Das Maja-Möbelwerk in Wittichenau (Landkreis Bautzen), eine Hochleistungsfabrik für Möbel des schwedischen Ikea-Konzerns, stellt wegen der Coronakrise die Produktion ein. Damit gehen 750 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Die weltweite Pandemie sei eine nie dagewesene Herausforderung. Um das Ausbreiten des Virus zu bremsen, hat Ikea als Hauptauftraggeber für die Regale, Schubladen-Elemente und Lack-Kommoden aus Wittichenau am Dienstag bereits alle Möbelhäuser in Deutschland geschlossen. „Wir tragen eine hohe Verantwortung für unsere Mitarbeiter und ihre Familien. Wir wollen sicherstellen, dass die Einkommen unserer Möbelhelden und vor allem ihre Gesundheit durch Minimierung der Sozialkontakte gesichert sind“, sagt Geschäftsführer Uwe Gottschlich.

Maja-Mitarbeiter haben schwere Tage hinter und vor sich

„Unsere Kollegen haben sich in den vergangenen Tagen wahrlich heldenhaft verhalten. Trotz langer Wartezeiten an den Grenzen für polnische Kollegen, Unsicherheiten in der Kinderbetreuung und vielen Verunsicherungen in diesen herausfordernden Zeiten haben sie alles getan, um ihre Arbeitsplätze zu erreichen und die Produktion aufrecht zu erhalten. Dafür sind wir aus tiefstem Herzen dankbar“, sagt er.

Die Einschränkungen für die Bürger, das zurückgefahrene öffentliche Leben, unterbrochene Lieferketten und internationale Handelswege haben schwere Folgen für die heimische Wirtschaft. Die Nachfrage nach Möbeln liegt derzeit am Boden. Um das Wittichenauer Möbelwerk für die Zukunft zu rüsten, hat das Unternehmen gemeinsam mit dem Betriebsrat vereinbart, das gesamte Maja-Werk mit dem Ende der zweiten Schicht sofort schrittweise in vollständige Kurzarbeit zu überführen. Die Anzeige bei der Agentur für Arbeit Bautzen ist am Donnerstag gestellt worden.

Versprechen an die Maja-Möbelhersteller

„Damit können wir sicherstellen, dass wir trotz des Nachfragerückgangs aufgrund der Corona-Krise betriebsbedingte Kündigungen ausschließen können. Das haben wir unseren Mitarbeitern auch genau so versprochen“, sagt Uwe Gottschlich. Die Mitarbeiter erhalten während der Kurzarbeit weiterhin Entgelt vom Wittichenauer Möbelhersteller. Das Kurzarbeitergeld liegt gemessen am durchschnittlichen Nettoeinkommen der Mitarbeiter bei 60 Prozent, für Personen mit Kindern im Haushalt bei 67 Prozent.

Wittichenau

Geschäftsleitung und Betriebsrat haben über die Leistung des Kurzarbeitergeldes hinaus, das aus dem Topf der Arbeitsagentur kommt, ein eigenes Budget für Härtefälle vereinbart. „Wir wollen finanzielle Nöte abmildern. Dieses Budget stammt aus den geplanten Investitionen für eine Aktion des betrieblichen Gesundheitsmanagements, die im April starten sollte und wird durch den Betriebsrat verantwortet. Wir vertrauen diesem, die richtigen Entscheidungen zu treffen und Härtefälle im Rahmen der Möglichkeiten abzumildern“, so Uwe Gottschlich weiter. „Wir wissen im Moment nicht, wie lange diese Phase andauern wird, deshalb haben wir die Kurzarbeit zunächst für sechs Monate beantragt.“ Diese könne jederzeit individuell unterbrochen oder beendet werden. Sobald es möglich sei, zum gewohnten Alltag zurückzukehren können, soll die Produktion wieder angefahren werden.

Maja-Chef glaubt an neue Stärke nach der Krise

„Wir wissen, dass die Nachricht über die Kurzarbeit unseren Mitarbeitern Sorge bereiten wird. Deshalb haben wir versprochen, die Kollegen nicht allein zu lassen“, erklärt Uwe Gottschlich. Es gebe ein aktives Hilfsangebot, die betriebliche Sozialberatung steht gerade jetzt allen Kollegen unterstützend zur Seite. Zum Arbeitspsychologen könne auch während der gesamten Zeit der Kurzarbeit der Kontakt aufgenommen werden. Informiert werde zu aktuellen Entwicklungen, Entscheidungen für Maja-Möbel, möglichen weiteren Einschränkungen und auch frühzeitig zur Wiederaufnahme der Produktion per E-Mail-Newsletter.

„Wir versichern, dass wir alles unternehmen werden, um diese Krise gemeinsam sicher zu überstehen. Wir glauben daran, dass wir am Ende stärker denn je aus ihr hervorgehen werden. Denn nur wahre Helden stehen zusammen, haben Zuversicht und gewinnen als Team“, schreibt Uwe Gottschlich an die Belegschaft. Möbel-Maja appelliert an die Menschen in der Lausitz mitzuhelfen, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen.