Bürgermeisterwahl Spreetal 2024: Drei Kandidaten wollen heute an die Spitze des Rathauses

Im März wird ein neuer Bürgermeister für Spreetal gewählt. Zwei Bewerber und eine Bewerberin wollen ins Rathaus einziehen.
Catrin WürzIn Spreetal geht Ende April eine Ära zu Ende: Nach 28 Jahren, in denen Manfred Heine drei Legislaturperioden als hauptamtlicher und zuletzt eine Legislatur lang als ehrenamtlicher Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde maßgeblich lenkte und leitete, wird nun ein Nachfolger für diesen Posten gesucht. Am 10. März 2024 findet in der Gemeinde Spreetal die nächste Bürgermeisterwahl statt.
Die Kommune darf nach einer siebenjährigen Pause, in der der Posten des Bürgermeisters lediglich ein Ehrenamt war, jetzt wieder einen hauptamtlichen Rathauschef bekommen. Eine Gesetzesänderung in Sachsen aus dem Jahr 2022 macht es möglich, dass auch Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern – so wie Spreetal – einen hauptamtlichen Verwaltungschef haben dürfen. Das Interesse an diesem Posten ist groß. Insgesamt drei Bewerber – zwei Männer und eine Frau – werfen ihren Hut in den Ring.
Jens Domann aus Zerre tritt für die CDU an

Jens Domann stammt aus Zerre. Im März will er für das Amt des Bürgermeisters von Spreetal kandidieren.
Catrin WürzSchon Anfang Oktober 2023 hat der 38-jährige Wirtschaftsingenieur Jens Domann aus Zerre seine Kandidatur bekannt gegeben. Domann wird für die CDU antreten. Er stammt aus Zerre und hatte nach einer Tischlerlehre und einem Studium an der BTU in Senftenberg sechs Jahre lang in Baden-Württemberg gelebt.
Seit 2017 ist er mit seiner Familie, zu der vier Kinder gehören, wieder zurück in Zerre. Beruflich ist er derzeit in leitender Position bei einem Holzgroßhandel tätig. Ehrenamtlich engagiert er sich als Vereinsvorsitzender beim Spremberger SC und als Fußball-Jugendtrainer. Auf kommunalpolitische Erfahrung kann er zwar noch nicht verweisen, sieht sich jedoch in der Region als gut vernetzt und möchte sich in die Gestaltung seiner Heimatgemeinde einbringen.
Anke Gesierich kandidiert als Einzelbewerberin

Anke Gesierich lebt in Neustadt/Spree. Sie tritt bei der Bürgermeisterwahl in Spreetal an.
Anke GesierichEbenfalls eine Politik-Neueinsteigerin ist Anke Gesierich. Die 54-Jährige lebt mit ihrem Ehemann seit fast 25 Jahren in Neustadt/Spree. Die Mutter einer Tochter stammt aus Cottbus und ist ausgebildete IT- und Telekommunikationskauffrau sowie Versicherungskauffrau. Aktuell ist sie bei einem Lohnsteuerhilfeverein in Spremberg als Angestellte beschäftigt.
Ihr Ehemann Bernd Gesierich ist seit 2015 als Ortsvorsteher in Neustadt/Spree sowie als Mitglied des Gemeinderates Spreetal aktiv. Er plane jedoch, sich aus diesen Ämtern zurückzuziehen, deutet Anke Gesierich an. Sie wird als Einzelbewerberin für das Bürgermeisteramt kandidieren. Sie benötigt in diesem Fall 20 Unterstützungsunterschriften von Spreetaler Einwohnern. Diese Unterschriften müssen bis 4. Januar 2024 um 18 Uhr im Rathaus in Burgneudorf geleistet werden.
Amtsleiter Marco Beer wurde von Dritten ermuntert

Marco Beer ist Kämmerer und Amtsleiter in der Gemeindeverwaltung Spreetal. Jetzt will er Bürgermeister werden.
Catrin WürzAls dritter Bewerber für das Amt des Spreetaler Bürgermeisters geht Marco Beer ins Rennen. Der 47-Jährige ist seit zweieinhalb Jahren der Kämmerer und inzwischen auch Amtsleiter für Finanzen und Bau im Spreetaler Rathaus, bringt also Verwaltungserfahrung mit. Der verheiratete Vater zweier Kinder stammt aus Aue im Erzgebirge, wo er mit seiner Familie auch gegenwärtig lebt und am Wochenende dort ist. Ob er im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister nach Spreetal umziehen würde, will er jedoch zunächst offen lassen. Es gebe durchaus auch anderswo Bürgermeister, die nicht in ihrer Stadt oder Gemeinde leben. In der Woche könne er sich rund um die Uhr für Spreetal engagieren.
Zur Bürgermeisterwahl anzutreten, habe er erst gar nicht geplant, sagt Marco Beer. Er sei dann jedoch von Dritten dazu ermutigt worden. Genau wie Anke Gesierich wird er als Einzelbewerber kandidieren und benötigt dafür 20 Unterstützungsunterschriften von Spreetaler Einwohnern.
In seiner Heimatstadt Aue hat Marco Beer als sachkundiger Bürger im Verwaltungsausschuss des Stadtrates mitgearbeitet und war im Vorstand der Freien Wähler. In seinem Wahlkampf will er ein Konzept für die Zukunft von Spreetal vorlegen, kündigt er an.
Von den drei Kandidaten ist gewählt, wer am 10. März mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen kann. Sollte das keinem der Kandidaten gelingen, findet am 24. März ein zweiter Wahlgang statt. Wahlsieger ist dann der Bewerber mit den meisten Stimmen.



