Im Herbst suchen Igel, Kröten und Insekten nach tauglichen Winterquartieren – und umsichtige Gärtner können ihnen dabei helfen. Die richtigen Tipps dafür hat die Arbeitsgemeinschaften der Zooschule des Zoos Hoyerswerda dafür parat. Zoogärtnerin Ines Dutschke sagt: „In jedem Garten gibt es viele kleine Möglichkeiten, damit Tiere hier einen Unterschlupf für den Winter finden.“

Hotels für Wildbienen, Ohrenkneifer & Co.

Jede Menge Insektenhotels für Wildbienen haben Lilly, Dete und Kevin von den Zookids und Zooteens schon gebaut. Wie das richtig geht, erklären sie gern: Viele hohle Schilfhalme werden exakt auf die Höhe einer sauberen Blechdose zugeschnitten und dicht in diese hinein gesteckt, demonstriert Kevin von den Zookids. Die Halme halten sich gegenseitig in der Dose fest und müssen nicht angeklebt werden. Mit einer Schnur wird das Insektenhotel waagerecht in die Sonne gehängt und bietet damit Wildbienen auch im Winter Unterschlupf.
Weil Ohrenkneifer Milben und Blattläuse fressen, sind sie im Garten Nützlinge. Sie leben ganzjährig in einem kopfüber aufgehängten Tontopf, der locker mit Stroh oder Heu gefüllt ist, erzählt Lilly von den Zooteens. Eingeklemmte Stöckchen verhindern das Herausfallen des Materials, ergänzt Zooschulleiterin Silke Kühn. Der Tontopf für die Ohrenkneifer sollte aber möglichst weit entfernt von dem Insektenhotel für die Wildbienen aufgestellt oder aufgehangen werden. „Denn Ohrenkneifer fressen auch Bienenlarven“, nennt Silke Kühn den Grund dafür.

Ein warmes Plätzchen im Laubhaufen für Igel und Kröte

Wenn im Garten in einer geschützten Ecke ein großer Laub- und Asthaufen liegen bleiben darf, hilft das Würmern, Käfern und dem Igel durch den Winter, sagt die Zoogärtnerin Ines Dutschke. Der Igel kann sich darin eine trockene Schlafhöhle schaffen, und für die kleinen Tiere übernimmt das Laub die Rolle des schützenden Schnees, der in der Lausitz ja eher selten fällt. Wer Insekten in der kalten Jahreszeit blühende Pflanzen als Nahrung anbieten will, kann jetzt noch Winterheide pflanzen, ergänzt Ines Dutschke.
Dazu hat die Zoogärtnerin auch noch einen besonderen Tipp parat: Sommerheide verträgt Kälte und darf im Winter an ihrem Standort bleiben. Knospenheide erfreut Menschen zwar lange mit ihrem hübschen Aussehen, da sie aber nie aufblüht, nutzt sie Insekten leider gar nichts. „Heidepflanzen sollten wie Rhododendren oder Nadelbäume an frostfreien Tagen ab und zu gegossen werden“, rät die Gärtnerin. „Zeigt ein Nadelbaum braune Nadeln, ist es zu spät und er ist vertrocknet.“

Naturnaher Garten statt jeden Grashalm aufräumen

Zoobesucherin Stefanie Schieber hat einen naturnahen Garten und sie könnte sich Heidepflanzen für ihren Balkon vorstellen. Sie will gern kleinen Tieren helfen, durch den Winter zu kommen. Dafür muss im Garten nicht unbedingt jeder Grashalm und jedes Blatt aufgeräumt werden. Die Tipps von der Zoogärtnerin will sie gern umsetzen.