An Wochenenden geht es gegen Crostwitz oder Hoyerswerda, Nebelschütz oder den Stadtrivalen Laubusch: Das ist der Alltag für den Fußball-Kreisligisten FSV Lauta. Jetzt ist erst einmal Sommerpause. Doch noch nicht ganz: Für den Lautaer Fußball-Sportverein steht noch ein ganz besonderes Wochenende an: das Sportfest zum 30. Geburtstag.
Das letzte Saisonspiel ist 0:5 in Malschwitz verloren gegangen. Das ist nichts, worüber Vereinschef Martin Koppein lange sinniert. „Wir sind da mit dem letzten Aufgebot angetreten“, sagt er. Immerhin: Die Lautaer sind angetreten und letztlich Siebenter geworden. Auch Jan Kusmagk, mit 57 Jahren eigentlich schon mehr als zwei Jahrzehnte aus der ersten Mannschaft heraus, hat noch einmal für 90 Minuten die Schuhe geschnürt – bei 38 Grad und in sengender Sonne. Vereinschef Koppein hat mit Anfang 40 noch eine Halbzeit im Mittelfeld gekickt.

FSV setzt rund 30 000 Euro pro Saison um

Einen Verein wie den FSV Lauta mit rund 85 Mitgliedern dauerhaft über Wasser zu halten, ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit. „Ohne stabile Partner wäre das nicht möglich“, sagt Koppein. Der FSV hat sich ein Netzwerk von lokalen Partnern geschaffen, die den Fußball mit drei- und vierstelligen Summen pro Spielzeit am Leben erhalten. Koppein ist über jede Unterstützung dankbar. Es gebe auch Förderer, die einfach so einen Betrag aufs Vereinskonto überweisen – damit der Ball auch in der Saison 22/23 weiter rollen kann. Rund 30 000 Euro setzt der FSV im Durchschnitt pro Spielzeit um. Das ist viel Geld im Amateurfußball.
In 30 Jahren kann der FSV Lauta, der aus der BSG Turbine Lauta hervorging, auf einige Erfolge zurückblicken: drei Aufstiege in die Kreisoberliga, zwei dritte Plätze in der damaligen Bezirksklasse (jetzt Kreisoberliga), ein Einzug ins Bezirkspokal-Halbfinale 1995. „Wir haben auch viele schöne Derbysiege gehabt“, sagt Martin Koppein schmunzelnd und spielt damit auf die Dauerrivalität mit dem Nachbarn SV Laubusch an. In der abgelaufenen Saison steht es bei den Derby-Erfolgen 1:1. Die Lautaer „Stars“ der vergangenen 30 Jahren heißen unter anderem Karsten Stroczek, Olaf Thümer sowie Dirk und Guido Wojtczak. Freunden des Lausitzer Fußballs sind diese Namen ein Begriff.
Im Moment ist die Kreisliga Westlausitz Realität. „Lauta macht aus seinen Möglichkeiten einfach zu wenig“, sagt Vereinschef Koppein. Lauta ist nach Hoyerswerda die zweitgrößte Stadt im Norden des Landkreises. Kreisoberliga wäre der Anspruch, eine Liga höher. Einen Aufstieg jedoch mit einer Großinvestition zu erzwingen, komme für Lauta nicht infrage. „Ich bin schon stolz, dass wir nach 30 Jahren immer noch da und eigenständig sind“, sagt Koppein, im Hauptberuf Finanzberater.
Der Fußball ist mit den gleichen Sorgen konfrontiert wie viele andere Vereine in der Lausitz: Einerseits schlägt der demografische Wandel zu. Es fehlen einfach Leute, die mitmachen. Zum anderen gibt es inzwischen eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten. „Der Fußball hatte früher einen ganz anderen Stellenwert“, sagt Koppein. Bei manchem sei auch der Wille nicht mehr da, Arbeit, Hausbau, Familie und Fußball unter einen Hut zu bringen.

Trainer-Legende Schmuck hört auf

Der FSV Lauta steht jetzt vor einem Neuanfang: Trainer-Legende Lutz Schmuck gibt seinen Posten nach sechs Jahren ab. Im Raum Hoyerswerda hat der 63-Jährige unter anderem mit dem LSV Bergen die Kreisoberliga-Meisterschaft und den Kreispokalsieg gefeiert. Auch mit dem früheren Hoyerswerdaer SV 1919 hatte der Trainer den Kreisliga-Titel geholt. „Lutz ist ein Fußballverrückter“, sagt FSV-Präsident Koppein. „Ich kann nur den Hut vor ihm ziehen.“ Schmucks Nachfolger in Lauta wird der Blunoer René Hänchen.

Magdeburger Legenden kommen nach Lauta

Zum 30. Geburtstag des Vereins gibt es neben einem Abschiedsspiel für Lutz Schmuck auch ein Legenden-Treffen. Am 2. Juli 2022 wird das Traditionsteam des 1. FC Magdeburg erwartet. Die Lautaer hoffen, dass Alt-Stars wie Dirk Stahmann, Damian Halata, Wolfgang Seguin und Siegmund Mewes mit nach Lauta kommen. Für eine Lausitz-Auswahl sollen unter anderem André Brückner, Ronny Glöckner und Lutz Hattliep spielen.

Sportfest 30 Jahre FSV Lauta

Der FSV Lauta plant zum 30. Jahrestag der Vereinsgründung ein Sportfest vom 1. Juli bis 3. Juli 2022 auf dem Sportplatz an der Passauer Straße in Lauta. Der Eintritt ist jeweils frei.
Freitag, 1. Juli 2022:
17.30 Uhr: Elfmeterturnier – im Anschluss „Musikalischer Ausklang“ (bis 1 Uhr)
Samstag, 2. Juli 2022:
14 Uhr: „DAS-Cup“ mit Traditionsteam 1. FC Magdeburg, Regionalauswahl Lausitz, Fußballtradition FSV Lauta (Turnier dreimal 30 Minuten)
16 Uhr: „Zeit Adieu zu sagen“ – Abschiedsspiel für Trainer Lutz Schmuck
FSV Lauta - „Schmuckis Team“
Sonntag, 3. Juli 2022:
15 Uhr: C-Junioren FSV – „Eltern&Freunde“