Energiefabrik Knappenrode: So spannend wird 2026 im Technikmuseum, sogar nachts

„Nachts im Museum“ ist in der Energiefabrik Knappenrode auch dieses eindrucksvolle Modell eines Tagebaubaggers zu finden. Wird es ebenso zum Leben erwachen wie die Ausstellungsobjekte im Kult-Kinofilm mit Ben Stiller?
Ronald Ufer, 20th Century Fox/dpa, Montage: Sebastian Lehmann- Die Energiefabrik Knappenrode bietet 2026 neue Events, darunter „Nachts im Museum“ am 10. Oktober.
- Geplant sind Taschenlampenführungen, Lichtinstallationen und besondere Einblicke ins Museum.
- Am 13. Juni 2026 findet erstmals ein „Technik.Tag“ mit Technik-Präsentationen und Mitmach-Angeboten statt.
- Zwei Sonderausstellungen beleuchten regionale Industriegeschichte, u. a. zu Ignaz Petschek ab November 2026.
- Die Veranstaltungsreihe „Ofen.Geschichten“ wird 2025 fortgesetzt, erste Schritte zur neuen Ofenausstellung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vor 20 Jahren wurde eine Idee im Kino zum Riesenerfolg: „Nachts im Museum“ mit Ben Stiller in der Rolle als Museumsnachtwächter, der sich während der nächtlichen Schließzeit mit den zum Leben erweckten Ausstellungsstücken herumschlagen muss. Das Ganze war so erfolgreich, dass noch drei Fortsetzungen gedreht wurden. Wer aber nun selbst einmal nachts in ein Museum will, der hat bald in der Energiefabrik Knappenrode die Gelegenheit dazu.
Denn unter dem gleichlautenden Titel „Nachts im Museum“ soll im Herbst 2026 (am 10. Oktober) zum ersten Mal ein neues Veranstaltungsformat in Knappenrode Premiere haben. „Wenn es dunkel wird, dann erwacht auch die alte Brikettfabrik erst richtig zum Leben“, macht Eventmanager und Museumssprecher Uwe Schulz schon mal neugierig. Natürlich werde die Fabrik zu dem Ereignis beeindruckend illuminiert. „Geplant sind Taschenlampenführungen durch Bereiche unseres Hauses, die sonst nicht zu sehen sind, wie etwa der Keller.“ Ein Lampionumzug und Lichtinstallationen werden für eine besondere Atmosphäre im und am Museum sorgen.
Energiefabrik Knappenrode plant zwei neue Events
Wie gut das ankommt, wenn das historische Backstein-Ensemble in bunte Farben getaucht wird, hat man ja erst kürzlich beim „Herrnhuter Fabrik.Leuchten“ sehen können. Anfang Dezember 2025 strömten zu diesem Ereignis an nur vier Abenden insgesamt 15.500 Besucher auf das Fabrikgelände und staunten über den Lichterzauber in und rund um das Industriedenkmal.
Weitere Ideen für das neue herbstliche Event in der Energiefabrik sind noch im Entstehen. „Wir probieren da gerade ein paar neue Dinge aus“, so Uwe Schulz.
Der nächtliche Museumsbesuch ist eines von zwei Events, die das Industriemuseum 2026 neu etablieren will. So ist für den 13. Juni erstmalig auch noch ein „Technik.Tag“ geplant, der Einblick in viele Technik-Bereiche geben will. Fahrzeuge vom Oldtimer bis zur modernen Feuerwehr werden präsentiert. Außerdem werden technische Berufe zum Anfassen zu erleben sein. Rund um Technik wird es zahlreiche Angebote für die ganze Familie geben.
Mit den neuen Veranstaltungen möchte die Energiefabrik zugleich neue Besucher für das Museum interessieren. Im Gegenzug werden die bisher bekannten Events „Fabrik.Fest.Spiele“ und das „Herbst.Feuer.Fest“ eingestellt.
23.000 Besucher kamen ins Museum nach Knappenrode
Insgesamt 23.000 Besucher hat das Industriemuseum im Jahr 2025 begrüßen können. Das ist eine kleine Steigerung zum Vorjahr von 4000 Gästen. Und die 15.500 Gäste vom Herrnhuter-Spektakel kommen ja noch obendrauf. Vor allem Touristen im Lausitzer Seenland entdecken immer öfter die Energiefabrik als lohnendes Ausflugsziel im Urlaub. „Das ist schön. Dennoch wollen wir noch stärker auch für Einheimische ein Lieblingsort und Veranstaltungstreffpunkt werden“, sagt Museumsleiterin Maria Schöne.

Museumsleiterin Maria Schöne und Eventmanager Uwe Schulz freuen sich auf das neue Museumsjahr in der Energiefabrik Knappenrode. Viele Höhepunkte sind vorbereitet.
Catrin WürzDafür werde die schon 2025 begonnene Reihe „Ofen.Geschichten“ mit kleinen Lesungen und Gesprächen am Kamin fortgesetzt. Schon am 20. Januar ab 17 Uhr findet die erste Auflage davon im neuen Jahr statt. Das Thema „Wärmewende“ ist besonders interessant für Bürger aus Hoyerswerda: Die Gesprächsrunde stellt die Konzepte der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda (VBH) für den Wandel von der durch Kohleverstromung erzeugten Fernwärme zu alternativen Technologien und Strategien vor.
Ofenausstellung in der Energiefabrik Knappenrode in Planung
Weitere „Ofen.Geschichten“ sind zum Beispiel mit dem Lohsaer Ofensetzer Frank Altmann (21. Februar) sowie mit der Gesellschaft für Heimatkunde Hoyerswerda geplant, die über Feuersbrünste in der Region berichten wird (21. März). Mit dieser charmanten Gesprächsreihe unternimmt die Energiefabrik erste Schritte auf dem Weg zu einer neuen Ofenausstellung. Ab 2028 will das Museum nämlich wieder eine kleine Auswahl aus seiner umfangreichen Sammlung von historischen Feuerstätten und Öfen öffentlich zeigen.

Die Energiefabrik Knappenrode ist einer von vier Standorten des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum.
Robert Michael/dpaMit zwei neuen Sonderausstellungen will die Energiefabrik 2026 zudem besondere Aspekte der regionalen Industriegeschichte beleuchten. Bereits am 29. März wird die Ausstellung „Industriegeschichten. Reportagen aus Museen, die keine waren“ eröffnet. In Fotos von David Brandt und Texten von Cornelia Munzinger-Brandt berichtet diese Schau von Menschen, die die Transformation der sächsischen Industrie nach der Deutschen Einheit am eigenen Leib erfahren und sie mitgestaltet haben. Das ist ja auch das Schicksal vieler Lausitzer Bergleute, die zu dieser Ausstellung herzlich eingeladen sind.
Sonderausstellung zu jüdischem Kohlebaron Ignaz Petschek
Im Knappenroder Museum wird zudem gerade an einer weiteren Sonderausstellung gearbeitet, die ab November 2026 gezeigt werden soll. Sie widmet sich dem jüdischen Unternehmer Ignaz Petschek (1857-1934), der aus Nordböhmen stammend als Kohlebaron ein Imperium schuf, das auch in der Lausitz tätig war. Um die Ausstellung zu erarbeiten, wird das Industriemuseum in Knappenrode auch mit Partnern aus Tschechien, mit internationalen Forschungseinrichtungen und dem Stadtmuseum in Usti nad Labem zusammenarbeiten.

