Mit dem spitz zulaufenden Greifer erinnert der Bagger ein wenig an einen langhalsigen Dinosaurier, der sich in einem Widersacher verbeißt. Dabei handelt es sich nur um ein Spezialgerät für einen Hausabriss. Der Trautmann-Bau in Lauta verschwindet.
Jetzt geht es schnell: Gerade noch hatte Lautas Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) den Abrissbeginn für die Bauruine am Ortseingang aus Richtung Hoyerswerda verkündet, da nimmt sich das Abrissunternehmen Metzner aus Dubring bei Wittichenau den 90er-Jahre-Bau ordentlich zur Brust. Bereits am Dienstagmorgen (9. November 2021) liegt ein ordentliches Stück des Hauptgebäudes in Trümmern. Am Nachmittag sind die Arbeiten ein weiteres Stück fortgeschritten.
Nach jahrelangem Tauziehen mit wechselnden Eigentümern verschwindet der Schandfleck, den Lautas Bürgermeister Lehmann bereits seine gesamte Amtszeit begleitet. Im Jahr 2015 hatte Lehmann den Posten übernommen – mit dem Ziel, den Eigentümer vom Abriss zu überzeugen. Das ist nun gelungen. Bis Ende 2021 sollen alle Gebäude abgerissen sein. Dies geschieht ohne öffentliches Geld.
Der Trautmann-Bau, benannt nach dem einstigen Bauherrn Andreas Trautmann, galt Anfang der 1990er-Jahre zukunftsträchtiges Wohn- und Geschäftshaus. Doch der Streit um die Baugenehmigung brachten das Projekt 1996 zum Stillstand. Es wurde nicht wieder weitergebaut. Im Jahr 2007 zog mit einem Discounter der letzte Nutzer aus. Seitdem ist das Areal verfallen und diente Jugendlichen als eine Art wilder Abenteuerspielplatz. Noch ist offen, wie das Gelände künftig genutzt werden soll.