Winter in Elbe-Elster
: Warum Ruhe im Wald jetzt wichtig ist

Der Winter verlangt auch den Wildtieren einiges ab. Störungen durch Spaziergänger und freilaufende Hunde bringen den natürlichen Rhythmus des Waldes ins Wanken. Was Menschen jetzt beachten sollten.
Von
Rico Meißner
Herzberg /Elbe-Elster
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Winterliche Ruhe herrscht in den Wäldern. Nach Wunsch des Jagdverbandes sollte dies auch so bleiben.

Winterliche Ruhe herrscht in den Wäldern. Nach Wunsch des Jagdverbandes sollte dies auch so bleiben.

Iris Schülzke
  • Winter in Elbe-Elster: Wildtiere sind aktuell besonders störungsanfällig.
  • Jagdverband: Rehe/Rotwild erreichen Futter, Problem sind vereiste Wege/Grabenränder.
  • Stoffwechsel der Tiere ist reduziert – Ruhephase darf nicht gestört werden.
  • Spaziergänger sollen auf Wegen bleiben, Hunde müssen an die Leine.
  • Garten: Wildvögel mit Sonnenblumenkernen, Haferflocken, Meisenknödel füttern; kein Brot.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Momentan ist es tatsächlich auch einmal wieder gefühlt Winter. So schön es auch in einzelnen Facetten sein mag, so herausfordernd bleibt es in anderen. Aber Glatteis und Schnee stellen nicht nur Menschen auf die Probe, auch für den Wildbestand in den Wäldern hat das Wetter Auswirkungen.

Zwar können sich die Tiere anpassen, sind jedoch empfänglicher für Störungen als sonst. „Wir als Jagdverband im Landkreis Elbe-Elster schätzen die Lage im Moment so ein, dass notwendiges Futter durch Rehe oder Rotwild erreicht werden kann. Heidekraut, Beerensträucher und Waldgräser sind mit leichten Schneedecken belegt, die Tiere machen sich die Kräuter, Gräser und Sträucher selbst frei. Problematisch sind die Vereisungen direkt auf Wegen oder Grabenrändern“, so Iris Schülzke vom Vorstand des Jagdverbandes Herzberg.

Ruhe im Wald momentan dringend gewünscht

Der Stoffwechsel der Tiere sei augenblicklich erheblich vermindert und sie bewegten sich nur sehr wenig. Diese (natürliche) Ruhephase sollte auf keinen Fall gestört werden. „Störungen, die zum Fluchtverhalten führen, erfordern zusätzliche Energie, also zusätzliches Futter, stören aber auch erheblich den winterlichen natürlichen Stoffwechsel“, so Schülzke.

Für diese „Notzeit“ gibt es eine ganz einfache Regel: „Ruhe im Wald!“. Für Spaziergänger bedeutet dies, auf jeden Fall auf den Wegen zu bleiben und sich so ruhig wie möglich zu verhalten. Besonders für Hundehalter bedeutet es, dass die vierbeinigen Begleiter an der Leine bleiben. „Das ist eigentlich ohnehin angedacht, wird aber leider in vielen Fällen ignoriert“, meint Iris Schülzke.

Im heimischen Garten hingegen sollte man, wenn möglich, die Wildvögel nicht vergessen. Geeignetes Futter sind etwa ungesalzene Sonnenblumenkerne, Haferflocken oder Meisenknödel (ohne Netz). Brot oder Backwaren sollte man nicht als Fütterung nutzen.