Tierpark Herzberg: Mehr Platz für alleinerziehenden Vater

Berani verfolgt vom bestehenden Gehege, wie der Bau im Tierpark Herzberg vorangeht.
Thomas Keil- Im Tierpark Herzberg wird das Gibbon-Gehege für 210.000 Euro erweitert.
- Gibbon Berani und Sohn Nicky bekommen mehr Platz, Besucher können das Affenhaus betreten.
- Bauarbeiten begannen symbolisch beim Tierparkfest mit der Grundsteinlegung.
- Nach Fertigstellung: Gibbons schwingen über die Köpfe der Besucher hinweg.
- Neuer Außenbereich wird auch als "grünes Klassenzimmer" nutzbar sein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gemütlich liegt der junge Kater im Gras und lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Die Hektik am nur wenige Meter entfernten Gibbongehege scheint ihn nicht zu interessieren. Dabei ist sein Rastplatz durchaus mit Gefahr verbunden. Immer wieder rollt hier ein Radlader nur eine Katzenschwanzlänge entfernt vorbei und transportiert Erde ab.
Derzeit wird die Baugrube für die Fundamente des zusätzlichen Außengeheges ausgehoben. „Es ist die erste Etappe zur Erweiterung der Weißhandgibbonanlage“, sagt Tierparkleiterin Diana Enigk. Dafür sind etwa 210.000 Euro veranschlagt.

Im Tierpark Herzberg erhalten die Affen mehr Platz im Gehege. Die Bauarbeiten haben begonnen.
Thomas KeilDen derzeitigen Baustand bestätigt Reinhard Neupert. „Zunächst werden erstmal die Fundamente errichtet“, sagt der Vorsitzende des Vereins Freunde des Tierparks Grochwitzer Park. Auf dieser Basis könnten dann die Bauzeichnungen für den Stahlbau angepasst werden.
Grundsteinlegung für Affen zum Tierparkfest Herzberg
Der symbolische Start für das neue Gehege erfolgte während des diesjährigen Tierparkfestes mit der Grundsteinlegung, wie der Förderverein auf seiner Internetpräsenz mitteilt. Bereits seit Jahren ist die jetzt umgesetzte Erweiterung sowohl gewünscht, als auch amtlich angemahnt.
Während hinter dem gelben Tierhaus die Bagger eifrig hin und her rollen und die Erdmassen bewegen, sitzen die beiden kleinen Menschenaffen in ihrem Gehege. Berani hat sich eine Position mittig ganz oben gesucht. Von dort hat er sicherlich einen guten Überblick auf das Baugeschehen.
Sein 2021 geborener Sohn Nicky hat sich ein wenig verkrümelt, ist vorerst versteckt. „Unsere beiden Affen wissen genau, wo sie sitzen müssen, um nicht gesehen zu werden“, ordnet Diana Enigk ein. Vater und Sohn leben hier zu zweit, seit das 1989 geborene Weibchen Vicky im Jahr 2023 verstorben ist.

Diana Enigk (l.) erläutert, wie das Gehege der Affen im Tierpark Herzberg künftig mehr Platz bieten soll. Die Storchenbeauftragte Sabine Lehmann lauscht fasziniert den Ausführungen der Tierparkleiterin.
Thomas Keil„Vorerst planen wir keine Neuanschaffung eines weiblichen Tieres“, sagt Diana Enigk – vor allem wegen des Baustresses. Außerdem hieße dies, eins der vorhandenen Männchen abzugeben. Während der Kleine ein Herzberger ist, stammt der 1998 geborene Berani aus dem Stuttgarter Zoo Wilhelma. „Er ist seit 2004 eine Leihgabe.“
Besondere Attraktion: Gibbons über den Köpfen der Besucher
Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werden sich beide über die Köpfe der Besucher hinweg vom Altbestand zum Neubau und zurück hangeln können. Und die Gäste erhalten sogar die Möglichkeit, das Affenhaus zu passieren.
Diana Enigk sagt: „Dazu wird an der Rückwand noch eine Tür eingebaut.“ Der Ausgang werde auf der anderen Seite zum grünen Klassenzimmer führen. „Der Außenbereich vor dem Gebäude wird überdacht“, blickt sie voraus. Diese Fläche könne dann als grünes Klassenzimmer oder auch für ein Picknick genutzt werden.

