Feuerwehreinsatz
: Schwere Gasexplosion in Bernsdorf

Eine Gasexplosion hat am Dienstagmorgen das Dach eines Wohnblocks in Bernsdorf weggesprengt. Ein Mieter ist schwer verletzt.
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Von Sascha Klein
Bernsdorf
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Die Feuerwehr bei Löscharbeiten nach einer Gasexplosion in Bernsdorf.

Foto: Sascha Klein

Bernsdorf, Otto–Buchwitz–Straße 24a: Am Dienstagmorgen kurz vor 8 Uhr ist das Haus eines wie jedes andere in der Wohnsiedlung in Bernsdorf. Von einem Augenblick zum anderen ist nichts mehr wie es war. „Es hat plötzlich einen Riesenknall gegeben“, sagt Edith Mögel. Sie wohnt mit ihrem Mann in der Erdgeschosswohnung. „Wir sind sofort raus, da hat das Dach schon komplett gebrannt“, sagt sie. Nur mit einer dünnen Jacke bekleidet sind sie und ihr Mann ins Freie — wie auch die anderen sechs Bewohner des Mietshauses.

Die Feuerwehr ist wenige Minuten später da, löscht — und rettet, was zu retten ist. Rund um die Otto–Buchwitz–Straße 24a sieht es aus wie auf einem Trümmerfeld. Überall liegen zerborstene rote Dachziegel. Auf der anderen Straßenseite liegt ein Teil eines Fensters. Es ist offenbar durch die Wucht der Detonation herausgesprengt worden. Überall liegen Glassplitter, ein Auto auf dem Hof ist durch Trümmer teils verschüttet worden.

Mann schwer verletzt im Krankenhaus

Die Feuerwehr ist laut Polizei mit 41 Einsatzkräften vor Ort, neben den freiwilligen Kameraden aus Bernsdorf und den Ortsteilen auch die Berufsfeuerwehr aus Hoyerswerda und die Freiwillige Feuerwehr Lauta. „Nach ersten Aussagen hat es kurz vor acht Uhr eine Explosion gegeben“, sagt Polizei–Pressesprecher Kai Siebenäuger. Polizei und Feuerwehr seien parallel informiert worden. Der Dachstuhl hat in vollem Ausmaß gebrannt. Laut Polizeiangaben ist ein Mann, der sich zur Zeit der Explosion in der Dachgeschoss–Wohnung aufgehalten hat, schwer verletzt worden. Ob es sich dabei um den Mieter handelt, sei noch nicht geklärt. Der Mann habe laut Siebenäuger jedoch noch selbst die Wohnung verlassen können. In welchem Zimmer er sich aufgehalten hat, ist noch unklar. Zudem sei eine 77–Jährige in ein Krankenhaus gebracht worden. Eine weitere Frau habe sich leicht verletzt. Sie sei jedoch vor Ort versorgt worden und hätte nicht ins Krankenhaus gebracht werden müssen.

Die Brandursachenermittler werden laut Polizei–Pressesprecher Siebenäuger gegen Mittag am Tatort erwartet. Sie sind zu dieser Zeit noch in Bautzen beschäftigt. Dort hatte es auf dem Betriebsgelände von Hentschke–Bau gebrannt. Zurzeit ist noch nicht klar, was die Gasexplosion in Bernsdorf ausgelöst hat. Ein technischer Defekt könne nicht ausgeschlossen werden, sagt Kai Siebenäuger. Jedoch sei es rund zweieinhalb Stunden nach dem Ereignis noch zu früh, um definitive Aussagen zum Entstehen der Explosion zu treffen.

Wohnungsbaugenossenschaft hilft Mietern

Wenige Meter vom Haus entfernt steht Evelyn Hahn und telefoniert. Sie ist die Geschäftsführerin der Bernsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (BWG). Der BWG gehört das teils zerstörte Haus. Sie ist dabei, den Mietern zu helfen, die nicht sofort eine neue Bleibe oder einen Unterschlupf bei Familie und Freunden bekommen haben — wie Familie Mögel. Sie kommen zunächst in einer der Gästewohnungen der BWG im Bernsdorfer Fritz–Kube–Ring unter. Innerhalb weniger Minuten bringt ein Mitarbeiter die Schlüssel, sodass die Mögels nach rund zweieinhalb Stunden auf der Straße endlich wieder ins Warme kommen. „Der Zusammenhalt hier in Bernsdorf ist wirklich toll“, sagt Evelyn Hahn. „Es machen sofort alle mit.“

Das betrifft auch den Bauhof. Der hat innerhalb kurzer Zeit Zäune organisiert. Damit wird das Brand–Haus zunächst abgesperrt. Feuerwehrleute sichern mit Balken den Eingang, damit niemand durch herabfallende Trümmer verletzt werden kann.

Haus ist nicht einsturzgefährdet

Laut Polizeiangaben ist ein Statiker bereits im Haus gewesen. Demnach dürfen die Ermittler sich im Gebäude umschauen. Das bedeutet: Es ist ist nicht einsturzgefährdet. Trotzdem weiß auch BWG–Chefin Evelyn Hahn, dass in den nächsten Wochen und Monaten hohe Kosten auf die Wohnungsgesellschaft zukommen werden. Das Dach des Wohnhauses ist zerstört, die Gauben auf der Vorderseite sind durch die Wucht der Explosion herausgerissen. Der Dachstuhl ist zerstört und ein Großteil der Wohnungen durch das Löschwasser durchnässt. Auf der Rückseite liegt der Innenhof voll mit Trümmern. Die Solarplatten auf dem Dach dürften auch in Mitleidenschaft gezogen sein. Vermutlich wird die Schadenssumme erst in einigen Tagen oder sogar Wochen zu beziffern sein.