Industriepark Schwarze Pumpe: 100 Gigabit – gigantischer Datenturbo für Industrie

Sie geben den nächsten Entwicklungsschritt für den Industriepark Schwarze Pumpe frei: (v.l.) Dr. Stephan Lowis (Vorstandsvorsitzender envia Mitteldeutsche Energie AG), Dr. Friederike Haase (Wirtschaftsstaatssekretärin Land Brandenburg), Dirk Panter (Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Dr. Romy Reinisch (Beigeordnete Landkreis Bautzen), Haiko Rennert (Geschäftsführer envia TEL GmbH) und Marco Beer (Bürgermeister Spreetal).
Michael Setzpfandt- Industriepark Schwarze Pumpe erhält 100-Gigabit-Breitbandnetz – 16 km Glasfaserkabel verlegt.
- Bis 2026 soll der Brandenburger Teil des Parks aufgerüstet und Lücken geschlossen werden.
- 2,5 Mio. Euro Förderung für sächsischen Netzbau; Brandenburger Ausbau erfolgt durch Betreiber.
- Netz unterstützt 120 Firmen vor Ort und fördert Forschung, z. B. in Batterietechnologie.
- Envia TEL: führender Telekommunikationsanbieter mit 7000 km Glasfasernetz in Mitteldeutschland.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Schwarze Pumpe ist ein weiterer Schritt zur Entwicklung des Industrieparks erfolgt. Für den sächsischen Teil des Areals wurde ein neues Breitbandnetz in Betrieb genommen. Dafür wurden bisher rund 16 Kilometer Glasfaserkabel verlegt.
Errichtet und betrieben werden die Internetanschlüsse vom Telekommunikationsdienstleister envia Tel. Übertragungsraten von bis zu 100 Gigabit pro Sekunde sind möglich. Bis 2026 soll auch im Brandenburger Teil des Industrieparks das Breitbandnetz erweitert, Lücken geschlossen und für Hochgeschwindigkeitsübertragungen mit gleicher Leistung wie in Sachsen aufgerüstet werden. Bei den bisherigen Netzen liegt sie bei etwa einem Gigabit pro Sekunde.
Es wurden auch die Voraussetzungen geschaffen, dass Unternehmen, die sich in den kommenden Jahren ansiedeln wollen, sofort an das neue Netz angeschlossen werden können. So will beispielsweise Altech Produktionsstätten für Großbatterien und Anodenmaterialien errichten.
Forscher in Schwarze Pumpe brauchen viele Daten
Dass das neue Netz für sehr hohe Übertragungsraten ausgelegt wird, geht auch auf die Labore und Forschungseinrichtungen mehrerer sächsischer Universitäten und Hochschulen im Industriepark zurück. Sie hatten ihre Leistungsanforderungen mehrfach erhöht, bis letztlich eine Übertragungsrate von 100 Gigabit pro Sekunde erreicht wurde.
Die Installation des Breitbandnetzes im Industriepark traf auf besondere Herausforderungen. Viele Flächen unterliegen dem Bergrecht, was zusätzliche Regelungen mit sich bringt.
Zudem verläuft die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen nicht nur mitten durch den Industriepark. Auch einige Gebäude befinden sich zum Teil in Sachsen, zum Teil in Brandenburg. Für den Ausbau waren deshalb pragmatische Lösungen erforderlich.
2,5 Millionen Euro für Breitbandinternet im Industriepark
Das wirkt wie eine Formalie, hat aber handfeste finanzielle Hintergründe. Das Glasfasernetz im sächsischen Teil des Industrieparks ist ein Neubauprojekt und wurde mit fast 2,5 Millionen Euro gefördert. Die Hälfte des Geldes kam vom Bund, 40 Prozent vom Freistaat und zehn Prozent vom Landkreis Bautzen.
Der Brandenburger Teil gilt als Lückenschluss, Ausbau und Aufrüstung. Die Mittel dafür muss envia Tel als Betreiber selbst aufbringen. Nach dem Komplettausbau wird das Glasfasernetz 120 Firmen am Standort zur Verfügung stehen und die Erschließung weiterer Flächen und damit Ansiedlungen ermöglichen.

Die Installation des Breitbandnetzes im Industriepark Schwarze Pumpe ist auf besondere Herausforderungen getroffen.
Romy Naumann-KlugeEnvia Tel habe bereits 350 Gewerbegebiete erschlossen, davon 270 in Sachsen und Brandenburg. Der Industriepark Schwarze Pumpe sei dabei das größte Vorhaben, betont Haiko Rennert, Geschäftsführer der envia TEL GmbH. Das Projekt sichere die Zukunftsfähigkeit der angeschlossenen Unternehmen und ermögliche auch künftig Innovationen.
Strukturwandel erfordert Internetausbau
Die Baustelle in Schwarze Pumpe habe zu seinen liebsten gehört, bekennt Dr. Stephan Lowis, Vorstandsvorsitzender envia Mitteldeutsche Energie AG. „Ich habe von ihr bis zur Fertigstellung nichts gehört. Das heißt, es gab keine Probleme beim Arbeitsschutz, bei den Genehmigungen und dem Bauablauf.“
Die gemeinsamen Bemühungen für die Entwicklung des Industrieparks haben die Transformation von einem Energiestandort zu einem Areal für Papier, Baustoffe, Logistik, Chemie, Stahlbau und Elektronik ermöglicht, erläutert Dr. Romy Reinisch, die Beigeordnete des Landkreises Bautzen.
Zudem etabliert sich der Industriepark zunehmend als Wissenschaftsstandort in den Bereichen Recycling und Kreislaufwirtschaft, Materialwissenschaften, sowie Batterietechnologien.
Glasfaserausbau auch im ländlichen Raum
Der Breitbandausbau in Schwarze Pumpe ergänze den Breitbandausbau im Landkreis Bautzen. Neun Cluster mit 35.000 förderfähigen Adressen seien bereits realisiert. Weitere drei mit 14.000 förderfähigen Adressen befänden sich in der Umsetzung, so Reinisch. Damit würden 65 Prozent der förderfähigen Adressen abgedeckt.
Der Ausbau des Glasfasernetzes in Industriepark Schwarze Pumpe stehe dafür, dass sich Sachsen nicht nur auf die drei großen Städte konzentriere, sondern auch im ländlichen Raum Entwicklungsmöglichkeiten schaffe, erläutert Dirk Panter, Sachsens Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, der auch für die Digitalisierung zuständig ist.
Die gute Zusammenarbeit beider Länder sei bei der Entwicklung des Industrieparks inzwischen gelebte Praxis, betont Brandenburgs Wirtschaftsstaatssekretärin Dr. Friederike Haase. Dies schaffe Voraussetzungen, dass junge Menschen in der Region für sich Zukunftschancen entdeckten, deshalb hier blieben oder zurückkehrten.
Zum Unternehmen envia TEL
- Die envia TEL GmbH ist der führende regionale Dienstleister für Telekommunikation und Netzbetrieb in Mitteldeutschland. Das Unternehmen bietet Produkte und Dienstleistungen im gesamten Spektrum der Telekommunikation, Services für Netzbetreiber und Cyber-Security-Lösungen an. Mit dem Datacenter Campus Leipzig betreibt envia Tel eines der modernsten Rechenzentren Deutschlands.
- Durch den kontinuierlichen Ausbau des leistungsstarken Glasfasernetzes sichert das Tochterunternehmen der enviaM die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und Region im digitalen Zeitalter. Das Breitbandnetz im Industriepark Schwarze ist in die rund 7000 Kilometer Glasfaserkabel in ganz Mitteldeutschland eingebunden.
- Dieses Netz umfasst 40.000 Unternehmen in 350 Gewerbegebieten und 100.000 Haushalte. Es bildet damit die Basis für ultraschnelles Internet und eine erfolgreiche Digitalisierung. Envia Tel beschäftigt mehr als 250 Mitarbeiter in Chemnitz, Cottbus, Halle, Markkleeberg und Taucha.



