Energiefabrik Knappenrode: Ausstellung für Museumstag flott gemacht – das ist geplant

Ausstellung: Das Modell des Tagebaubaggers wird in der Energiefabrik Knappenrode lebendig. Was bis zum Museumstag noch alles zu tun ist.
Ronald UferDie Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ohne die Abraumförderbrücken wäre der Braunkohlebergbau in der Lausitz wohl deutlich kleiner ausgefallen. Ganz klar, dass sich die Energiefabrik Knappenrode in ihrer Dauerausstellung auch den größten Bergbaumaschinen in der Region widmet. Doch die bisherige Präsentation hat zwei Haken. Es könnte mehr Informationen geben und erlebbar ist die Technik nicht. Ein Problem für die wachsende Zahl derer, die noch nie in einem Tagebau vor so einem Großgerät standen.
Die silberblitzenden Modelle der Abraumförderbrücke F60 und des mächtigen Schaufelradbaggers in den Vitrinen lassen zwar ahnen, wie riesig und komplex diese Maschinen sind. Schon der Aufwand von Studenten der TU Dresden, sie zu bauen, flößt Respekt an. Aber wie genau die Technik funktioniert, erschließt sich dem normalen Besucher ohne Bergbauhintergrund nicht.
Ausstellung am Museumstag in der Energiefabrik Knappenrode
Das ändert der Förderverein des Museums gerade mit Unterstützung der Stiftung Lausitzer Braunkohle und der Leag. Zwei kleine Drohnenfilme über die Arbeit einer Förderbrücke F60 und dazugehöriger Großgeräte im Tagebau Welzow-Süd bilden die Grundlage des Projektes. Diese werden mit eingeblendeten Zusatzinformationen versehen. Bis zum Museumstag wird noch eine Tonspur mit den Arbeitsgeräuschen hinzukommen.
Mehr Informationen über Förderbrücken über Film und Texte
Besucher können dann via Monitor auf einem etwa vierminütige Doppelvideo verfolgen, wie beide Geräte im Zusammenwirken die Erdschichten über dem Braunkohleflöz abtragen. Und den Abraum auf der gegenüberliegenden Tagebauseite wieder abladen. Der Film läuft in Dauerschleife. Wer es noch genauer wissen will, findet an einer Informationsstele weitere Details. Zudem stehen beide Technikmodelle gleich neben dem Bildschirm.
„Viele Besucher hatten Fragen zu den Großgeräten. Ihnen war die Darstellung nicht anschaulich genug, darauf haben wir reagiert“, sagt Otto-Heinz Lehmann, Vorsitzender des Fördervereins des Lausitzer Bergbaumuseums. Es gibt aber noch einen weiteren Grund. In der DDR wurden fünf Abraumförderbrücken F60 gebaut, die speziell an die geologischen Verhältnisse in den Lausitzer Tagebauen angepasst wurden. Das jüngste Exemplar bildet den Kern des Besucherbergwerks F60 in Lichterfeld.

Das Video über den Betrieb der Abraumförderbrücke F60 und weiterer Tagebaugroßgeräte wird noch durch eine Tonspur ergänzt.
Ronald UferDas Großgerät in Jänschwalde wurde mit der Stilllegung des Tagebaus außer Betrieb genommen. Es ist zum Verkauf ausgeschrieben. Angesichts des Riesenaufwandes, der für ständige Besichtigungen und die Wartung erforderlich ist, fürchtet Lehmann, dass die Förderbrücke gesprengt und die Teile verschrottet werden.
Ein ähnliches Schicksal droht nach seiner Einschätzung dem Blauen Wunder, einem in Hörlitz stehenden alten Schaufelradbagger. Das ausrangierte Gerät wird seit Jahrzehnten nicht mehr gewartet. Die Sicherheit ist nicht mehr gewährleistet.
Die Geschichte der 22 Förderbrücken in Tagebauen der Lausitz
Drei F60 sind noch aktiv, in den Tagebauen Welzow-Süd, Nochten und Reichwalde. 22 Förderbrücken wurden seit 1924 für den Braunkohleabbau in der Lausitz gebaut. Jede ist mit ihrer speziellen Silhouette auf Zäunen im Außenbereich der Energiefabrik verewigt. Welche aber auf welchem Zaunfeld verewigt wurde, wissen seit längerer Zeit nur die absoluten Spezialisten.
Die dazugehörigen Informationstafeln waren durch das Wetter ausgebleicht. In den vergangenen Wochen wurden deshalb neue mit mehr Daten angefertigt und angebracht. „Sie können auch gereinigt werden und werden daher länger halten“, hofft Arne-Gret Hesse, die Geschäftsführerin des Fördervereins.

Arne-Gret Hesse und Otto-Heinz Lehmann stehen in der Energiefabrik Knappenrode vor der wieder mit einer Informationstafel versehenen Silhouette einer Abraumförderbrücke.
Ronald UferBeide Projekte seien gemessen am Umfang des gesamten Museums klein, aber wichtig, meinen, Hesse und Lehmann. Große Sprünge könne man beim Ausbau der Sammlung und anderen Vorhaben derzeit nicht machen.
Ein Großteil der Mittel werde für den Erhalt des Museums und seiner Exponate benötigt. „Es werden uns aber immer wieder Exponate angeboten. Doch diese müssen eine Geschichte haben. Und Menschen, die sie auch erzählen können. Diese Erinnerungen müssen dann noch mit Daten ergänzt werden, was aufwendig ist“, sagt Lehmann.
Museumstag am 18. Mai in der Energiefabrik
- Die Energiefabrik Knappenrode beteiligt sich am Sonntag, dem 18. Mai, von 10 bis 18 Uhr am Internationalen Museumstag. Der Eintritt ist an diesem Tag frei. Das Bistro und der Shop haben geöffnet.
- Neben den Dauerausstellungen und der laufenden Sonderausstellung über den deutsch-sorbischen Bauingenieur Eberhard Deutschmann/Dučman gibt es am Museumstag einige Besonderheiten.
- Der Ostsächsische Chorverband plant von 11 bis 13 Uhr eine Chorfusion mit mehreren Chören und nutzt das stilvolle Besucherzentrum als Bühne. Mit dabei sind der Große Chor Hoyerswerda e.V. (Leitung: Kerstin Lieder) und der Kolpingchor Wittichenau / Männerchor (Leitung: Ilona Seliger). Auch ein dritter Chor hat Interesse an Auftritten angemeldet.
- Der Förderverein Lausitzer Bergbaumuseum bietet Spezialführungen um 13 und 15 Uhr an. Diese sind kostenlos. Bei trockenen Gleisen werden auf der rund 400 Meter langen Draisinenstrecke (900 mm Spurweite) Fahrten mit der Handhebeldraisine angeboten.
- Der auf dem Fabrikgelände in der einstigen Siebkohleverladung ansässige Modellbahnclub Hoyerswerda e.V öffnet seine Räumlichkeiten. Man kann von 10 bis 17 Uhr vorbeikommen, sich alles anschauen, die Bahnen in voller Aktion erleben, gern auch fachsimpeln oder sich Fragen rund um das Thema Modellbahn beantworten lassen.


