Unzählige Kamelle und Konfetti regneten beim Wittichenauer Rosenmontagsumzug auf die etwa 10000 Besucher herab. Schrill, bunt und mit lautem Helau schoben sich die Wagen der 314. Karnevalssaison durch die Altstadt. Dabei wurde es auch ein bisschen gesellschaftskritisch.

Einer der Wagen aus „Impfhausen“ nahm die derzeit diskutierte Impfpflicht aufs Korn. Die verkleideten Krankenschwestern verteilten alkoholische „Blutampullen“. Ein anderer, der „Raubzug Kamenz-Dresden“, machte sich mit „tuk, tuk, tuk“ auf zum Schmuck.

Martina, Simone, Andrea und Beate aus Wittichenau jubeln dem Spektakel vom Straßenrand aus zu. „Wir leben und sterben für den Fasching“, sagen sie. Geschminkt und kostümiert in den Vereinsfarben vom Blau-Weiß-Wittichenau, gehören die vier Damen zum Trupp vom Fußballverein. Neben ihnen Margit Wagner schwingt eine Rassel durch die Luft. Die Rentnerin aus Luppa bei Radibor ist mit Tochter und Enkelin da.

Wittichenauer Bäckereien sind dem Andrang gewachsen

„Es ist super, all die Kostüme, da steckt so viel Arbeit drin“, sagt sie anerkennend. Nur der Kleinen (5) sei der Trubel etwas zu laut. Nichtsdestotrotz, der Rosenmontagsumzug in Wittichenau sei für sie Tradition. Zurück zu Hause, werde heute noch gefeiert. „Ich habe Pfannkuchen vorbereitet“, erzählt sie.

Die Wittichenauer Bäckereien sind dem Andrang gewachsen. Wie Alexander Bresan, Chef der Bäckerei Bresan, bestätigt, wurden für den Wittichenauer Karneval zusätzlich 20000 Pfannkuchen produziert.

„Schokolade mit Zuckerguss geht am besten“, erzählt er. Doch auch Pfannkuchen mit Zuckerperlen und Smarties seien beliebt. Hauptsache eben bunt, so das Motto, das sich wohl auch die „Bonbons-Girls von Sommerfeld“ auf ihre Regenbogen-Fahnen geschrieben haben.

Bis Dienstagabend kann in Wittichenau gefeiert werden

Ganz in Rot und Schwarz stylten sich hingegen die Neudörfer Miezen alias „Gestiefelter Kater“. Grün war die Farbe im Dschungel-Look der Schwarzkollm-Mädels, und auf schlichtes Weiß setzten die Eisprinzessinnen aus Großsärchen.

Nur fürs anschließende Abendprogramm waren die ausladenden Reifröcke und der extravagante Kopfschmuck etwas unpraktisch. Damit die Party nicht am Türrahmen scheitert, haben Katja Babick und ihre Freundinnen aber noch kleinere Krönchen dabei. „Heute Abend lassen wir es nochmal krachen“, sagen sie. Bis Dienstagabend kann in Wittichenau noch durchgemacht werden, unter anderem im Schützenhaus, in der Ski-Hütte, Prinzenbar, im Druschplatz oder Machu Picchu.