen Tänzerin, Schauspielerin und Sängerin Marika Rökk nach.
Sorbische Musik und tschechische Folklore für die Lausitz
Für Abwechslung im Programm sorgen aber auch Kirchenmusik aus Österreich, ein besonderes Orgelkonzert mit Matthias Eisenberg im Zusammenspiel mit einem Saxophon-Quartett sowie ein Konzert mit sorbischer Musik. Dieses wird von einem tschechischen Folkloreensemble gestaltet und bringt den böhmischen Dudelsack zum Klingen.
Traditionelle Höhepunkte der Musikfesttage sind natürlich das Eröffnungs- und das Abschlusskonzert. Beide können aufgrund der um fast zwei Jahre verschobenen Sanierung der Lausitzhalle – anders als gedacht – nun doch im größten Saal von Hoyerswerda stattfinden.
Eröffnungskonzert und Abschlusskonzert mit jungen Solisten
Das Eröffnungskonzert am 13. April wird die Neue Lausitzer Philharmonie gestalten, unter anderem mit Ausschnitten aus George Gershwins „Porgy and Bess“. Als Gast tritt der Ehrenpreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ Sachsen/Lausitz 2025 auf: Raphael Hucke ist erst Jahrgang 2009 und stammt aus Großröhrsdorf. Er wird erstmals als Solist ein Konzert für Violoncello spielen.
Zum Abschluss der diesjährigen Musikfesttage lädt dann das Sinfonische Orchester Hoyerswerda am 11. Mai zu einem „Feuerwerk der Romantik“. Auch hier gibt es einen jungen, talentierten Gast. Der 18-jährige Arthur Klein ist Meisterschüler im Fach Waldhorn und wird als Solist mit dem Hoyerswerdaer Orchester ein Konzert von Richard Strauss zur Aufführung bringen.

Die 58. Musikfesttage Hoyerswerda werfen ihre Schatten voraus. Am 13. April geht es los - in der Lausitzhalle, die einer von fünf Veranstaltungsorten ist.
Catrin WürzSchon 1300 Tickets im Vorverkauf
„Der Ticketvorverkauf für alle Konzerte ist sehr gut angelaufen“, freut sich Lausitzhallen-Geschäftsführer Dirk Rolka. Inzwischen sind bereits 1300 Eintrittskarten verkauft, das ist schon mehr als die Hälfte von jener Besucherzahl, die man sich am Ende erhofft.
Die Ticketpreise konnten gegenüber den Vorjahren konstant gehalten werden. Sie liegen zwischen fünf Euro für das Schülerkonzert im Vis-á-vis-Saal und 25 Euro für die Konzerte mit internationalen Gästen, die unter anderem aus der Ukraine, aus Slowenien, Tschechien, Österreich, Niederlande und Norwegen anreisen. Für begeisterte Musikfreunde wird ein Wahl-Abo (120 Euro) mit sechs Karten aus allen Veranstaltungen sowie eine Junge-Leute-Flatrate angeboten: Nur 15 Euro zahlen und jedes Konzert sehen können.
58. Musikfesttage Hoyerswerda - das Programm
13. April, 18 Uhr, Lausitzhalle: Eröffnungskonzert mit Neuer Lausitzer Philharmonie und Violoncello-Solist Raphael Hucke
16. April, 19.30 Uhr, Kufa: Cuarteto SolTango mit „Misión Tango“
17. April, 10 Uhr, Vis-á-vis: Just music! - Schülerkonzert
23. April, 19.30 Uhr, Schloss Hoyerswerda: Das besondere Instrument - Konzert mit Violon & Laute
25. April, 19.30 Uhr, Schloss: Klavierabend mit Mark Taratushkin
26. April, 18 Uhr, Johanneskirche: Kirchenmusik aus Österreich mit Posaune und Sopran
1. Mai, 10 Uhr, Schloss: Familienkonzert mit Figurentheater
1. Mai, 18 Uhr, Kufa: Queenz of Piano mit „Piano Kosmos“
2. Mai, 19 Uhr, Johanneskirche: Poznaner Knabenchor & Chöre des Lessing-Gymnasiums
3. Mai, 19.30 Uhr, Kufa: Marika-Rökk-Revue
7. Mai, 19.30 Uhr, Schloss: Sorbisches Konzert mit „Hinter den tschechischen Bergen“
8. Mai, 19.30 Uhr, Johanneskirche: Orgelkonzert mit Matthias Eisenberg und Saxophonquartett
11. Mai, 17 Uhr, Lausitzhalle: Abschlusskonzert mit Sinfonischem Orchester Hoyerswerda und Waldhorn-Solist Arthur Klein
Veranstalter der Musikfesttage ist die Lausitzhalle Hoyerswerda. Das Programm wird mit Fördergeldern aus dem Kulturraum, aber auch mit Spenden der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda sowie der Ostsächsischen Sparkasse Dresden finanziert.


