Mehrgenerationenhaus Bernsdorf: Bund streicht Geld – Mitarbeiter sind wütend und wehren sich

Das Mehrgenerationenhaus am Bernsdorfer Schmelzteich ist ein soziales Zentrum der Stadt.
Elisabeth Glaschker / RAA SachsenFür das Bundesfamilienministerium ist es nur eine Randnotiz. Doch diese Randnotiz macht auch die Mitarbeiter des Bernsdorfer Mehrgenerationenhauses (MGH) wütend. Trotz zunächst anders lautender Zusage sollen die MGH künftig weniger Geld erhalten.
In rund 530 Mehrgenerationenhäusern in Deutschland ist diese Nachricht schlecht angekommen: Von den jährlich 40.000 Euro will der Bund ab 2024 nur noch 38.000 Euro an jedes deutsche Mehrgenerationenhaus ausreichen. Es ist eine Einsparung von knapp einer Million Euro. Diese 2000 Euro Verlust, es sind fünf Prozent, sollen auch das Bernsdorfer MGH treffen.
MGH-Leiter Silvio Thieme hat für die Sparpläne kein Verständnis: „Der ein oder andere mag sich jetzt fragen, ob ein vermeintlich kleiner Einschnitt von fünf Prozent nicht zu verkraften wäre?“, fragt Thieme eher rhetorisch. „Angesichts unserer Bereitschaft, jede gesellschaftliche und soziale Situation anzunehmen und im Sinne der Besucher und Besucherinnen entsprechend zu bearbeiten, können wir nur Nein als Antwort geben.“
Einige Aktionen drohen wegzufallen
Was für das Familienministerium offenbar nicht viel Geld ist, ist für die Bernsdorfer MGH-Mitarbeiter eine Menge: Thieme rechnet vor: „Für 2000 Euro können wir vier Aktionen an den Adventssonntagen starten, einen Tobetag für alle Ferienkinder organisieren, Fahrworkshops auf dem Pumptrack anbieten, den Spielenachmittag für Senioren und Seniorinnen ausrichten, mit dem Städtewettkampf Kindern, Jugendlichen und Familien einen tollen gemeinsamen Tag bescheren.“
Unterschriftenaktion gegen Kürzung startet
Diese Kürzungsandrohung will das Bernsdorfer MGH nicht einfach so hinnehmen – wie auch viele andere MGHs bundesweit. Es ist eine Online-Petition gestartet worden, um das Ministerium zu zwingen, die Kürzungspläne zurückzunehmen. Interessierte könnten jedoch auch einfach im Bernsdorfer MGH in der Eisenwerkstraße vorbeikommen und sich dort in eine Unterschriftenliste eintragen. „Unterstützen sie uns, damit unser Etat nicht gekürzt wird“, sagt Silvio Thieme. „Denn es ist auch das Geld, dass wir für sie ausgeben.“
Die Online-Petition ist zu finden unter:
https://chng.it/L4sH9LxxVS
