Wahl 2024 Elbe-Elster
: AfD im Kreis bei der Europawahl vorn – Liebenwerda zählt noch

UPDATE,  10. Juni, 11.45 Uhr:  Bei der Europawahl in Elbe-Elster dominiert die AfD. Bürgermeisterstichwahl in Mühlberg, in Bad Liebenwerda ist Amtsinhaber Johannes Berger vorn. Überraschung in Elsterwerda.
Von
Manfred Feller
Elsterwerda
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Entleeren der Wahlurnen — Symbolbild — Wahl in Hohenleipisch: Entleeren der Wahlurnen - Symbolbild - Wahl in Hohenleipisch
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Pünktlich kurz nach 18 Uhr begann das Entleeren der EU-Wahlurnen zur Auszählung der Stimmen. Hier im Wahllokal Hohenleipisch.

VRS

Der 9. Juni 2024 ist Superwahl-Sonntag in Elbe-Elster. Europa wählt an diesem Tag sein neues Parlament, Elbe-Elster seinen neuen Kreistag, Städte, Gemeinden und Ortsteile ihre Vertretungen sowie hier und da neue Bürgermeister.
Wann: Am Wahlsonntag (9. Juni 2024) können Wahlberechtigte von 8 bis 18 Uhr ihre Stimme abgeben. Auch für Briefwähler gilt: Wahlbriefe mit Stimmzettel und unterschriebenem Wahlschein müssen am Wahltag bis 18 Uhr eingegangen sein oder abgegeben werden.
Für die Wahl zum Europäischen Parlament kann jeder Wahlberechtigte eine Stimme (ein Kreuz) vergeben.
Bei der Wahl des Kreistages Elbe-Elster hat jeder Wahlberechtigte maximal drei Stimmen. Insgesamt bewerben sich 369 Kandidaten um die 50 Kreistagsmandate.

Hier werden Bürgermeister gewählt

Spannend wird es einzelnen Orten im Süden von Elbe-Elster bei der Wahl der neuen ehrenamtlichen Bürgermeister. In Mühlberg bewerben sich drei Kandidaten, in Bad Liebenwerda sind es zwei, ebenso in Plessa. In den anderen Gemeinden des Amtes Plessa treten jeweils nur die Amtsinhaber an. Auch im Amt Schradenland stehen die aktuellen vier Gemeindebürgermeister allein als Kandidaten auf der Liste.
Wo: Das Wahllokal für die Stimmabgabe ist auf der persönlichen Wahlbenachrichtigungskarte vermerkt. Mitzubringen ins Wahllokal sind die Wahlbenachrichtigung und der Personalausweis/Reisepass.

Newsblog: Hier lesen Sie alles zu den Wahlen

+++ Montag, 11 Uhr: Die vier in der Verbandsgemeinde Liebenwerda berufenen Auszählungswahlvorstände setzen seit heute Morgen (10. Juni) die Ergebnisermittlung für die Wahlen der ehrenamtlichen Bürgermeister, die Wahl zur Verbandsgemeindeversammlung, zu den Stadtverordnetenversammlungen und den Ortsteilvertretungen fort. Um zu unterstützen und die Ergebnisfeststellung zu beschleunigen, wurden nach Angaben der Wahlleiterin am Vormittag für Bad Liebenwerda zwei weitere Auszählungswahlvorstände berufen.

Die Auszählungen finden in den Rathäusern statt und sind öffentlich. Da in der Verbandsgemeinde Liebenwerda die umfangreichsten Wahlen im Land Brandenburg stattfinden, sei zu erwarten gewesen, so Andrea Wagenmann, dass nicht alle Ergebnisse von den Urnen- und Briefwahlvorständen im Laufe des Abends ermittelt werden können. Die neu in das Kommunalwahlgesetz aufgenommene Möglichkeit, die Ergebnisermittlung nach dem Wahltag fortzusetzen, wurde daher von vornherein eingeplant.

Es werde davon ausgegangen, dass die Ergebnisermittlung mindestens bis zum späten Montagnachmittag andauert.

+++ Sonntag, 23.55 Uhr und Ende des Tickers

Nach wie vor stehen einige Entscheidungen aus. Dazu gehören die Bürgermeisterwahlen in Bad Liebenwerda, im gesamten Amt Plessa und in der Gemeinde Merzdorf im Schradenland. Auch sind noch nicht alle Stimmen für Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen ausgezählt.

+++ Sonntag, 23.20 Uhr

In drei von neun ausgezählten Wahllokalen für die Stadtverordnetenversammlung Elsterwerda liegt überraschend die neu gegründete Wählergruppe „Aktiv Elsterwerda“, bestehend aus Kandidaten vornehmlich mit Unternehmerhintergrund, mit 29,1 Prozent der Stimmen vorn. Damit würde sie auf Anhieb fünf Sitze gewinnen und stärkste Fraktion in dem neuen Parlament werden. Es folgen vorläufig die AfD mit 26,7 Prozent (vier Sitze), die SPD mit 20,7 Prozent (vier Sitze), die CDU mit 10,8 Prozent (zwei Sitze), die Linke mit 3,6 Prozent (ein Sitz) und Bürger für Elsterwerda (BfE/ein Sitz). Leer ausgehen würden nach jetzigem Stand die Grünen sowie die Einzelbewerber Thomas Gehre und Marc Gürntke.

+++ Sonntag, 22.55 Uhr

Im Amt Schradenland sind die bisherigen ehrenamtlichen Bürgermeister konkurrenzlos ins Rennen gegangen. Gröden: Dr. Sebastian Rick (CDU) hat nach Auszählung der Stimmen 594-mal ein Ja und 221-mal ein Nein erhalten. Er ist damit wiedergewählt. Ebenso Heiko Imhof (Einzelbewerber) in Großthiemig. Er bekam 507 Ja-Stimmen. 90-mal wurde gegen ihn votiert.

Eine klare Sache auch für Ivonne Haase in Hirschfeld. 649 Wahlberechtigte möchten sie weiterhin als Bürgermeisterin sehen. Sie erhielt 82 Gegenstimmen. Merzdorf wird noch ausgezählt.

+++ Sonntag, 22.35 Uhr

In der Kurstadt Bad Liebenwerda bewerben sich zwei Einzelkandidaten um den Sessel des ehrenamtlichen Bürgermeisters. Klar vorn liegt nach der Auszählung der Stimmen in 18 von 23 Wahllokalen Amtsinhaber Johannes Berger. Er vereint bislang 2897 Stimmen auf sich. Das sind 70,2 Prozent. Mitbewerber Ulrich Blass (Linke) hat aktuell 1227 Stimmen bzw. 29,8 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen.

+++ Sonntag, 22.30 Uhr

Überraschung bei der Wahl zum ehrenamtlichen Bürgermeister des Elbestädtchens Mühlberg mit drei Einzelbewerbern. Amtsinhaber Dieter Jähnichen kommt nur auf 12,4 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. Nach Auszählung in allen acht Wahllokalen liegt Maximilian Schöne mit 47,6 Prozent vorn. Das sind 970 Stimmen. Zweitplatzierter ist Jörg Fabian mit 40,0 Prozent und 815 Stimmen. Zwischen beiden wird es zur Stichwahl kommen. Auf welche Seite werden sich dann die Wähler von Dieter Jähnichen schlagen?

AfD holt im Schradenland 50,3 Prozent der Stimmen

+++ Sonntag, 21.40 Uhr

Im Süden von Elbe-Elster erzielt die AfD im Schradenland mit 50,3 Prozent (+10,9 Prozent im Vergleich zu 2019) das beste Ergebnis bei der Europawahl. CDU 20,0 (-5,1), BSW 11,0.

Im Schradenland erhielt die AfD die meisten Stimmen in Hirschfeld (60,9 Prozent). Merzdorf 51,7, Gröden 50,8 und Großthiemig 49,0.

In Mühlberg gewann die AfD mit 46,6 Prozent der abgegeben gültigen Stimmen vor der CDU mit 16,9 Prozent. In der Gemeinde Röderland siegt die AfD mit 42,3 Prozent ebenfalls vor der CDU mit 19,8 Prozent. Die höchsten AfD-Werte haben dort Reichenhain (52,4), Wainsdorf (50,6) und Prösen (Wahllokal Rathaus/49,1).

In der Verbandsgemeinde Liebenwerda liegt die AfD mit 36,0 Prozent (+12,5) vor der CDU 19,0 (-3,2) und dem BSW (15,3).

In Elsterwerda sieht es so aus: AfD 40,8 (+10,1), CDU 17,2 (-4,9) und BSW 15,3.

Auch im Amt Plessa siegt die AfD mit 40,8 Prozent (+10,1) vor der CDU 17,2 (-4,9) und dem BSW (15,3). AfD-Wählerhochburg ist Plessa mit 49,0 Prozent der abgegeben gültigen Stimmen.

+++ Sonntag, 21 Uhr

In Elbe-Elster sind 237 von 237 Wahlbezirke für die Europawahl ausgezählt. Die Wahlbeteiligung beträgt 69,1 Prozent. Im Süden des Landkreises liegt sie mit 74,1 Prozent am höchsten im Amt Schradenland.

Die AfD erringt 35,1 Prozent der abgegebenen Stimmen (10,4 Prozent mehr als bei der Europawahl 2019). Von den insgesamt 56.839 gültigen Stimmen in Elbe-Elster erhielt sie 19.933. Außerdem: CDU 19,2 Prozent (-3,4), SPD 10,2 (-5,6), Linke 3,2 (-7,1), Grüne 2,3 (-3,8), FDP 2,4 (-2,2) und BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) 15,2 Prozent.

Stimmzettel mussten nachgefordert werden

+++ Sonntag, 18.30 Uhr

Auf Nachfrage von LR.de erklärten die Wahlleiterinnen und Wahlleiter aus Kommunen, dass es bis auf die Verbandsgemeinde Liebenwerda keine gravierenden Probleme bei der Abwicklung der Europa- und Kommunalwahl gegeben habe.

Bei der Wahlleitung der Verbandsgemeinde Liebenwerda seien im Laufe des Nachmittags von mehreren Wahllokalen Stimmzettel nachgefordert worden, so Wahlleiterin Andrea Wagenmann. Diese hätten die Stadtverordnetenversammlung (SVV) Uebigau-Wahrenbrück betroffen, so die Wahlleiterin. Mehrere Kuriere seien im Einsatz gewesen, um überschüssige Stimmzettel aus einigen Wahllokalen abzuholen und in Wahllokale zu bringen, wo diese fehlten. Ob letztendlich wirklich genügend Stimmzettel für die SVV Uebigau-Wahrenbrück zur Verfügung standen, konnte Andrea Wagenmann bei Schließung der Wahllokale noch nicht sagen.

+++ Sonntag, 18 Uhr

Die Wahllokale im Süden von Elbe-Elster mit der Verbandsgemeinde Liebenwerda, mit Elsterwerda, den Ämtern Plessa und Schradenland sowie der Gemeinde Röderland haben geschlossen. Ab jetzt können die Stimmen ausgezählt werden. Zuerst ist die Europawahl an der Reihe. Dann ist der Kreistag Elbe-Elster dran. Es folgen die Stadtverordnetenversammlungen und die Gemeinderäte. Zum Abschluss werden die Bürgermeisterstimmen ausgezählt.

Sehr hohe Wahlbeteiligung in Gemeinde Röderland erwartet

+++ Sonntag, 17.40 Uhr

Mit einer hohen Wahlbeteiligung wird in den sieben Ortsteilen der Gemeinde Röderland gerechnet. „Sie könnte wie vor fünf Jahren bei 80 Prozent liegen“, sagt Wahlleiter Oliver Jahre. In den kleinen Wahllokalen vielleicht noch ein wenig höher. Die längsten, jedoch überschaubaren Staus vor den Wahllokalen habe es nach dem Frühstück und dem Nachmittagskaffee gegeben. Mehr als zehn Minuten, so habe er aus den Wahllokalen gehört, habe wohl kaum jemand anstehen müssen.

Bei seiner Rundreise durch die Ortsteile seien ihm keine Auffälligkeiten oder gar Vorkommnisse mitgeteilt worden. Bislang sei alles ordnungsgemäß abgelaufen. Wahlleiter Oliver Jahre schätzt, dass die letzten Stimmen eventuell erst gegen 1 Uhr am Montag ausgezählt sein könnten.

+++ Sonntag, 17.20 Uhr

Der größte Andrang der Wählerinnen und Wähler in den vier Gemeinden des Amtes Schradenland lag nach Auskunft von Wahlleiterin Kathleen Wilken zwischen 10 und 12 Uhr am Vormittag. Für Extra-Kabinen sei jedoch kein Platz gewesen. Die Wartezeiten hätten sich jedoch in Grenzen gehalten.

Gegen 14 Uhr musste die erste Meldung zur Wahlbeteiligung „nach oben“ gemeldet werden. Zu diesem Zeitpunkt habe sie bereits bei 55 Prozent gelegen. Am Ende werde sie sicher hoch sein. „Bei den Kommunalwahlen hatten wir schon immer eine hohe Wahlbeteiligung“, sagt Kathleen Wilken. Dies habe man auch in den Dörfern gespürt. Viele seien tagsüber spazieren gewesen.

Die Wahlvorstände würden zu fortgeschrittener Stunde selbst entscheiden, ob sie die Stimmen fertig auszählen. Zunächst sei die Europawahl an der Reihe, dann die Kreistagswahl, anschließend die Bürgermeisterwahl und abschließend die Gemeinderatswahl. Eigentlich würden alle fertig werden wollen.

+++ Sonntag, 17.10 Uhr
Auch in einzelnen Wahllokalen des Amtes Plessa mussten sich Wahlberechtigte zeitweise in Geduld üben. In den großen Wahlbezirken in Plessa und Hohenleipisch habe die maximale Wartezeit zwischen einer halben Stunde und etwa 45 Minuten betragen, so Wahlleiterin Anja Heller. Hier und da habe es deswegen auch Unmut gegeben. Die Wahlvorstände hätten mit zusätzlichen Wahlkabinen reagiert.
Hauptgrund für die Wartezeiten sei gewesen, dass sich Wahlberechtigte weniger im Vorfeld, als vielmehr erst in der Kabine mit den Kandidaten der unterschiedlichen Wahlen vertraut gemacht hätten.
Erfreulich sei hingegen die hohe Wahlbeteiligung. „Wir rechnen mit 60 bis 70 Prozent“, sagt Anja Heller. Dies hätten die Wahlvorstände bestätigt. Die Wahlleiterin schätzt, dass bei reibungslosem Verlauf alle Stimmzettel bis Mitternacht ausgezählt sein könnten.

+++ Sonntag, 16.50 Uhr

Keine Vorkommnisse habe es in Elsterwerda und im Ortsteil Kraupa an diesem Wahlsonntag gegeben, informiert Wahlleiterin Lena Voigt. Wartezeiten für die Wählenden habe es insbesondere am Vormittag gegeben. In einzelnen Wahllokalen seinen deshalb zusätzliche Kabinen aufgebaut worden. Ab 18 Uhr wird ausgezählt. Eine Zeitbegrenzung gebe es dafür nicht, heißt es.

In Plessa treten zwei Bürgermeisterkandidaten an

+++ Sonntag, 16 Uhr

Der langjährige Bürgermeister von Plessa, Gottfried Heinicke, tritt nicht mehr an. Um das Ehrenamt bewerben sich Stefanie Lehmann-Lösche für die CDU und Siegfried Nußbeck von der neu gegründeten Wählergruppe Bündnis Plessa. Es wird spannend.

Ganz anders in den übrigen Gemeinden des Amtes. Die Amtsinhaber treten ohne Gegenkandidaten erneut an: Enrico Schiemang in Gorden-Staupitz, Lutz Schumann in Hohenleipisch und Olaf Redlich in Schraden. Die größte Gemeindevertretung muss in Plessa mit 16 Sitzen neu gewählt werden.

In den einzelnen Gremien wird es auf jeden Fall neue Gesichter geben. Plessas Amtsdirektor Göran Schrey erwähnt den Amtsausschuss mit Vertretern aus den Gemeinden. Sechs Ehemalige stellen sich nicht noch einmal zur Wahl. Auch vor den Neuen lägen große Aufgaben. Das Radwegekonzept müsse schrittweise verwirklicht werden. Der Aussichtsturm sei keineswegs vom Tisch. Für Einwohner, Touristen und Bildung sei die Infrastruktur hinsichtlich der Moor- und Bergbaufolgelandschaft zu verbessern. Feuerwehren und Bauhof seien weiter zu stärken. Dies alles vor dem Hintergrund der weiter sinkenden Einwohnerzahl sowie einer älter werdenden Bevölkerung.

Eine permanente Aufgabe auch mit den neu zu wählenden Abgeordneten sei es, an noch familienfreundlicheren Gemeinden zu arbeiten. Dazu gehören Kitas und Schulstandorte. Die nächsten Ereignisse stünden unmittelbar bevor: Am kommenden Wochenende feiert die Feuerwehr Gorden ihren Gründungstag vor 145 Jahren in Verbindung mit der feierlichen Eröffnung des nagelneuen Fitnessparks, sozialer Bewegungsraum für alle Altersgruppen genannt. Kosten: rund 350.000 Euro.

Wahl als Herausforderung in der Verbandsgemeinde

+++ Sonntag, 15 Uhr

20.600 Wahlberechtigte, 56 Urnenwahllokale und sieben Briefwahllokale - für die Verbandsgemeinde Liebenwerda, die es erst seit 2020 gibt, ist der heutige Wahltag eine besondere Feuertaufe. Allein zur Bewältigung der Briefwahlanträge in den vergangenen Tagen und Wochen musste im Mühlberger Rathaus ein Briefwahlbüro eingerichtet werden, in dem zwei bis fünf Mitarbeiter der Verwaltung täglich beschäftigt waren. „Die vielen Stimmzettel hätten in den Bürgerbüros gar keinen Platz gehabt“, sagt Wahlleiterin Andrea Wagenmann.

„Bei der Bundestagswahl 2021 und der Bürgermeisterwahl 2022 konnten wir schon üben. Aber bei dieser Wahl alles im Blick zu behalten, das ist eine absolute Herausforderung. Da lagen die Nerven letzte Woche schon mal blank. Doch wir sind ein gutes Team“, gibt die Wahlleiterin zu. Sie ist erleichtert, dass der Wahltag in der Verbandsgemeinde problemlos angelaufen ist.

+++ Sonntag, 13.50

Um die 17 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung Bad Liebenwerda bewerben sich Kandidaten von fünf Parteien sowie Wählergruppen und Einzelbewerber. Ehrenamtlicher Bürgermeister in der Kurstadt möchten Amtsinhaber Johannes Berger (Einzelwahlvorschlag) und Hubert Blaas (Die Linke) werden.

In vier Wahllokalen der vier Kommunen der Verbandsgemeinde Liebenwerda wurde zu 14 Uhr stichprobenartig die Wahlbeteiligung ermittelt. Sie betrug (ohne Briefwahl) 33,75 Prozent in Bad Liebenwerda, 43 Prozent in Falkenberg, 41 Prozent in Mühlberg und 40 Prozent in Uebigau-Wahrenbrück, teilt Wahlleiterin Andrea Wagenmann mit.

Große Aufgaben vor Abgeordneten in Bad Liebenwerda

Wer auch immer das Rennen macht, ein künftiges Projekt ist der millionenschwere Umbau des Jugendzentrums in ein Mehrgenerationenhaus. Auf dem Programm stünden, so Johannes Berger, auch der Verkauf des AOK-Gebäudes und die Sanierung des Rathauses in Bad Liebenwerda. Auch der Hochwasserschutz in Zusammenarbeit mit dem Land sei ein herausragendes Thema für die neuen Kommunalpolitiker.

Der Start in die neue Verwaltungsstruktur der Verbandsgemeinde sei holprig gewesen. Die Arbeit habe sich jedoch eingepegelt. Im Parlament sei fraktionsübergreifend konstruktiv gearbeitet worden. Dies möge so bleiben. Ebenso, dass nicht nur die Verwaltung Beschlussvorlagen erarbeite, sondern - wie zuletzt - zunehmend auch die Fraktionen. Ein herausragendes Thema der vergangenen Legislatur sei der Weg Wonnemars von der Insolvenz bis zur Sanierung gewesen.

Warten vor der Stimmabgabe in Elsterwerda

+++ Sonntag, 11.50 Uhr

Das war zu vermuten: Vor Wahllokalen in Elsterwerda - und wahrscheinlich nicht nur dort - bildeten sich am Sonntagvormittag Warteschlangen. Als Gründe gibt die Wahlleitung den Umfang der Stimmzettel an und dass sich viele anscheinend vorher nicht über die Vielfalt der Kandidaten informiert haben, um sich nun durchzuarbeiten. Zusätzliche Wahlkabinen wurden angefordert.

Unterdessen blickt Elsterwerdas Bürgermeisterin Anja Heinrich voraus, mit welchen Projekten die neuen Stadtverordneten konfrontiert werden. Auch wenn zwei Straßenbauprojekte mit Vollsperrungen verbunden sein werden, müssten diese angegangen werden. Die Mittel für die Großenhainer Straße und die Ortsdurchfahrt (Bahnhofstraße, Packhofstraße und Denkmalsplatz) stünden längst zur Verfügung. „Ich warte darauf, wenn der Landesbetrieb Straßenwesen endlich den Baustart verkünden wird“, sagt Bürgermeisterin Anja Heinrich. Das Straßen- und Gehwegeprogramm werde weiter abgearbeitet und gegebenenfalls mit Kompromissen umzusetzen sein.

Wahl in Bad Liebenwerda und in Elsterwerda : Wahl in Bad Liebenwerda und in Elsterwerda 
- Mit unter bis zu 20 Meter lange Schlangen vor dem Wahllokal in Elsterwerda. Wahllokal Stimmbezirk III im Elster- Schloss- Gymnasium Elsterwerda. Hier musste sogar B?rgermeisterin Anja Heinrich in der langen Schlange anstehen

Wahl in Brandenburg: In einigen Wahllokalen haben sich lange Schlangen gebildet. Zum Beispiel in Elsterwerda (Elbe-Elster). Auch Bürgermeisterin Anja Heinrich stand dort an.

VRS

„Ich freue mich über die hervorragende Resonanz zum Miniaturenpark. Unser Pumptrack ist jeden Tag gut besucht von Kindern, Jugendlichen und zuschauenden Gästen. Nun müssen wir in den Ortsteilen sowohl das Thema Naturpark, als auch die Erfordernisse des gesellschaftlichen Lebens sehr aktiv begleiten“, so die Bürgermeisterin weiter.

Neue Geschäfte im Zentrum von Elsterwerda sind Ziel

Die leeren Geschäfte in der Innenstadt bereiten vielen Sorgen. Deshalb wurde das Innenstadtprogramm gestartet. Es läuft und solle trotz absehbar neuer Geschäfte fortgeschrieben werden, um dem Leerstand entgegenzuwirken.

Zudem seien in Elsterwerda sämtliche Spielplätze zu überarbeiten. Es gebe auch an den städtischen Immobilien viel zu tun. Beispiele seien die Kindertagesstätten und die Grundschule. Die Toilette im Bahnhofsbereich sei unerlässlich. Da alle Trauerhallen auf den Friedhöfen marode seien, bedürfe es dringend einer ehrwürdigen Trauerhalle.

„Bei vielen unserer Vorhaben sind wir von Drittmittelgebern abhängig. Dazu gehören der Hochwasserschutz und nicht zuletzt die Ortsumfahrungen, um nur zwei Beispiele zu nennen“, so Anja Heinrich.

Rückblickend stellt das Stadtoberhaupt fest: „Unsere Stadtverordnetenversammlung war ein Gremium, auf dessen Unterstützung ich zum Wohl unserer Heimatstadt bauen durfte. Viele bewährte und erfahrene Abgeordnete konnte ich stets in die Meinungs- und Lösungsfindung einbinden und mich als Bürgermeisterin auf deren Integrität zum Wohl der Stadt verlassen.

Abgeordnete in Elsterwerda brauchen Gestaltungswillen

Wir haben auch als Stadtverwaltung den Anspruch gelebt, allen Interessen und Themen der unterschiedlichen Fraktionen zu entsprechen und Anregungen stets aufzunehmen. Das wird auch künftig so sein.

Ich persönlich stehe immer hinter jenen Abgeordneten, die einen Gestaltungswillen haben und sich für etwas einsetzen. Wem es nur um das Verhindern und Zwist geht, dem schenke ich natürlich weniger Aufmerksamkeit.“

Die Bürgermeisterin zeigt sich überzeugt, dass von den Elsterwerdaern und Kraupaern ein gutes und arbeitsfähiges Parlament gewählt wird. Jeder der künftigen Abgeordneten dürfe sich auf eine gute und sachorientierte Zusammenarbeit mit ihr als Bürgermeisterin, unabhängig seiner politischen Heimat, verlassen. „Wir sind eine kleine Stadt mit einem überschaubaren, aber soliden Haushalt, mit einer erfahrenen, jungen und engagierten Stadtverwaltung, in der Menschen arbeiten, die auch in dieser Region zu Hause sind“, so Anja Heinrich.

Um die 18 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung Elsterwerda bewerben sich 64 Kandidaten aus Parteien und Wählergruppen, plus Einzelbewerbern. Für einen reibungslosen Ablauf der Wahlen sorgen nach Angaben von Wahlleiterin Lena Voigt 78 Wahlhelfer in acht Wahllokalen und einem Briefwahllokal. Abstimmen können insgesamt rund 6500 Wahlberechtigte. Etwa 1100 von ihnen hatten Briefwahlunterlagen angefordert. Ab 18 Uhr werde, egal wie lange es dauere, bis zum Abschluss ausgezählt.

Darum geht es künftig in der Gemeinde Röderland

+++ Sonntag, 11 Uhr

Auch in der Gemeinde Röderland heißt es zum Auszählen der Stimmen von Wahlleiter Oliver Jahre: „Wir ziehen durch.“ Die 56 Wahlhelfer verteilen sich auf acht Wahllokale, davon zwei in Prösen. Unter den 3226 Wahlberechtigten sind 126 Erstwähler ab 16 Jahren. Die Briefwahl nutzen 520 Wahlberechtigte. Für die Gemeindevertretung sind 16 Sitze zu vergeben. Hinzu kommen sieben Ortsbeiräte.

Bürgermeister Markus Terne lobt die bisherige Diskussionskultur in der großen Vertretung und in den Ortsbeiräten. Die Vorschläge der Verwaltung würden nicht nur einfach abgenickt. „Parteipolitik spielt bei uns keine Rolle. Es geht immer um die Sache“, sagt er. Auch in Zukunft werde es so sein, dass bei den Investitionen alle Ortsteile bedacht würden. Klar, das meiste Geld fließe in das einwohnerstärkste Prösen und nicht jeder Wunsch sei erfüllbar.

Das größte Projekt der zurückliegenden Legislatur war der grundhafte Ausbau der Ortsdurchfahrt B 169 in Prösen. Obwohl das Land Bauherr war, sei dies auch für die Gemeinde finanziell eine Hausnummer gewesen. Beispiele für weitere Investitionen seien die Saathainer Straße in Stolzenhain/Röder, die Gartenstraße in Prösen sowie alle fünf Kitas mit Hort.

Noch auf den Weg gebracht haben die bisherigen Abgeordneten den Erweiterungsbau für die Grundschule in Prösen. Der Spatenstich ist unlängst erfolgt. Eine bevorstehende größere Anschaffung sei das neue Hilfeleistungs-Löschfahrzeug für die Feuerwehr Prösen. Das alte Tanklöschfahrzeug müsse ersetzt werden. Das neue Gefährt werde 2025 erwartet. Weiteres Geld fließe auch künftig in den Straßenbau, die Kitas und die Feuerwehren.

Wer wird in Mühlberg neuer Bürgermeister?

Spannend wird es in Mühlberg. Wer macht das Rennen um den Stuhl des ehrenamtlichen Bürgermeisters? Amtsinhaber Dieter Jähnichen tritt gegen die anderen Einzelbewerber Maximilian Schöne und Jörg Fabian an. Zudem sind in der Stadtverordnetenversammlung 16 Sitze zu besetzen. Die CDU, mehrere Wählergruppen und Einzelkandidaten bewerben sich darum.

Dieter Jähnichen möchte es mit 79 Jahren noch einmal wissen. Die Wähler entscheiden. Am bisherigen Parlament schätzte er das konstruktive Miteinander. Das vorrangige Ziel sei der Aufbau einer leistungsfähigen Verwaltung in der neuen Struktur der Verbandsgemeinde Liebenwerda gewesen. Auch wenn es die Städte nicht mehr als selbstständige Einheiten gebe, könne man unter dem neuen, größeren Dach Projekte durchsetzen, die man für wichtig erachte. „Es klemmt eher an der Finanzierung“, sagt Dieter Jähnichen.

Vor den Neuen lägen anhaltend hohe Anforderungen. Die Stadtsanierung gehe weiter. Im Blick stünden vor allem die kommunalen Gebäude. In den Ortsteilen seien es die Straßen und Wege. Zu dem Vorzeigeprojekt Regattastrecke sei der Grundsatzbeschluss gefasst. Mit dem Land gehe es nun um die Förderung.

Vier alte, neue Bürgermeister im Schradenland

Im Amt Schradenland dürften die Amtsinhaber auch die neuen ehrenamtlichen Bürgermeister werden. Gegenkandidaten haben weder Dr. Sebastian Rick in Gröden, Ivonne Haase in Hirschfeld noch Andreas Fiebak in Merzdorf und Heiko Imhof in Großthiemig. Die Gemeindevertretungen sind mit jeweils zehn zu wählenden Abgeordneten zu besetzen. Außer in Hirschfeld. Dort musste bereits vorzeitig gewählt werden.

Die bisherigen Abgeordneten im Amtsausschuss haben nach Auskunft von Amtsdirektorin Kathleen Wilken große Investitionen auf den Weg gebracht. Ein Beispiel: Bis zum Jahr 2029 werden alle vier Ortswehren jeweils ein neues Einsatzfahrzeug erhalten. Den Anfang macht 2025 Hirschfeld. Es folgen Großthiemig, Merzdorf und Gröden. Gesamtkosten: mehr als zwei Millionen Euro ohne Förderung. Zuvor müsse in Gröden noch das Gerätehaus umgebaut werden.

Der Fertigstellung geht der umgestaltete Schulhof in Gröden entgegen. In Hirschfeld ist der Schuleingang barrierefrei umgebaut. Die Komplettumgestaltung des Dorfbaches in Hirschfeld, auch um künftig Überflutungen möglichst zu vermeiden, sei ein wahrer Kraftakt gewesen. Auf die künftigen Abgeordneten würden noch genügend wegweisende Entscheidungen für ihre Gemeinden und das Amt zukommen.