Paul Schkommodau hat damals die Bismarck-Mühle errichtet, um das in der Region bekannte und von vielen Menschen gern in ihrer Küche verwendete Lebensmittel herzustellen. Seit dem Jahr 1945 besitzt das Unternehmen den Namen Lausitzer Ölmühle. Bis 1972 blieb es in Familienbesitz und wurde dann als Volkseigener Betrieb verstaatlicht. Anno 1990 kaufte es Fritz Schkommodau, der Enkel des Firmengründers, von der Treuhand zurück. Er führte den Betrieb bis 2010, als Hubert Solibieda und Regine Jorga die Geschäftsführung übernahmen.

Den 95. Firmengeburtstag wollen sie und ihre 18 Mitarbeiter als Tag der offenen Tür feiern, für den jetzt alles vorbereitet wird. Am 13. April ab 10 Uhr dürfen sich Neugierige auf Betriebsführungen, die Verkostung von Quark mit Leinöl, ein buntes Kinderprogramm und den Verkauf von frischen Kräutern sowie Produkten von einem Lausitzer Bauernhof freuen.

Extra mit blauer Farbe wurden die großen Pressen aus den 1980er- Jahren schmuck gemacht, die sonst vier Tage pro Woche rund um die Uhr in Betrieb sind, sagt Regine Jorga. Rund 2500 Tonnen Leinsaat verarbeiten die Maschinen im Jahr, wobei der Flachssamen als Ausgangsprodukt allerdings nicht mehr aus der Region bezogen werden kann. Nach 1990 kam er aus der Ukraine und wegen des Krieges dort stammt er nun aus Kasachstan. Nach der ersten Pressung entstehen Lausitzer Leinöl und Lausitzer Leinkuchen für den menschlichen Verzehr. Nach der zweiten Pressung werden Schrot zur Futterbeimengung für Haustiere und ein Öl zum Streichen von hölzernen Gegenständen gewonnen, erklärte die Geschäftsführerin.

Seit rund vier Jahren sind im Hofladen auch neue Produkte erhältlich, „denn Leinsaat ist wertvoll, und davon verarbeiten wir alles.“ Neben gefiltertem gibt es ungefiltertes Leinöl, das noch alle Schwebstoffe und Pigmente aus der Saat enthält. Das ist vergleichbar mit einem Apfel, dessen beste Inhaltsstoffe unter der Schale sitzen, erläuterte Regine Jorga. Wer lieber klares Leinöl kauft, muss auf die besonderen Inhaltstoffe der Leinsaat nicht verzichten, denn sie bleiben nach dem Filtern übrig und werden als Lausitzer Creme angeboten. Das ist ein Brotaufstrich, der wie das Leinöl viele ungesättigte Fettsäuren enthält. Am besten schmeckt er, wenn dazu frische Paprika- oder Gurkenstückchen gegessen werden, so Regine Jorga.

Sie freut sich, dass immer mehr Menschen auf ihre Gesundheit achten und keine Farb- sowie Konservierungsstoffe mehr in ihren Lebensmitteln haben wollen.

Die meisten Kunden der Lausitzer Ölmühle leben in der Ober- sowie Niederlausitz sowie in Dresden. Beliefert werden aber auch zwei ehemalige Einheimische, von denen einer in den USA und einer in Australien lebt. Beide müssen auf ihr Leinöl nicht verzichten. Der Mann aus Australien hat während eines Deutschlandbesuches den Betrieb sogar besichtigt, erzählt Regine Jorga. Sie informiert auch noch darüber, dass ihre Firma Teil der kulinarischen Stadtführung durch Hoyerswerda ist.