Friedrich Stoy glaubt seinen Augen kaum zu trauen, als er am Donnerstagmorgen die Wiesen im hinteren Bereich seines Grundstücks aufsucht. Der Gang zu den Hühnern und zu den Schafen gehört zum Morgenritual. Die drei großen Schafe sind da. Doch wo sind die drei Lämmer?

Nur noch Reste im Gras verteilt

Von denen findet der Kolochauer nur noch Reste. Eins liegt gleich vorn am Eingang zu einer der hinteren Wiesen. Ein weiteres mittendrin im Gras, deutlich dezimiert. Und ganz hinten ist auch Nummer drei. Von dem ist fast gar nichts mehr übrig. Überall findet sich einzelnes Gedärm und Blut. Für Friedrich Stoy mag sich das Geschehen nicht ausmalen. Für ihn ist klar: Hier hat sich in der Nacht ein hungriger Wolf bedient.

Es wäre nicht das erste Mal, dass er sich in Kolochau sattgefressen hat. „Erst vor wenigen Wochen hatte ein Nachbar den Verlust eines Schafes zu beklagen“, weiß Stoy. Wohin man bei ihm im Garten schaut, fast überall auf den angrenzenden Grundstücken sind Schafe zu sehen.

Sie dienen als natürliche Rasenmäher für die weitläufigen Wiesen, die sich an die Haus- und Hofbereiche nach hinten anschließen. Auch Friedrich Stoy hat sich deshalb in erster Linie die Tiere gehalten, „um das Gras kurz zu halten“, wie er sagt.

Schafe sind seit 42 Jahren sein Hobby

Er ist sprach- und fassungslos ob des Gemetzels auf der Wiese. Seit 42 Jahren hält er bereits Schafe. Eigentlich möchte er sie nicht missen. Stolz zeigt er einen Rundschau-Beitrag aus dem Jahr 2005. Damals hatte eines seiner Muttertiere drei Wochen nach der Geburt des ersten Lammes Zwillinge bekommen. Das war eine Schlagzeile wert, die gerahmt bei Stoys noch heute an der Wand hängt.

Die drei toten Lämmer sind nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden. Sie lassen den Kolochauer verzagen. „Ich glaube, ich mache nicht weiter“, sagt er im ersten Anflug der Fassungslosigkeit. Er schüttelt auch erst einmal den Kopf, als der hinzugezogene Wolfsriss-Gutacher von Förderung für Schutzmaßnahmen spricht. Friedrich Stoy hat die Nase voll. „Das ist eine Schweinerei, wie die Wölfe in Brandenburg geschützt werden. Dabei gibt es hier längst genug von ihnen.“

Friedersdorf