Von Katrin Demczenko

Deutschland ist eines von mehr als 40 Ländern, das 15- bis 18-jährige Schüler aus Europa, Süd- und Nordamerika, Australien, Asien und Afrika mit der Schüleraustauschorganisation Youth for Unterstanding (YFU) für ein Jahr besuchen können.

Sieben junge Japaner sind vor wenigen Tagen nach Deutschland gekommen und beginnen ihr Austauschjahr in Hoyerswerda mit einem dreiwöchigen Orientierungskurs. Diesen und die Unterbringung der Schüler in Gastfamilien in der Stadt, Schwepnitz und Dubring organisiert Ina Züchner.

Sie ist ehrenamtliche YFU-Ansprechpartnerin in der mittleren Lausitz und hatte alle Beteiligten zum Kennenlernen in die KulturFabrik Hoyerswerda eingeladen. Derzeit lernen die Jugendlichen in Räumen der hiesigen Volkshochschule bei zwei Japanologie-Studenten Deutsch.

Austauschschüler aus Japan sprechen schon etwas Deutsch

Einmal um die halbe Welt sind Riki und ihre Altersgenossen geflogen, um hier intensiv in eine andere Sprache und Kultur einzutauchen. Darauf haben sich die meisten der jungen Gäste gut vorbereitet und sprechen nicht nur Englisch, sondern schon ein wenig Deutsch.

Der 17-jährige Teru aus Osaka hat die Sprache in seiner Freizeit am Goethe-Institut gelernt und mit seiner Schwepnitzer Gastfamilie schon einen Ausflug nach Dresden gemacht. Dessen Architektur war für ihn neu, sagte der Schüler.

Die riesige Frauenkirche ist sein erster bleibender Eindruck von Deutschland. Nach dem Orientierungskurs verbringt Teru sein Austauschjahr in Chemnitz.

Die 16-jährige Mao hatte in ihrer Schule in Osaka Deutsch sogar als Schulfach. Dieser Unterricht war für die Elftklässlerin der Grund, mit YFU nach Deutschland zu gehen. Sie wohnt mit ihrer Familie am Stadtrand der Metropole und fährt täglich eine Stunde mit dem Zug zur Schule.

Austauschschüler: „In Deutschland ist der Himmel so weit“

Von 8.30 bis 15 Uhr ist Unterricht und danach spielt Mao Basketball in einer Schularbeitsgemeinschaft. Ihre Heimatregion ist dicht bebaut und es gibt wenig naturbelassene Räume oder Parks.

In Hoyerswerda erlebt sie das anders und sagte: „In Deutschland ist der Himmel so weit.“ Ihr Austauschjahr wird sie in Rödermark bei Frankfurt/Main verbringen.

Haruka aus Tokio bleibt bis nächsten Sommer in Hoyerswerda und wird am Foucault-Gymnasium die 10. Klasse besuchen. Sie wohnt bei Familie Altmann in Dubring, die erstmals eine Austauschschülerin aufgenommen hat.

Haruka erlebt jetzt die Umstellung von der quirligen japanischen Hauptstadt auf den kleinen Stadtteil von Wittichenau. Zu Hause sind immer so viele Menschen auf der Straße, dass Radfahren fast unmöglich ist, erzählte die 16-Jährige. Hier wird sie wie ihre beiden Gastgeschwister viele Wege mit dem Fahrrad zurücklegen.