Fest in Bernsdorf
: Feier-Marathon zum 800. in Ortsteilen – was geplant ist

Viele Orte der Oberlausitz blicken jetzt auf 800 Jahre Geschichte zurück. Auch Wiednitz, Straßgräbchen und Großgrabe (Bernsdorf) feiern groß – mit einigen Überraschungen.
Von
Catrin Würz
Bernsdorf
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Fotomontage 800 Jahre-Feiern in Wiednitz, Straßgräbchen und Großgrabe

Ein großer Feier-Marathon kündigt sich für die Ortschaften Wiednitz, Straßgräbchen und Großgrabe in der Stadt Bernsdorf an: Alle drei feiern ihr 800-jähriges Bestehen mit vielen Höhepunkten.

Catrin Würz, Montage: Sebastian Lehmann
  • Wiednitz, Straßgräbchen und Großgrabe feiern 800 Jahre Geschichte.
  • Wiednitz startet vom 30. Mai bis 1. Juni mit Fackelzug, Party und Festumzug.
  • Straßgräbchen kombiniert am 12.-15. Juni Jubiläum und 100 Jahre Feuerwehr.
  • Großgrabe feiert vom 20.-22. Juni mit Wettkämpfen und Kirchenprogrammen.
  • Eintritt zu allen Festen ist frei, Sicherheit wird von Bernsdorf unterstützt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Zahl 800 spielt in diesem Jahr in der Oberlausitz eine große Rolle. Weit über ein Dutzend Ortschaften blicken in diesem Jahr nämlich auf ihr geschichtlich belegtes, stattliches Alter von 800 Jahren zurück.

Die betreffenden Orte werden alle in einer Urkunde vom 19. Mai 1225 erwähnt, die von der Wiederweihe der Kirche Philippus und Jacobus in Kamenz berichtet. Das Original-Dokument wird im Kloster Sankt Marienstern in Panschwitz-Kuckau aufbewahrt. Es beweist, dass neben der darin ebenfalls zum ersten Mal erwähnten Stadt Kamenz auch die Orte Wiednitz, Straßgräbchen und Großgrabe – heute alles Ortsteile der Stadt Bernsdorf – damals schon existierten.

Ortschaften von Bernsdorf kommen sich nicht ins Gehege

Ein 800-Jahre-Jubiläum ist ein guter Grund zum Feiern, war man sich in allen drei Dörfern schnell einig. Und um sich dabei nicht ins Gehege zu kommen, wurde das Ganze von langer Hand vorbereitet und gut abgesprochen. Die Stadt Bernsdorf stellte jeweils mittlere fünfstellige Summen für die Organisation der Feste zur Verfügung. Und nun läuft schon der Countdown für den Start des großen 800-Jahre-Festmarathons rund um Bernsdorf im Mai und Juni.

Die Besucher der Jubiläumsfeste dürfen sich auf große Abwechslung freuen, denn jeder Jubiläums-Ort setzt ganz eigene Schwerpunkte.

Wiednitz feiert mit Party-Nacht und Fackelzug

Den Anfang macht Wiednitz, wo das große Festwochenende im Schlosspark vom 30. Mai bis 1. Juni stattfindet. Doch schon eine Woche zuvor feiert sich der Ort warm – mit einem offiziellen Festempfang am 24. Mai und der Eröffnung einer Geschichtsausstellung über Wiednitz und die Bergbausiedlung Heide im kleinen Saal des „Jägerhofes“. Zur Chronik-Ausstellung werden im Laufe der Woche mehrere Vorträge stattfinden, am Sonntag (25. Mai) gibt es zusätzlich einen Frühschoppen mit Live-Band in der Gaststätte.

„Die Höhepunkte unseres Jubiläums sind jedoch am eigentlichen Festwochenende vom 30. Mai bis zum 1. Juni gesetzt“, sagt Ortsvorsteher Markus Neumann. Drei Tage lang soll es im Festzelt und auf dem Gelände auf der Schlossteichinsel hoch hergehen. Ein Rummel kommt mit Kinderkarussells und Fahrgeschäften.

Das Wochenende wird am Freitag (30. Mai) mit einem Fackelzug und dem Spielmannszug Wiednitz/Schwarzkollm eröffnet. Danach startet die Wiednitzer Party-Nacht für die Jugend. Bis in den frühen Morgen werden drei DJs Musik auflegen, darunter auch das populäre DJ-Duo „Anstandslos & Durchgeknallt“.

Festumzug am Samstag und Kindertag am Sonntag

Am Samstag (31. Mai) wird um 14 Uhr ein großer Festumzug der Vereine, Firmen und Einrichtungen für Staunen sorgen. „Inzwischen sind gut 35 Bilder angemeldet“, kann Markus Neumann schon verkünden.

Der Festumzug, der vom Bahnhof bis zum „Jägerhof“ führt, wird in einer großen Überraschung münden. Denn auf dem Platz vor dem Jägerhof wird als Krönung des Tages eine drei Meter hohe Statue enthüllt. Sie wird das Wappentier von Wiednitz, einen Löwen, zeigen. Für die Statue hatte der Jugendverein Wiednitz Spendengelder eingesammelt und einen Holzkünstler beauftragt.

Der Samstagabend birgt nach einem Showprogramm der Wiednitzer Kunstradfahrer noch ein besonderes Highlight: Im Festzelt wird die Kultmusik von ABBA zu erleben sein, mit der ABBA Revival Show.

Der Sonntag, der auf den Internationalen Kindertag am 1. Juni fällt, steht ganz im Zeichen der Familie. Die Bernsdorfer Wohnungsbaugesellschaft und das Mehrgenerationenhaus Bernsdorf gestalten zusammen mit den Wiednitzern ein großes Kindertagsfest, das am Nachmittag in ein buntes Unterhaltungsprogramm mit Chormusik und einem Auftritt der Sängerin Nicci Schubert mündet.

Damit beim Fest für Sicherheit gesorgt ist, unterstützt die Stadt Bernsdorf bei der Umsetzung eines Sicherheitskonzeptes und bei notwendigen Genehmigungen für alle drei 800-Jahrfeiern. „Das hilft uns sehr“, sagt Ortsvorsteher Markus Neumann.

Straßgräbchen feiert auch noch 100 Jahre Feuerwehr

In Straßgräbchen wird zwei Wochen später vom 12. bis 15. Juni nicht nur das 800-Jahre-Jubiläum, sondern auch noch „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Straßgräbchen“ begangen. Nach Festakt am Donnerstag (12. Juni) und einem sportlichen Freitag mit TDDK-Kompressorlauf, Volleyball-Turnier und Staffelwettbewerben, steht der Sonnabendvormittag deshalb ganz im Zeichen des Feuerwehrsports mit Vorführungen der Jugendfeuerwehr.

Gemütlich wird es am Nachmittag und am Abend im Festzelt, wenn ein Andrea-Berg-Double und eine Partyband für Stimmung sorgen. Als Clou ist um 22.30 Uhr eine große Lasershow mit individuellen Motiven und ein Höhenfeuerwerk geplant.

Mit einem Festumzug in 50 Bildern wird das Straßgräbchener Jubiläumsfest am Sonntag (15. Juni) ab 14 Uhr ausklingen. „Wir freuen uns riesig, dass dies dank der Unterstützung durch die Stadt Bernsdorf für alle Besucher bei freiem Eintritt möglich ist“, sagt Tom Kirfe, stellvertretender Ortsvorsteher und Mitglied im Heimatverein Straßgräbchen.

Kleinster Ort Großgrabe feiert ebenfalls drei Tage

Großgrabe steht als kleinste Ortschaft im Festjahr-Trio den anderen beiden 800-Jährigen dennoch in nichts nach. Das 250-Einwohner-Dorf feiert vom 20. bis 22. Juni sein 800-Jahre-Jubiläumsfest. „Erst dachten wir an nur einen einzelnen Festtag, doch dann kamen so viele Programmpunkte zusammen, dass es jetzt ein prall gefülltes Wochenende ist“, freut sich Jacqueline Koitsch.

Kathrin Schäfer (l.) und Jacqueline Koitsch vom Ortschaftsrat Großgrabe bereiten die 800-Jahr-Feier mit vor. Hier zeigen sie das druckfrische Festprogramm und eine neue Jubiläums-Postkarte von Großgrabe.

Kathrin Schäfer (l.) und Jacqueline Koitsch vom Ortschaftsrat Großgrabe bereiten die 800-Jahr-Feier mit vor. Hier zeigen sie das druckfrische Festprogramm und eine neue Jubiläums-Postkarte von Großgrabe.

Catrin Würz

Die langjährige Ortsvorsteherin hat zwar vor Kurzem ihr Amt abgegeben, legt sich für das Jubiläum trotzdem weiter voll ins Zeug. Großgrabe habe ja mit der eigenen Kirche im Ort eine Besonderheit, sagt Jacqueline Koitsch. Die Kirche ist als Veranstaltungsort deshalb vielfältig ins Fest einbezogen: zum Beispiel bei der Vorführung des Naturfilms „Wilde Heimat Lausitz“ am Freitagabend (20. Juni), aber auch am Samstag (21. Juni) um 18.30 Uhr, wenn der außergewöhnliche Improvisationskünstler Joachim Thoms auf der Orgel Crossover-Musik von Klassik bis Pop zum Besten gibt.

Großgrabe fordert alle seine Nachbarn zum Wettstreit heraus

Einer der Höhepunkte des Großgraber Festes soll ein sportlicher NachbarOrtsCup (NOC) mit unterhaltsamen Disziplinen sein. Dazu werden alle Nachbarorte zum Kräftemessen eingeladen. Der Festsonntag startet dann mit einem Familiengottesdienst und einem Frühschoppen mit Big-Band-Klängen und klingt mit bunter Unterhaltung im Festzelt von Zauberei bis „Hits & Witz“ mit Heiko Harig aus.

Drei 800-Jahr-Feiern rund um Bernsdorf machen den Mai und Juni zu einer turbulenten Festsaison. Jeder ist dazu eingeladen, bei freiem Eintritt.