Karneval in Wittichenau
: Kappenabend 2025 – so verrückt regiert das Prinzenpaar

Prinz Lukas und Prinzessin Isabel verlesen auf dem Kappenabend 2025 ihre Regierungserklärung – und stellen dabei so einiges in Wittichenau auf den Kopf.
Von
Julia Jannaschk
Wittichenau
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Das Prinzenpaar samt Gefolge: Die zwei Pagen-Mädchen Anna-Lena und Greta Schmidt, sowie Prinzessin Isabel und Prinz Lukas Krusche sowie Hofmarschall Andreas Korch (v.l.n.r.).

Das Prinzenpaar samt Gefolge: Die zwei Pagen-Mädchen Anna-Lena Zschorlich und Greta Schmidt, sowie Prinzessin Isabel und Prinz Lukas Krusche sowie Hofmarschall Andreas Korch.

Julia Jannaschk
  • Karneval in Wittichenau: Prinz Lukas und Prinzessin Isabel präsentieren 2025 ihre Regierungserklärung.
  • Feier in festlich geschmückter Mehrzweckhalle; Prinzenpaar tritt in glitzernden Kostümen auf.
  • Prinz Lukas und Prinzessin Isabel wollen den Fasching mit neuen Ideen und humorvollen Dekreten beleben.
  • Emotionale Verabschiedung des alten Prinzenpaars Jennifer und Johannes.
  • Dekrete für die Zukunft des Karnevals und zur Erhaltung der Traditionen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gereimt wird weiterhin in der 319. Faschingssaison in Wittichenau – wenn auch nur noch bis Aschermittwoch. Folglich muss das neue Prinzenpaar seine Regierungserklärung beim ersten Kappenabend des Jahres 2025 in der festlich geschmückten Mehrzweckhalle in Wittichenau ebenfalls in Reimen vortragen. Und die beiden Kottener, Prinz Lukas und Prinzessin Isabel, haben sich allerhand ausgedacht für ihr närrisches Volk.

Nachdem das ehemalige Prinzenpaar Jennifer und Johannes (Michauk) ihren lyrischen Abschied genommen hat, gibt es noch ein bewegendes Abschiedslied samt Rap-Einlage zum besten. Der ganze Saal schaukelt mit, doch dann ist schon die Hauptattraktion des Abends an der Reihe: Der Auftritt des neuen Prinzenpaares.

Prinz Lukas, ein Kind des Kottener Klosterwassers

Lukas und Isabel Krusche marschieren in den Saal, gefolgt von ihrem Hofstaat. Isabel Krusche trägt ein traumhaft goldenes Kleid, das von oben bis unten glitzert, als wäre sie die Goldmarie aus dem Märchen Frau Holle. Gekauft hat sie es bei Uwe Hermann in Dresden, bekannt aus der Fernsehserie „Tüll und Tränen“. Und auch Prinz Lukas erstrahlt stattlich in seinem glitzerndem Prinzenkostüm.

Nach der Begrüßung darf das Publikum zur Einstimmung in einem kurzen Film den emotionalen Tag nacherleben, an dem Lukas und Isabel vom Prinzenwerber zum Wittichenauer Prinzenpaar erkoren wurden. Danach geht es an die mit Spannung erwartete Regierungserklärung. In Reimen tragen Prinz Lukas, „dem ersten beherzten KIng vom Kottner Klosterwasser“, und Prinzessin Isabel vor, was sie sich für ihre kommende Regierungszeit von ihrem Volk wünschen.

Die Prinzengarde steht bereit, um den Wittichenauer Faschingsprinzen zu verteidigen.

Die Prinzengarde steht bereit, um den Wittichenauer Faschingsprinzen zu verteidigen.

Julia Jannaschk

Per Dekret: Die Zukunft des Faschings retten

Natürlich spielt dabei eine Rolle, dass der Prinz aus Dörgenhausen stammt. Die Prinzessin lobt: „Wir kommen gern zum Karneval in die Stadt, weil so manch eine Bar Eierlikör von glücklichen Hühnern hat.“ Darauf folgt stolzer Applaus im Saal. Und der Prinz ergänzt: „Ihr Wittichenauer Narren könnt echt viel, doch ohne die Dörfer wärt ihr wie Besen ohne Stiel.“ Darum will man zusammen ein Faschings-Hofamt feiern, mit „Gottes Lob und Wosadnik“ (sorbisches Gesangsbuch, Anm. d. Red.), deutsch-sorbischen Faschings-Hits und zwei Garde-Vertretern als Messdiener.

Sehr wichtig – wenn auch vielleicht nicht ganz uneigennützig – will Prinz Lukas auch die Zukunft des Wittichenauer Faschings retten. In Anbetracht des hohen Durchschnittsalters der Kappenbrüder sagt er: „Daher werden hier und jetzt per artigem Dekret bestimmt, jetzt kommt's: Dass eine jede Single-Kappenbruder-Tochter sich einen Kottner oder Dörgenhausener Burschen nimmt. So kommt in eure Reihen vielleicht bald der nächste Kottenhausener Regent. Oder aber unser Sohn in 40 Jahren ist dann der Präsident.“

Die ersten Büttenredner des 219. Wittichenauer Karnevals zeigen sich sportlich.

Die ersten Büttenredner des 219. Wittichenauer Karnevals zeigen sich sportlich und frech.

Julia Jannaschk

Prinz Lukas denkt an sein Wittichenauer Volk

Natürlich denkt der Prinz jedoch nicht nur daran, seine Erblinie weiterzugeben. Er denkt auch an das Volk und beklagt: „Die Straßen im Prinzenreich sind verkommen.“ Darum soll der alte Kottener Weg als neue Stellstraße zwischen „Kulow“ und „Koćina“ dienen und geteert werden. „Vorbei ist es dann der Status des Dorfes als Sackgasse.“ Dieses Gesetz für eine neue Verbindung zwischen Wittichenau und Kotten sorgt ebenfalls für viel Gelächter und Applaus.

Auch das Rathaus bleibt nicht verschont vom Schalk des Prinzenpaars. Dieses soll laut Dekret einen Freitag lang komplett geschlossen bleiben. „Stattdessen finden sich die Mitarbeiter an diesen Tagen auf dem Kolpingplatz ein, (..) um in der Ergotherapie-Praxis der Prinzessin kreativ zu sein. Für den guten Zweck lasst euer Handgeschick walten, damit Kinderaugen leuchten und sie etwas Grandioses erhalten.“ Als Ausgleich darf das Wittichenauer Rathaus die ersten vier Tage der Woche bis 20 Uhr geöffnet haben. „Damit auch jeder Berufstätige abgeben kann, seine Formulare bei der Stadt.“

Kappenbrüder müssen ihre Frauen bedienen

Der Prinzessin dagegen liegt das Sorbische am Herzen. Sie verkündet poetisch: „Vom Vorstand bis zum Rittermann: Was jetzt folgt, ist ein Muss und kein Kann. Ich als Prinzessin gebe bekannt: In den Bars wird das Angebot in Deutsch und Sorbisch benannt. Dabei soll der Sorbische groß und fett oben stehen, das Deutsche unten drunter ganz kleen.“

Die Kappenbrüder werden dieses Jahr besonders aufs Korn genommen: So legt die Prinzessin auch noch fest, dass die Kappenbrüder, die „doch sonst immer die allergrößte Klappe“ haben, ihre Frauen mit Narrenkappe zu den Dorffesten in Kotten und Dörgenhausen bedienen und für Unterhaltung sorgen müssen.