Brand in Kamenz
: Polizei schnappt mutmaßliche Serientäter

Autos, Hecken, Mülltonnen – immer wieder schreckten Brände in Kamenz die Bevölkerung auf. Jetzt hat die Polizei einen Ermittlungserfolg zu vermelden.
Von
Marco Marschall
Kamenz
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Brand in Kamenz: Dieser Pkw gehörte zur Brandserie in der Stadt. Jetzt sollen die mutmaßlichen Täter gefasst sein.

Brand in Kamenz: Dieser Pkw gehörte zur Brandserie in der Stadt. Jetzt sollen die mutmaßlichen Täter gefasst sein.

xcitepress/Christian Essler
  • Polizei fasst mutmaßliche Brandstifter in Kamenz nach monatelanger Ermittlungsarbeit.
  • 17- und 18-Jährige sollen 2024 mehrere Autos, Hecken, Strohballen und Mülltonnen angezündet haben.
  • Duo richtete zudem Einbruch, Graffiti und massive Sachbeschädigungen an; Schaden: rund 170.000 Euro.
  • Bei Durchsuchung fanden Ermittler Monsterböller und Hinweise auf selbstgebaute Bomben.
  • Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung und Sprengstoffexplosion.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Autos, Hecken, Strohballen, Mülltonnen – immer wieder hat es 2024 in Kamenz und Umgebung gebrannt. Die Tatverdächtigen schlugen bei Nacht zu und trieben wochenlang unerkannt ihr Unwesen. Jetzt teilt die Polizei mit, dass die extra gründete Ermittlungsgruppe den zwei mutmaßlichen Zündlern auf die Schliche gekommen ist.

Seit April 2024 zündeten die Tatverdächtigen sieben Fahrzeuge, sieben Hecken, einen Strohballen und eine Mülltonne an. Die Flammen loderten in vielen Fällen in der Nähe von Wohnhäusern. Neben den Brandstiftungen brach das Duo auch in einen Jugendclub ein. Die beiden sprühten Graffiti und warfen Scheiben von Autos ein.

Schließlich mündete die Zerstörung in drei massiven Sachbeschädigungen auf dem Pendlerparkplatz in Burkau. Zwischen August 2024 und Januar 2025 demolierten die Tatverdächtigen drei Fahrzeuge und zündeten sie an, wobei sie in einem Fall zusätzlich Sprengstoff zum Einsatz brachten.

Die Schadenssumme all dieser Straftaten belief sich nach aktuellen Schätzungen auf insgesamt rund 170.000 Euro.

So gehen Verdächtige in Kamenz vor

Die Polizei gründete die Ermittlungsgruppe Herrental. Flankiert wurden die Ermittlungen über mehrere Wochen nachts durch eine verstärke Streifen im Stadtgebietes und den Einsatz von Beamten in zivil. Die Stadt Kamenz unterstützte das Vorgehen mit eigenen Mitarbeitern und einem eigens beauftragten Sicherheitsunternehmen.

Schnell gerieten zwei Tatverdächtige junge Männer ins Visier der Ermittler. Die Polizei führte vermehrt nächtliche Kontrollen in Kamenz und Umgebung durch. Dabei trafen sie immer wieder auf einen 17- und einen 18-Jährigen. Die beiden meldeten den ein oder anderen Brand sogar selbst oder gaben Falschanzeigen bei der Polizei zu angeblichen Raub- oder Körperverletzungsdelikten ab. Sie wollten offensichtlich auf sich aufmerksam machen, so die Einschätzung der Polizei.

Bei einer durch die Staatsanwaltschaft Görlitz angeordneten Durchsuchung bei den beiden, fanden die Kriminalisten unter anderem Monsterböller und Hinweise auf selbstgebaute Bomben. Viele weitere Ermittlungsschritte untermauerten den Verdacht, dass die 17- und 18-jährigen Deutschen für die Brände und Sachbeschädigungen verantwortlich sein könnten. Das Motiv ist bislang unklar. Verletzt wurde bei den Bränden niemand, doch hätten Einsätze zu einem erhöhten Unsicherheitsgefühl und Angst n der Bevölkerung geführt, heißt es.

Die Staatsanwaltschaft hat bereits Anklage erhoben. Die zwei jungen Männer müssen sich nun wegen zahlreicher Fälle vorsätzlicher Brandstiftung, Sachbeschädigungen, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, Einbruchs und Diebstahls vor Gericht verantworten. Über den Zeitpunkt des Prozessauftaktes entscheidet das Amtsgericht Kamenz.