Bürgermeisterwahl
: In Hoyerswerda und Neuhausen/Spree wird entschieden

Mehrere Kommunen in der Lausitz wählen eine neue Rathausspitze: In Hoyerswerda müssen sich die Wähler zwischen vier Kandidaten für den Oberbürgermeister-Posten entscheiden. In Neuhausen/Spree hat Bürgermeister Dieter Perko nur einen Herausforderer.
Von
boc
Hoyerswerda/Neuhausen
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Die Bewohner der Stadt Hoyerswerda und der Gemeinde Neuhausen/Spree sind aufgefordert, ein neues Stadt- und Gemeinde-Oberhaupt zu wählen.

Daniel Schäfer, dpa

In Hoyerswerda und Neuhausen/Spree haben die Bürger am Sonntag die Wahl: Wer soll das neue Stadt- und Gemeinde-Oberhaupt werden? Keiner der fünf Kandidaten erreichte im ersten Wahlgang vor zwei Wochen in Hoyerswerda mit mehr als 50 Prozent der abgegebenen, gültigen Stimmen die absolute Mehrheit. Deswegen wird es am 20. September eine zweite Wahl geben. Dann reicht die einfache Mehrheit der Stimmen.

In Hoyerswerda treten vier Kandidaten zur Stichwahl an

Von den ursprünglich fünf Kandidaten sind noch vier im Rennen: Dorit Baumeister (parteilos, 57), Claudia Florian (CDU, 55), Macro Gbureck (AfD, 43) und Torsten Ruban-Zeh (SPD, 57). Der parteilose Einzelkandidat Dirk Nasdala (54) hat vor dem zweiten Wahlgang seinen Rückzug bekanntgegeben. In der ersten Runde hatte Torsten Ruban-Zeh mit 31,8 Prozent die meisten Stimmen geholt. Ihm folgte Dorit Baumeister mit 27,8 Prozent der Wählerstimmen. Spannend wird jetzt im zweiten Wahlgang, auf wen sich die rund zehn Prozent der Stimmen von Rückzieher Dirk Nasdala verteilen werden. Von den insgesamt 32381 Einwohnern in Hoyerswerda und den einzelnen Ortsteilen sind 27623 wahlberechtigt (Zahlen vom 2. September).

Dieter Perko will nach 16 Jahren weiter Bürgermeister bleiben

In Neuhausen/Spree ist das Kandidaten-Feld überschaubarer: Neben Amtsinhaber Dieter Perko tritt noch der Bagenzer Ortsvorsteher Ronny Schiele für die Wahl zum Gemeinde-Bürgermeister an. Um Schiele gab es in den vergangenen Tagen einige Unruhe: Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Spree-Neiße entzog ihm vor der Wahl am 20. September die Unterstützung. Der Grund: Auf seiner privaten Facebook-Seite warb Schiele für die AfD (Screenshots liegen der RUNDSCHAU vor). Er verbreitete ihre Statements, animierte 2019 dazu, zur Europawahl und zur Kommunalwahl in Guben AfD zu wählen, lobte Nachrichten über Inhaftierte, die einen ausländischen Mitgefangenen krankenhausreif schlagen, als gute Nachrichten, teilte Verschwörungstheorien.

Mit Dieter Perko tritt in Neuhausen/Spree auch der Amtsinhaber nochmal zur Wahl an. Er ist 63 Jahre alt. Er war Amtsdirektor, bevor er nach der Gemeindeneugliederung 2004 erster hauptamtlicher Bürgermeister von Neuhausen/Spree wurde. Die Bürgermeisterwahl 2012 gewann er gegen seinen Herausforderer Frank Riemer aus Bagenz mit mehr als 90 Prozent der Stimmen. „Bis zur Regelaltersgrenze habe ich noch ein paar Jahre“, sagt Perko, „die Arbeit macht mir viel Spaß, ich bin hoch motiviert.“