Wahl Verbandsgemeinde Liebenwerda 2024
: Wenn der Stimmzettel fast Plakatgröße hat

Am 9. Juni wird in Brandenburg gewählt. Weshalb die Bürger in der Verbandsgemeinde Liebenwerda gleich einen ganzen Farben-Mix an Stimmzetteln bekommen.
Von
Frank Claus
Bad Liebenwerda
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Der Stimmzettel fast so groß wie ein Plakat: 75x45 Zentimeter misst das Abstimmungspapier für die Wahl der Verbandsgemeindeversammlung, die erstmals direkt vom Volk bestimmt wird. Wahlleiterin Andrea Wagenmann zeigt ein Muster.

Der Stimmzettel fast so groß wie ein Plakat: 75x45 Zentimeter misst das Abstimmungspapier für die Wahl der Verbandsgemeindeversammlung, die erstmals direkt vom Volk bestimmt wird. Wahlleiterin Andrea Wagenmann zeigt ein Muster.

Frank Claus

Es ist eine Megawahl, die am 9. Juni in Brandenburg und in besonderer Form noch in der Verbandsgemeinde Liebenwerda mit ihren vier Städten Bad Liebenwerda, Falkenberg, Uebigau-Wahrenbrück und Mühlberg ansteht. Für Wahlleiterin Andrea Wagenmann ist es die letzte Kommunalwahl.

In einigen Orten bekommen die Wahlberechtigten bis zu sechs Stimmzettel, um ihre Kreuzchen zu setzen. Damit erhalten sie im Wahllokal gleich einen ganzen Farben-Mix in die Hand gedrückt. Fünf Stimmzettel erhalten alle auf jeden Fall. Einen weißen für die Wahl zum Europäischen Parlament. Der für die Wahl zum Kreistag ist cremefarben. Für die erstmals direkt vom Volk zu wählende Verbandsgemeindeversammlung ist der Stimmzettel hellorange. Dieser Stimmzettel gleicht in seinen Abmaßen von 75x45 Zentimetern fast einem Plakat. Weshalb? Aus Gründen der Gleichbehandlung müssen alle Parteien/Vereinigungen nebeneinander und nicht untereinander stehen. Zudem stellt die CDU die meisten Kandidaten, die alle untereinander aufgeführt sind.

Stichwahl in Bad Liebenwerda und Mühlberg wahrscheinlich?

Die jeweilige Stadtverordnetenversammlung wird mit einem hellblauen Stimmzettel gewählt. Hellrosa wird der Stimmzettel sein, mit dem der oder die ehrenamtliche Bürgermeister/in gewählt werden kann. Während in Mühlberg drei Namen (Jörg Fabian, Maximilian Schöne, Dieter Jähnichen), in Bad Liebenwerda zwei (Johannes Berger und Hubert Blaas) auf den Zetteln stehen, sind es in Falkenberg (Stephan Bawey) und in Uebigau-Wahrenbrück (Dittgard Hapich) je einer. Die mögliche Stichwahl wird es am 30. Juni geben.

Alle Stimmzettel von EU bis Ortsbeirat auf einen Blick.

Alle Stimmzettel von EU bis Ortsbeirat auf einen Blick.

Frank Claus

Keine Kandidaten für Ortsbeiräte in vier Orten

Einen weiteren fliederfarbenen Stimmzettel gibt es für die Wahl der Ortsbeiräte (das betrifft die Ortsteile von Mühlberg, Falkenberg und Bad Liebenwerda) beziehungsweise der Ortsvorsteher im Stadtgebiet Uebigau-Wahrenbrück. Die Wahl der Ortsbeiräte Beyern, Kröbeln, Zeischa und Zobersdorf wurden abgesagt, da keine ausreichenden Bewerbungen vorlagen. In der genannten Reihenfolge (erst EU, dann Kreis, usw.) werden am Wahltag auch die Stimmzettel ausgezählt, mit einer Neuerung: Um 22 Uhr ist Schluss. Was bis dahin nicht ausgezählt ist, wird am nächsten Morgen fortgeführt.

Wahlleiterin Andrea Wagenmann indes ist zuversichtlich, dass die Wahlvorstände in den meisten Wahllokalen bis 22 Uhr alle Stimmen ausgezählt haben. Die Größe der Wahlbezirke und Wahlberechtigten je Wahlbüro sei zu bewerkstelligen. Die meisten Wahlberechtigten gibt es in den Wahllokalen in Bad Liebenwerda Waldstadion und Grundschulzentrum mit jeweils um die 1000, die kleinsten im Stadtgebiet Uebigau-Wahrenbrück, wobei zum Beispiel die einwohnerkleinsten Orte München, Bomsdorf und Neudeck bei den Nachbarn wählen werden.

Wahlleiterin rechnet mit vielen Briefwählern

Insgesamt sind 20.600 Einwohner der Verbandsgemeinde wahlberechtigt. Es gibt 56 Urnenwahllokale und sieben Briefwahllokale. Pro Wahllokal werden acht Wahlhelfer im Einsatz sein, in kleineren sechs. Der Wahlvorsteher entscheidet über den Schichteinsatz tagsüber, zur Auszählung ab 18 Uhr müssen alle anwesend sein. Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind alle Wahllokale besetzt. Wer noch Wahlhelfer sein möchte – das ist ab einem Alter von 16 Jahren gestattet –  kann sich bei Andrea Wagenmann melden (wahlen@vg-liebenwerda.de). Entschädigt werden die Wahlhelfer mit 50 Euro, die jeweiligen Wahlvorsteher bekommen 70.

Andrea Wagenmann rechnet mit einem hohen Anteil an Briefwählern. Diese Wahl ist für ganz Eilige ab sofort in den Bürgerbüros möglich, noch besser geht es, wenn mit der Wahlbenachrichtigungskarte die Wahlunterlagen angefordert werden, die dann per Post nach Hause flattern. Für bis zu vier Personen können mit entsprechender Vollmacht – auch auf der Wahlbenachrichtigungskarte auszufüllen oder mit formlosem Schreiben nachzuweisen (Name, Geburtsdatum, Anschrift und Unterschrift) – die Wahlunterlagen abgeholt oder der Auftrag zum Postversand gegeben werden.

Die Wahlen kosten beträchtliche Stange Geld

Investiert worden ist vor der Wahl in zusätzliche Wahlurnen aufgrund der bis zu sechs Wahlhandlungen und auch in weitere Wahlkabinen. In größeren Wahllokalen soll es mehrere Wahlkabinen mit der Möglichkeit zum Sitzen oder Stehen geben. Insgesamt 152.000 Euro sind für die Wahl am 9. Juni im Haushalt eingestellt, inklusive Wahlscheindruck, Entschädigungen, Briefmarken, Investitionen bzw. Mieten für Wahllokale.