Der Kreis Bautzen steht am Beginn einer krisenhaften Situation, schätzt dieser ein. Als am stärksten betroffener Kreis in Sachsen wurden daher am Freitag durch das Landratsamt weitreichende Entscheidungen getroffen und ein Krisenstab eingerichtet. Zudem wird an alle Einwohner appelliert, jegliche sozialen Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Ziel aller Maßnahmen ist weiterhin eine Verzögerung der Ausbreitung des Corona-Virus, um die medizinische Infrastruktur im Landkreis aufrechtzuerhalten, so ein Kreissprecher.

Derzeit sind 14 Personen im Kreis mit dem Corona-Virus infiziert. Die neuen Fälle betreffen jeweils den Raum Hoyerswerda und den Raum Bautzen. Weiterhin sind rund 250 Personen in Quarantäne. Beide Zahlen können sich bei Vorlage noch ausstehender Testergebnisse noch erhöhen (Stand, Freitag, 16 Uhr).

Zu den Maßnahmen des Kreises gehört, dass eine Allgemeinverfügung erlassen wurde. Diese besagt: Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 Gästen sind abzusagen. Events mit geringerer Teilnehmerzahl erfolgen auf Verantwortung des Veranstalters. Der Kreis empfiehlt aber die Absage. Unter freiem Himmel stattfindende Veranstaltungen mit mehr als 100 Gästen sind dem Ordnungsamt zu melden. Das bedeutet unter anderem, dass der Spielbetrieb in allen Kultureinrichtungen eingestellt wird. Museen bleiben vorerst geöffnet, Veranstaltungen werden jedoch abgesagt. Die Sitzung des Kreistages am 16. März findet nicht statt. Veranstaltungen der Kreismusikschule und Kreisvolkshochschule fallen aus. Dies gilt auch für den Unterricht. Auch an allen Schulen in Sachsen findet kein Unterricht statt, wie der Freistaat informiert.

Das Gesundheitsamt empfiehlt ferner, Gottesdienste und andere religiöse Veranstaltungen abzusagen. Zudem solle der Betrieb von Hallenbädern im Kreis eingestellt werden. Die reguläre Arbeit (Ausnahme: Corona-Maßnahmen) des Gesundheitsamtes am Standort Bautzen wird eingestellt. Bei Bedarf sei auf die Standorte Kamenz und Hoyerswerda auszuweichen. red/ckx