Um 2.59 Uhr ist in der Nacht zum Donnerstag in der Leitstelle Lausitz der Notruf eingegangen, dass der Penny-Markt in Falkenberg brennt. Als die Kameraden eintreffen, steht der Gebäudekomplex in der Uebigauer Straße bereits im Vollbrand.

Die Flammen lodern lichterloh und machen die Nacht fast zum Tag. Ein Großaufgebot an Feuerwehrleuten kann dennoch nicht verhindern, dass der Einkaufsmarkt vor ihren Augen komplett abbrennt.

Penny-Supermarkt in Falkenberg war nicht zu retten

„Der Penny war schon verloren, als wir hier ankamen, denn es braucht nur eine Viertelstunde zu brennen, dann ist bei so einem Markt aufgrund seiner Bauweise nichts mehr zu retten“, erläutert der Falkenberger Stadtbrandmeister Sören Diecke.

Während dort noch an der Flammenfront gekämpft wird, kommt nicht einmal eine Stunde später über die Leitstelle Lausitz die Meldung rein, dass auch der Netto-Markt in der Nachbarstadt Uebigau brennt. Der helle Schein der Flammen ist bis nach Falkenberg sichtbar, und mit aufziehender Helligkeit auch die tiefschwarze Rauchwolke am Himmel.

Auch ein Netto-Markt in Uebigau niedergebrannt

Kameraden aus dem Stadtgebiet Uebigau-Wahrenbrück, die gerade in Falkenberg mit der Brandbekämpfung beschäftigt sind und beim Anfahren der Einsatzstelle am Uebigauer Objekt vorbeigefahren sind, ohne dass man schon ein Feuer gesehen hätte, rücken sofort mit Ziel Uebigau ab. Weitere Unterstützung kommt dazu. Binnen kurzer Zeit findet sich auch dort ein Großaufgebot an Feuerwehren zusammen.

Aber: Auch dieser Markt in der Doberluger Straße steht komplett in Flammen. Die Einsatzkräfte können, wie schon in Falkenberg, lediglich das kontrollierte Abbrennen überwachen.

Großeinsatz für Supermärkte in Falkenberg und Uebigau

An die 140 Kameraden sichern beide Einsatzstellen ab. Vor Ort sind 33 Rettungs- und Löschfahrzeuge, nicht nur aus den betroffenen Städten selbst, sondern auch aus dem Umland. Die Löscharbeiten dauern bis gegen Mittag an. Immer wieder lodern noch einmal kleinere Feuer auf, gegen die anzukämpfen ist.

Personen seien bei den beiden Bränden nicht zu Schaden gekommen, informiert die Leitstelle Lausitz. Welchen materiellen Schaden die Flammen hinterlassen haben, ist noch nicht bekannt.

Ist ein Feuerteufel in Elbe-Elster unterwegs?

Aufgrund des Brandgeschehens in den zurückliegenden Tagen in der Region vermutet die Feuerwehr einen oder mehrere Brandstifter als Auslöser der Feuer. Und nicht nur die Kameraden, die seit Tagen immer wieder raus müssen, um neue Brände zu löschen, denken so.  Die Märkte habe jemand „bewusst hochgehen lassen“, meint auch Elbe-Elster-Kreisbrandmeister Steffen Ludewig.

Von der Hand zu weisen sei so eine Überlegung nicht. „Das ist durchaus nicht auszuschließen. Der Verdacht, dass es Brandstiftungen sind und diese vielleicht zusammenhängen, wird auf jeden Fall mit in unsere Ermittlungen einbezogen“, lässt Ines Filohn, Pressesprecherin der Polizei in Cottbus, wissen.

Man habe reagiert und längst eine große Ermittlungsgruppe gebildet. Zudem zeige man nun verstärkte Polizeipräsenz vor Ort, führt sie weiter aus.

Große Betroffenheit in in Falkenberg und Uebigau

In Falkenberg und Uebigau ist die Betroffenheit inzwischen groß. Die Nachricht von den beiden Bränden hat sich am Morgen schnell verbreitet.

Angesichts des Ausmaßes der Zerstörung bleibt dem Falkenberger Bürgermeister Herold Quick nur noch Kopfschütteln: „Wann hat das ein Ende?“, fragt er mit Blick auf die seit Tagen anhaltende Serie von Bränden. Erst zwei Nächte lang nahe der Bahnstrecke bei Schmerkendorf, jetzt der Supermarkt.

Dauereinsätze in Elbe-Elster kosten Feuerwehr viel Kraft

Die vielen Einsätze stecken den Kameraden langsam arg in den Knochen. „Seit Samstag kommen wir kaum noch zum Ausruhen“, sagt Udo Schubert von der Schmerkendorfer Wehr.

Die Sachen, in die man springe, wenn der Pieper rufe, würden noch vom vorhergehenden Einsatz stinken. Die Zeit zwischendurch reiche gar nicht mehr, sie auszulüften, geschweige denn ordentlich zu reinigen, schiebt Feuerwehrfrau Gundula Manigk nach.

Angst vor Brandstifter geht um in Elbe-Elster

Immer schwingt die bange Frage nach, ob und wie sich diese Serie fortsetzen wird. „Was passiert heute Abend? Was passiert morgen“, fragt Bürgermeister Herold Quick deshalb bange.

Sein Amtskollege aus der Nachbarstadt Uebigau-Wahrenbrück, Andreas Claus, spricht von „einer großen Katastrophe für unsere Stadt. Ich hoffe, dass man den- oder diejenigen, die dafür verantwortlich sind, schnell fasst und natürlich auch, dass der Markt schnell wieder aufgebaut wird.“

Er erinnert daran, dass man lange um diese Einkaufsmöglichkeit gekämpft habe und ihr  Wegfall eine „schlimme Versorgungslage für unsere Stadt“ nach sich ziehe.

Polizei in Finsterwalde nimmt Hinweise entgegen

Die Polizei hofft indessen auch auf Hilfe aus der Bevölkerung. „Wem in den Nachtstunden Personen in den Bereichen aufgefallen sind, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit einem Kraftfahrzeug, wird gebeten, seine sachdienlichen Hinweise an die Polizei in Finsterwalde unter der Telefonnummer 03531 7811227 oder an jeden anderen Polizisten weiterzugeben. Nutzen Sie auch das Internet unter www.polizei.brandenburg.de/onlineservice/hinweis-geben“, heißt es dazu von Seiten der Polizei.

Video: Jens Berger

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