Die Aufforderung, man möge doch bitte Platz nehmen, denn man werde aufgerufen, dürften die meisten mit dem Besuch einer Behörde oder einer Arztpraxis assoziieren. Wer sich aber am Dienstag(vor)mittag ins Falkenberger Haus des Gastes begeben hatte, der wurde dort mit genau jener schriftlichen Aufforderung konfrontiert. Der Grund: der Kartenvorverkauf für den diesjährigen Theaterball „KiebitzGeflüster“ am 24. und 25. April. Der Hintergrund: Die Karten sind einfach sehr schnell vergriffen. Also gilt für die Vergabe Disziplin und das Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

Angesetzt war der Verkauf der 324 Karten pro Veranstaltung für 13 Uhr. Reinhold Zarnetzki gehört zu denen, die einen der ersten Stühle im Veranstaltungssaal belegten. Seit ungefähr halb neun hatte er Stellung bezogen. Wie auch bei Erika Weger aus Falkenberg und Liane Paul-Mingeleers aus Kölsa neben ihm, werden hier gleich ganze Bestellungen abgearbeitet, die durchaus eine Vielzahl von Karten umfassen können. „Wir sind hier sozusagen die Vertretung“, schmunzelt Weger. „Die meisten müssen doch arbeiten, haben also keine Zeit oder müssten dann extra Urlaub nehmen. Also gehen wir Rentner.“

Auch Thüringen, Hessen oder Niedersachsen vertreten

Den meisten im Saal ist die Prozedur bekannt, die Freude auf den Ball eint alle. Grit Salbach, die ebenfalls wartet und selbst Laiendarstellerin im Stück der Abende sein wird, kümmert sich gleich auch um Karten für weiteranreisende Gäste. „Das hat sich über ein Klassentreffen so ergeben. Jetzt kommen auch Gäste aus Thüringen, Hessen oder Niedersachsen, um sich selbst ein Bild zu machen“, sagt sie.

Das Theaterstück, das vor dem Tanz die Veranstaltung eröffnet, und unter anderem mit bis dato noch nicht gezeigten Tänzen der Tanzmäuse und dem Falkenberger Jugendblasorchester aufwartet, bereitet derweil bereits in den Proben den Akteuren viel Spaß. „Wir sind einfach eine lustige Truppe“, schätzt Salbach ein und schiebt lächelnd nach: „Was das ‚KiebitzGeflüster’ angeht; da sind Ähnlichkeiten und Überschneidungen mit realen Umständen durchaus gewollt.“

Organisation ist alles

Die Wartezeit vergeht den Anwesenden überraschend entspannt. Man spürt, viele kennen sich. „Das ist hier eigentlich immer so“, berichtet Liane Paul-Mingeleers. „Alle sind gelöst, keiner schimpft, man plaudert miteinander.“ Sprichts und verweist auf einen Stapel Lektüre zu ihren Füßen. „Und ich bin heute noch nicht einmal zum Lesen gekommen.“ Da ist es bereits kurz vor Verkaufsstart.

Für Kathrein Grelle vom Haus des Gastes ist eine Sache eindeutig klar. „Das muss hier alles gut organisiert sein, sonst klappt es nicht.“ Als der Verkauf beginnt, werden auch keine telefonischen Bestellungen angenommen, da das unfair gegenüber den Wartenden wäre. Dass sich das geduldige Warten gelohnt hat, zeigt sich am Nachmittag. 524 Eintrittskarten werden dann bereits über den Tresen gegangen sein, die Samstagveranstaltung ist ausverkauft. Die noch verbliebenen Restkarten können zu den üblichen Kartenverkaufszeiten im Haus des Gastes erworben werden.