Etwa 200 der nach Unternehmensangaben derzeit knapp 900 Beschäftigten des Maja-Möbelwerkes Wittichenau haben sich am Gründonnerstag an einem Warnstreik vor dem Betriebstor beteiligt. „Der weitaus größere Teil der Mitarbeiter hat gearbeitet“, teilt Unternehmenssprecherin Anette Nachbar mit.

Sie betont erneut: „Die Geschäftsführung ist überzeugt, dass es sinnvoller ist, in Gesprächen eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige tarifliche Lösung zu suchen, die die Arbeitsplätze und den Standort Wittichenau langfristig sichert.“ Es bleibe Ziel von Maja-Möbel, gemeinsam eine Möglichkeit zum Abschluss eines Tarifvertrages für den Betrieb Wittichenau zu finden.

Für die Industriegewerkschaft (IG) Metall Ostsachsen steht das Unternehmen für eine krasse Fehlentwicklung in der Lausitz. Es sei in der Region zwar gelungen, nach der Wende auch Industrie jenseits der Braunkohleerzeugung und -verstromung aufzubauen. Die aber meist um den Preis von Billig-Löhnen, die für die Beschäftigten unzumutbar seien. Das kritisiert die IG Metall Ostsachsen scharf. Im aktuellen Tarifstreit bei Maja-Möbel in Wittichenau und beim Batterie-Hersteller Accumotiv in Kamenz zeigt sie sich deshalb so angriffslustig und kampfbereit wie nie zuvor.

Nachdem die Gewerkschaft das dritte Tarifgespräch am Dienstag in Ermangelung eines diskutablen Arbeitgeberangebotes vorzeitig beendet hatte, machen die organisierten Beschäftigen mehr Druck. Der Arbeitskampf ist angedroht. Gewerkschaftssekretär Christian Göbel interpretiert das als Hinhaltetaktik, die nicht einfach hingenommen werde.

Laut IG Metall liegt das Arbeitgeberangebot bisher bei einer Lohnerhöhung um 30 Cent pro Arbeitsstunde über die nächsten drei Jahre. Derzeit liegen die Löhne in Höhe des gesetzlichen Mindestlohnes und damit um bis zu 600 Euro monatlich niedriger als der angestrebte Flächentarifvertrag für die sächsische Holz- und Kunststoffindustrie.

Um der Forderung nach dem Flächentarifvertrag mehr Nachdruck zu verleihen, haben Kollegen von Maja Möbel auch direkt am Ikea-Möbelhaus in Dresden auf die Arbeitsbedingungen und Niedriglöhne beim Ikea-Zulieferer Maja aufmerksam gemacht.