Wahl 2024 in Herzberg: Sind die Wahlvorstände überall komplett?

Frank Köhler aus Arnsnesta ist seit fast 35 Jahren Wahlhelfer und Wahlvorsteher. Ihm macht diese verantwortungsvolle Aufgabe mit einer „tollen Truppe“ in erster Linie Spaß, sagt er.
Dieter MüllerIn der Region Herzberg mit der Stadt Herzberg, der Stadt Schönewalde und dem Amt Schlieben sowie in der Verbandsgemeinde Liebenwerda können die Stimmen zu den Europa- und Kommunalwahlen am 9. Juni 2024 in mehr als 115 Wahllokalen abgegeben werden.
Dort sorgen am Wahltag mehr als 750 freiwillige und ehrenamtliche Wahlhelferinnen und Wahlhelfer für einen reibungslosen Ablauf und die korrekte Auszählung der Stimmen. Mittlerweile melden fast alle Wahlleitungen der Region, dass ihre Wahllokale mit ausreichend Helfern besetzt sind.
Wahlhelfer der ersten Stunde
Einer von ihnen ist Frank Köhler aus dem Herzberger Ortsteil Arnsnesta. Der 69-Jährige ist sozusagen ein Wahlhelfer der ersten Stunde. Seine Premiere in dieser Funktion hatte er bei der ersten (und letzten) freien Wahl zur Volkskammer der DDR am 18. März 1990 in Berlin. „Ich dachte mir damals, dass wir dafür schließlich auf die Straße gegangen waren und ließ mich als Beisitzer für ein Wahllokal eintragen“, erzählt er.
1997 zu den Kommunalwahlen – mittlerweile war er nach Arnsnesta gezogen – erklärte er sich dann bereit, als Wahlvorsteher zu fungieren und macht das noch heute in seinem Ort. Nach dem 9. Juni wird er dieses Amt aber an Jüngere abgeben. „Einfacher Wahlhelfer“ möchte er jedoch weiterhin bleiben, so lange seine Tipps noch gefragt sind, sagt Frank Köhler.
Scheu vor Verantwortung im Wahlvorstand?
Für die 18 Wahllokale im Herzberger Stadtgebiet sind genügend Helfer vorhanden. 120 müssten es mindestens sein, 146 stehen aktuell zur Verfügung. Problematisch sei es aber gewesen, überall Leute zu finden, die als Vorsteher oder deren Stellvertreter fungieren. „Davor haben sich viele gescheut, vielleicht, weil ihnen die Verantwortung zu hoch ist. Das ist aber unbegründet. Alle werden entsprechend geschult und bekommen Hilfe“, sagt Stadtwahlleiterin Stephanie Kuntze. Frank Köhler stimmt ihr zu.
Die Erfahrung ihrer Herzberger Kollegin hat auch Andrea Wagenmann, Wahlleiterin der Verbandsgemeinde (VG) Liebenwerda, gemacht. Mittlerweile sind jedoch fast alle Wahlvorstände auch mit „Führungspersonal“ vollständig besetzt. Für die Verbandsgemeinde mit ihren mehr als 60 Wahllokalen werden aber noch Reservehelfer gesucht, die bei kurzfristigen Ausfällen zum Einsatz kommen. „Gut wäre es, wenn diese Leute örtlich flexibel sind“, so Wagenmann. Interessenten könnten sich beim Ordnungsamt der VG melden oder ein entsprechendes Formular von der Homepage herunterladen.
Frische Helfer in Schönewalde
Problemlos laufen die Wahlvorbereitungen in den kleineren Kommunen. Im Amt Schlieben ist jedes der 18 Wahllokale ausreichend mit durchschnittlich sechs Wahlhelfern gut besetzt. „Darum kümmern sich die Ortsvorsteher“, sagt die stellvertretende Wahlleiterin des Amtes, Jasmin Rotter.
Über junges Blut in den Wahlvorständen freut sich Schönewalde. „Wir haben elf Wahllokale im Stadtgebiet, die jeweils mit bis zu acht oder neun Helfern besetzt sind. Zu den Altgedienten kommen diesmal auch ein paar Neue. Das freut natürlich die ältere Generation“, so die stellvertretende Stadtwahlleiterin Monique Mittag.

