Junge bei Lohsa vermisst: 13-Jähriger tot bei Gleisen entdeckt – kein Hinweis auf Straftat

Die Leiche des vermissten 13-Jährigen wurde an der Bahnstrecke zwischen Knappenrode und Lohsa entdeckt. Nach dem Jungen aus Tschechien war mit einem Großaufgebot gesucht worden. Er war zwei Tage zuvor von einem Campingplatz am Silbersee bei Lohsa verschwunden.
Danilo Dittrich/dpa- 13-jähriger Karel aus Tschechien seit 10. August 2025 in Lohsa (Sachsen) vermisst.
- Verschwinden vom Campingplatz; umfangreiche Suche mit Booten, Drohnen, Hunden und Hubschraubern.
- Fokus der Suche: Silbersee und Scheibesee sowie deren Umgebung; bisher keine Hinweise gefunden.
- Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe – Junge spricht kaum Deutsch.
- Suche wird mit rund 100 Einsatzkräften intensiv fortgesetzt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der tot aufgefundene 13-Jährige in der Oberlausitz in Sachsen ist nach ersten Erkenntnissen nicht Opfer einer Straftat geworden. Derzeit gebe es keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung, teilte die Polizei am Mittwoch (13. August 2025) mit. Nach aktuellem Ermittlungsstand könnte es sich um ein tragisches Unfallgeschehen handeln. Diesen Schluss ließen die derzeitigen Spuren vermuten.
Der Teenager aus Tschechien war am Sonntagabend (10. August 2025) von einem Campingplatz am Silbersee bei Lohsa (Landkreis Bautzen) verschwunden. Dort hatte er bis zum Zeitpunkt seines Verschwindens mit seiner Familie Urlaub gemacht. Die Polizei hatte mit einem Großaufgebot nach dem 13-Jährigen gesucht.
Zwei Tage nach seinem Verschwinden, am Dienstag (12. August 2025), wurde die Leiche des Jungen nach einem Zeugenhinweis an der Bahnstrecke zwischen Knappenrode und Lohsa entdeckt. Das sind weniger als zehn Kilometer vom Campingplatz entfernt, von wo der Junge verschwunden war.
Leiche des Jungen soll Ende der Woche untersucht werden
Die Leiche soll Ende der Woche untersucht werden. Mit dem Obduktionsergebnis ist nicht vor Montag (18. August 2025) zu rechnen, teilte die Polizei weiter mit. Dieses soll Aufschluss über die Todesursache geben. Die Ermittlungen liefen weiterhin in alle Richtungen. Es gehe auch noch darum, warum der Teenager verschwunden war.
Erste Untersuchungen hatten die Identität des 13-Jährigen bestätigt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Die Umstände des Ablebens des Jungen bestimmten die kriminalpolizeilichen Ermittlungen. Zum damaligen Zeitpunkt konnten weder ein Unfall, eine Straftat noch ein Suizid ausgeschlossen werden. Die Mutter des Jungen wurde von einem Seelsorger betreut.
Polizei hatte Bevölkerung um Mithilfe gebeten
Die umfangreiche Suche mit Booten, Drohnen, Hubschraubern und Hunden war am Montag (11. August 2025) erfolglos geblieben und wurde am Dienstag laut Polizeiangaben mit weiterhin hoher Intensität fortgesetzt.

Suche nach vermisstem Jungen: Die Polizei hatte mit Hubschraubern, Booten und Hunden im Raum Lohsa in Sachsen gesucht. Nun ist es traurige Gewissheit, dass der 13-Jährige tot ist.
xcitepress/Christoph LohseDie Aktionen konzentrierten sich auf den Silbersee und den Scheibesee sowie deren Umgebung. Bei der Suche am Montag waren keine Hinweise auf den Jungen gefunden worden, und auch bis Dienstagmittag (12. August 2025) gab es keine Spur von dem Jungen. Für die Suchmaßnahmen wurde zeitweise die Bundesstraße B96 gesperrt.
Es gab laut Polizeisprecher Stefan Heiduck keine Hinweise darauf, warum der Junge verschwunden war. Es wurde in alle Richtungen ermittelt. So befragte die Polizei auch andere Gäste des Campingplatzes und Anwohner. Zudem bat die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe.

Die Polizei hatte den vermissten Teenager aus Tschechien auch Scheibesee bei Hoyerswerda vermutet. Neben Beamten des zuständigen Polizeirevieres waren dort der Einsatzzug, mehrere Diensthundeführer und die Kriminalpolizei im Einsatz. Unterstützung erhielten die örtlichen Kräfte durch die Bereitschaftspolizei.
Danilo Dittrich/dpaDer 13-Jährige hatte am vergangenen Wochenende mit seiner Familie auf dem Campingplatz am Silbersee Urlaub gemacht. Am Sonntagabend war er gegen 19.30 Uhr verschwunden. Nach Angaben der Polizei sprach der Junge so gut wie kein Deutsch und nur wenig Englisch.
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Etwa 100 Einsatzkräfte waren auf der Suche nach dem Jungen
Am Dienstag (12. August 2025) wurde die Suche mit rund 100 Einsatzkräften fortgesetzt. Mehrere Boote der Wasserschutzpolizei suchten auf den Seen, Polizeihunde durchkämmten die Uferböschungen und die Umgebung. Zudem erkundete ein Hubschrauber die Lage aus der Luft.

Blick auf den Silbersee im Lohsaer Ortsteil Friedersdorf. Die Polizei suchte auch dort mit einem Großaufgebot nach einem 13-Jährigen im Landkreis Bautzen. Der Junge aus Tschechien war von einem Campingplatz bei Lohsa verschwunden.
Danilo Dittrich/dpaZwischenzeitlich wurde die Zusammenarbeit der Ermittler mit den tschechischen Behörden intensiviert, wie Polizeisprecher Heiduck sagte. Nach ersten Erkenntnissen war der Vater des Jungen nicht mit auf den Campingplatz gefahren. Daher waren alle Kontaktadressen in Tschechien sowie der ÖPNV und die Bahnstrecken überprüft worden.
Neben den Polizeikräften unterstützten Experten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die Suche. Die zahlreichen Seen in dem Gebiet waren ehemalige Tagebaulöcher, die mit Wasser gefüllt worden waren. Einige Uferbereiche sind bruchgefährdet, betonte der Polizeisprecher.
