350 Jahre Bluno: Wann und wie das Dorf sein Doppeljubiläum feiern will
Dass die Blunoer feiern können, haben sie bereits in der Vergangenheit öfter bewiesen. Denn meist im Frühsommer wurde zum traditionellen Dorffest eingeladen. Aber auch sonst ist das Elsterheider Dorf immer einen Besuch wert. Die Fachwerkkirche als Wahrzeichen präsentiert sich in voller Schönheit, unmittelbar südlich des Ortes erstreckt sich der Blunoer Südsee. Und am Blunodamm, der dieses Gewässer vom benachbarten Sabrodter See abtrennt, soll perspektivisch eine Landmarke entstehen. So plant es zumindest der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (LSS).
In diesem Jahr stehen im Dorf am Südsee zwei Jubiläen an. Zum einen 350 Jahre Bluno, zum anderen 350 Jahre Fachwerkkirche. Dass das Gotteshaus im Jahr 1673 errichtet wurde, ist verbürgt. Der Ort selbst dürfte hingegen wesentlich älter sein. Denn bereits in einer Urkunde aus dem Jahr 1401 wurde das Dorf als „Blunde“ erstmals erwähnt.
Allerdings, so erzählt Ortsvorsteher Udo Zippack, befand sich Bluno damals ein paar Kilometer weiter südöstlich. Durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges, Krankheiten, Brände und sonstiges Ungemach wurde das Dorf am heutigen Standort wieder aufgebaut. Eine alte Sage berichtet, dass die Blunoer einen Schimmel losschickten. Wo er erstmals graste, sollte das neue Dorf aufgebaut werden. An dieser Stelle wurde dann die Kirche errichtet.
Jeden Tag wartet in Bluno mindestens ein Höhepunkt
Die 350-Jahr-Feier von Ort und Gotteshaus wird vom 2. bis 11. Juni begangen. Für jeden Tag der Festwoche haben sich die Einwohner etwas einfallen lassen. Dazu gehören unter anderem der Seniorennachmittag (2. Juni) sowie das Maibaumwerfen der Dorfjugend (3. Juni). Für Sonntag, 4. Juni, ist ein Festgottesdienst mit Generalsuperintendentin Theresa Rinecker geplant. Tags darauf lädt Jörg Redlich von der Kirchgemeinde zu Führungen durch das Gotteshaus ein. Der hölzerne Turm kam übrigens erst im Jahr 1786 hinzu, weiß Redlich zu berichten.
In diesem Zusammenhang werden die Gäste auch erfahren, dass im Jahr 2018 der Hauptbalken im Kirchenschiff gebrochen war. Das Problem wurde durch zusätzlich eingezogene Holzbalken gelöst. Außerdem solle es gleich im Anschluss Führungen durch die derzeit noch in Sanierung befindliche Ortsteilverwaltung geben, kündigt Udo Zippack an. Noch bis zum Jahresende erfahre die ehemalige erste Schule des Dorfes ihren Komplettumbau. Rund 660 000 Euro koste das Vorhaben. Künftig sollen sich in ihren Räumen das Büro des Ortsvorstehers sowie ein kleines Museum mit Artefakten zur Ortsgeschichte und Trachtenkunde befinden. Bluno gehört seit jeher zum sorbischen Hoyerswerdaer Trachtengebiet.
Chronik wird erweitert und neu aufgelegt
Am 6. Juni will Heimathistoriker Uwe Zitschke die überarbeitete Blunoer Chronik vorstellen. Das bisherige Exemplar war bereits vor einem Vierteljahrhundert erschienen. Das neue Buch sei zum jetzigen Doppeljubiläum zwar noch nicht zum Kauf erhältlich, aber Interessenten könnten sich bereits vormerken lassen, lässt Udo Zippack wissen. An den darauffolgenden Tagen laden eine öffentliche Probe des Blunoer Spielmannszuges (7. Juni), ein Gospelkonzert in der Kirche (8. Juni) sowie die Eröffnung des Festwochenendes mit der Gruppe Na Und (9. Juni) ein.
Feuerwehren, Elektra 68 und Heiko Harig wollen kommen
Am Sonnabend, 10. Juni, kämpfen zunächst die Feuerwehr-Mannschaften um schnellste Zeiten und Pokale. Der Nachmittagskaffee wird vom Sunshine-Orchester musikalisch umrahmt. Dessen Vorsitzender, Ronald Kowalla, ist selbst Blunoer. Abends tritt die Musikgruppe „Elektra 68“ auf. Am Sonntag, 11. Juni, gibt es ein Kinderfest, eine Oldtimer- und Traktorenschau sowie das große Festprogramm mit Entertainer Heiko Harig sowie der sorbischen Tanz- und Trachtengruppe aus Bröthen.
Der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen ist frei. Parkmöglichkeiten gibt es unter anderem auf dem Parkplatz neben der Litfaßsäule an der B156 sowie am Festgelände selbst. Dieses befindet sich neben dem Sportplatz in der Bahnhofstraße.
Was eigentlich der Name „Bluno“ bedeutet
Die Ortsbezeichnung Bluno (sorbisch Blun) stammt aus dem Niedersorbischen/Wendischen. Sie bedeutet so viel wie Wiesenplatz oder Hutung, heißt es in der Chronik. Offenbar muss es sich in grauer Vorzeit um einen Weideplatz auf einer Waldwiese gehandelt haben. Die Nationalsozialisten benannten Bluno im Jahr 1937 in Blunau um. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erhielt das Dorf seinen ursprünglichen Namen zurück. Allerdings verschwanden zu DDR-Zeiten die Blunoer Ausbauten durch den nahen Tagebau Spreetal. Heute zählt Bluno rund 420 Einwohner.





