Waldtag in Falkenberg
: Das steckt hinter der Veranstaltung und so geht es dem Wald

Der Wald in Falkenberg steht vor Herausforderungen. Umbaumaßnahmen sind zeitintensiv und kosten eine Menge Geld. Beim Waldtag soll daher für Unterstützung geworben werden.
Von
Rico Meißner
Falkenberg
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Stadtförster Peter Mohr im Schweinert in einer Fläche mit verlichtetem Kiefernbestand, die durchaus Handlungsbdarf erfordern würde.

Stadtförster Peter Mohr im Schweinert in einer Fläche mit verlichtetem Kiefernbestand, die durchaus Handlungsbedarf erfordern würde.

Rico Meißner
  • Falkenberg lädt am 13. September zum „Waldtag“ ein – Ziel: Unterstützung für den Waldumbau.
  • Stadtförster Peter Mohr betreut 600 Hektar – Handlungsbedarf bei 100 Hektar verjüngungsbedürftiger Flächen.
  • Herausforderungen: Artenwahl, Grundwassermanagement, hohe Kosten und Zeitaufwand.
  • Lokale Unternehmen können sich engagieren – ideeller Nutzen steht im Vordergrund.
  • Anmeldung für die Waldführung und Verpflegung per E-Mail oder Telefon möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dass die einheimischen Wälder Probleme haben, ist nichts Neues. Starke Stürme setzten ihnen ebenso zu wie Dürreperioden, Brände oder Schädlinge. Daher steht auch nicht erst seit gestern das Thema „Waldumbau“ auf der Agenda. Vereinfacht gesagt, der Wandel von „Monokulturplantagen“ hin zu einem Mischwald, der eine solche Bezeichnung auch verdient hat.

Das Ganze hat allerdings gleich mehrere Haken. Es ist zum einen zeitintensiv, sowohl von dem Arbeitsaufwand her als auch von einem endgültigen Resultat, das frühestens die Kinder der jetzigen Generation erleben werden. Und zum anderen kostet es eine Menge Geld.

Falkenberg versucht nun, auf eine etwas andere Art für Unterstützung zu werben und lädt am Samstag (13. September) zu einem „Waldtag im Stadtwald Falkenberg“ ein. Der „Herr“ über diese Fläche von mehr als 600 Hektar ist seit 2020 Peter Mohr. Der studierte Forstingenieur hat seinen Beruf, wie er sagt, „von der Pike auf gelernt“ und kennt sein Gebiet mittlerweile genau.

Die Veranstaltung am Wochenende richtet sich gezielt an lokale Unternehmen und wird von der Firma DEUTIM unterstützt. Der Name ist eine Mischung aus DEU (für deutscher Wald) und TIM (für das englische Wort für Nutzholz, timber). Laut eigenen Angaben sei deren Ziel die „Wiederaufforstung und die klimastabile Renaturierung unserer Wälder“. Man sehe „Klimaschutz, Artenvielfalt und ökologisches Wirtschaften“ als Anliegen.

Viele Wald-Flächen bei Falkenberg brauchen Verjüngung

Eine Idee, die Peter Mohr durchaus gut findet. „Wir haben im Stadtwald eine Fläche von etwa 100 Hektar, die aktuell verjüngungsbedürftig ist. Für das gegenwärtige Ziel am kommenden Wochenende reden wir aber erst einmal nur von einer kleinen Fläche von etwa zwei Hektar.“

Einen sehr großen wirtschaftlichen Nutzen kann eine regionale Firma für ein derartiges Engagement allerdings eher weniger erwarten. Der ist eher ideeller Art. „Letztlich bedeutet es, der Heimat etwas Gutes zu tun“, meint Mohr. „Viele Firmenbetreiber gehen sicher auch gerne mit ihren Familien spazieren oder sammeln Pilze im Wald. Auch sie wollen nicht irgendwann in einer Graswüste leben. Und die Unterstützung der regionalen Arbeit kann man vor Ort nachvollziehen und es keine abstrakte Beteiligung an einem Projekt am anderen Ende der Welt.“

Nichtsdestotrotz fände es er nicht schlecht, gäbe es die Möglichkeit, auch finanzielle Vorteile zu generieren. „Aber es klappt in Deutschland leider nicht, so ohne weiteres ein Modell umzusetzen, bei dem man beispielsweise sagen könnte: Gut, dein Betrieb produziert eine Menge CO₂, meine Investitionen in den Waldauf- und Umbau binden dieses wieder, also könnte man doch eine Ausgleichszahlung zwischen uns vereinbaren. Das ist natürlich extrem vereinfacht und platt gesprochen, aber im Grundsatz wäre es nicht das Schlechteste.“

Probleme bei der Artenwahl und Wassermanagement

Abgesehen davon, sieht Peter Mohr noch andere Herausforderungen, was den Stadtwald angeht. „Zum einen geht es um die Auswahl von Baumarten für die jeweiligen Flächen. Zum Beispiel kann man in Naturschutzgebieten nur bestimmte Arten anpflanzen, andere hingegen, die vielleicht mit den gegenwärtigen Bedingungen besser klarkommen, sind in solchen Flächen aber tabu. Das kann dann auf der anderen Seite des Waldweges plötzlich schon ganz anders aussehen, weil das Gebiet anderwärtig bezeichnet ist.“

Ebenfalls Handlungsbedarf, gerade was die Flächen im Schweinert betrifft, sieht Mohr unter anderem beim Grundwasserstand. Seit den 70er Jahren sei der Wasserstand abgesenkt worden, im Großen und Ganzen etwa um einen Meter.

Eine Erhöhung wäre aus seiner Sicht durchaus wünschenswert, dies sei allerdings durch die Vielzahl der eingebundenen Akteure durchaus schwierig umzusetzen. „Auch wenn wir zum Beispiel zum Ausgang des Winters ein gutes Wasserverhältnis hatten, dann hat das Abflussmanagement dafür gesorgt, dass es viel zu schnell und zu viel abgeflossen ist. Wir müssten eigentlich versuchen, wieder mehr Wasser zu halten.“

Natürlich ist ihm aber auch bewusst, dass beispielsweise Flüsse wie die Schwarze Elster teilweise deutlich zu wenig Wasser führen. Unter dem Strich bleibt es ein Problem, dass sich nur in der Gesamtheit lösen lässt, einzelne punktuelle Ansätze scheinen wenig erfolgversprechend zu sein, da sie in der Regel auch Partikularinteressen zuwiderlaufen. Dabei gäbe es durchaus Konzepte für Hoch- oder Niedrigwassersituationen. „Das Problem ist nur, dass von diesen Konzepten auf lokaler und regionaler Ebene so gut wie nichts ankommt.“

Die ERlöse aus dem Holzverkauf reichen nicht aus, um alle Schadflächen wieder aufforsten zu können.

Die Erlöse aus dem Holzverkauf reichen nicht aus, um alle Schadflächen wieder aufforsten zu können.

Rico Meißner

Ausdrücklich lobt Peter Mohr die Zusammenarbeit mit der Stadt und den Stadtverordneten: „Da gibt es sehr viel Verständnis, Bemühungen und auch Entgegenkommen.“ Und was verspricht er sich von der Veranstaltung am Samstag? „Ich möchte und hoffe auch darauf, dass wir einen pragmatischen Weg einschlagen. Etwas tun und nicht lange darauf warten, dass es andere für uns machen“, sagt er.

Waldtag in Falkenberg

  • Der „Waldtag“ für interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer beginnt am Samstag (13. September) um 9 Uhr.
  • Treffpunkt ist das Haus des Gastes in der Lindenstraße in Falkenberg.
  • Neben der Waldführung durch Stadtförster Peter Mohr gibt es auch eine Essensverpflegung aus der Gulaschkanone.
  • Wer sich noch anmelden möchte, kann dies entweder unter haus-des-gastes@t-online.de oder unter der Nummer 035365 38035 tun.