Arbeitsmarkt Ostsachsen: Warum der Herbsteffekt in Görlitz und Bautzen ausbleibt

Die Agentur für Arbeit Bautzen hat die neuen Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Der Herbstaufschwung im Jahr 2026 bleibt aus bestimmten Gründen aus.
Jens Kalaene / dpa- Herbstaufschwung bleibt in Bautzen und Görlitz aus: Nachfrage nach Personal sinkt weiter.
- Arbeitslosenquote im Oktober 2026 bei 7,2 Prozent, 19.612 Menschen ohne Job.
- Nur 663 neue sozialversicherungspflichtige Stellen – zweitniedrigster Wert seit 2007.
- Offene Stellen bleiben länger unbesetzt, im Schnitt 185 Tage – Qualifikationen passen oft nicht.
- Jugendliche stärker betroffen, Ältere und Langzeitarbeitslose rückläufig; Maschinenbau meldet Kurzarbeit.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Der gewohnte Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt in den Landkreisen Bautzen und Görlitz bleibt in diesem Jahr aus. Wie Anja Schilling, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen, mitteilt, bringe der Herbst keine Entlastung für die Region. Während Firmen in den Vorjahren im Oktober gewöhnlich mehr freie Stellen als im September gemeldet hätten, sei die ohnehin verhaltene Personalnachfrage im Vergleich zum Vormonat noch einmal zurückgegangen. „Erschwerend kommt hinzu, dass Arbeitskräfteangebot und -nachfrage hinsichtlich Qualifikation, Beruf oder Region häufig nicht zusammenpassen“, so Schilling.
Die Arbeitslosenquote verharrte im Oktober 2026 bei 7,2 Prozent. Insgesamt waren 19.612 Menschen arbeitslos gemeldet – das sind 114 Personen mehr als im September. Laut Agentur sei dieser leichte Anstieg für einen Oktober untypisch. Als Ursache nennt die Behörde das zurückhaltende Einstellungsverhalten der Betriebe: Lediglich 989 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden – 12,9 Prozent weniger als im Vormonat.
Besonders deutlich zeigt sich die Zurückhaltung der Arbeitgeber beim Neuzugang an offenen Stellen. Im Oktober 2026 meldeten die Unternehmen lediglich 663 freie sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen. Wie aus den Daten der Agentur hervorgeht, handelt es sich hierbei um den zweitniedrigsten Wert seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 2007.
Arbeitslosigkeit: Kontrast bei Jugend und Älteren
Zugleich verbleiben gemeldete Arbeitsstellen deutlich länger im Bestand. Durchschnittlich 185 Tage dauerte es im Oktober, bis eine Stelle besetzt werden konnte – ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 133 Tagen. Das deute darauf hin, dass es Betrieben schwerer falle, passend qualifiziertes Personal zu finden. Unternehmen nähmen sich auch mehr Zeit für ihre Personalentscheidungen.
In der Entwicklung der einzelnen Personengruppen zeigt sich ein gespaltenes Bild. Im Vergleich zum Oktober 2025 stieg die Zahl der erwerbslosen Jugendlichen um 13,4 Prozent auf 1974 Personen an. Nach Auskunft der Arbeitsagentur liegen die Gründe dafür in der Zuwanderung geflüchteter Menschen sowie in der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung.
Gegenläufig entwickelte sich die Situation für Ältere und Langzeitarbeitslose: Die Zahl der Arbeitslosen ab 50 Jahren sank im Vorjahresvergleich um 3,5 Prozent auf 8258 Personen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen verringerte sich im selben Zeitraum um 5,1 Prozent auf 8.566 Menschen.
Unternehmen im Maschinenbau melden Kurzarbeit an
Der größte Bedarf an Arbeitskräften besteht derzeit in der Zeitarbeit mit 1024 gemeldeten Stellen, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe mit 780 sowie dem Handel mit 458 Angeboten. Für Fachkräfte, Spezialisten und Experten sind aktuell 3400 Stellen im Bestand verzeichnet, für Hilfskräfte 623.
Im Bereich der konjunkturellen Kurzarbeit zeigten im September 2026 insgesamt 17 Unternehmen für 269 Beschäftigte Kurzarbeit an. Die meisten dieser Betriebe stammen aus dem verarbeitenden Gewerbe, vorrangig aus dem Maschinenbau.


