Band in Uebigau
: „Mal sehen, was daraus wird“ – 20 Jahre „BlackBird“

Gegründet unter dem Aspekt: „Mal sehen, was daraus wird“, hat sich die Band „BlackBird“ aus Uebigau in 20 Jahren etabliert. Wie es angefangen hat, wie es weitergeht und was auf dem Programm steht.
Von
Rico Meißner
Uebigau
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Über mangelnden Zuspruch an Interesse kann sich die Band "BlackBird" bei ihren Auftritten bisher nicht beklagen.

Über mangelndes Interesse kann sich die Band „BlackBird“ bei ihren Auftritten bisher nicht beklagen.

Steffen Legler

Wenn sie in der Region (oder auch schon einmal ein Stückchen darüber hinaus) auftreten, ist es so gut wie immer ein Garant, dass das Zelt oder der Platz vor der Bühne gut besucht ist. Vor 20 Jahren gegründet, hat sich die Band „BlackBird“ einen unter Musikfreunden sehr guten Ruf erarbeitet.

„BlackBird“; das sind Maximilian Freund (Bass), Peter Rosner (Schlagzeug) sowie Christian Lehmann (Gitarre) und Daniel Hoffmann (Gitarre). Einen speziellen Sänger gibt es eigentlich nicht, denn singen können sie alle, und sie tun es auch.

Vor zwei Jahrzehnten fängt es damals eigentlich recht unspektakulär an. „Ich hatte beschlossen, in den Sommerferien Bassgitarre spielen zu lernen“, erinnert sich Maximilian Freund. „Daniel war damals mein Nachbar. Er hat mich spielen gehört und postwendend zu sich und Peter in den Proberaum geholt. Dabei musste ich erst noch einmal ein bisschen Unterricht nehmen, bevor das Spielen richtig losgehen konnte.“

Der erste Proberaum befindet sich noch in jenen Räumen gegenüber der Schlossherberge in Uebigau, die heute die Wasserwanderraststation bilden. Und Uebigau ist es auch, das ihnen die erste Bühne für einen Auftritt gibt, bei der „Historischen Nacht“ im Sommer. „Dann folgten mehrere andere Auftritte, unter anderem auch in Herzberg beim Tierparkfest.“

Hier kommt Christian Lehmann ins Spiel. Denn die drei merken, ihr Repertoire muss erweitertet werden, außerdem fehlt eine zweite Gitarre. „Eigentlich hatte ich nur an ein kurzes Gastspiel gedacht“, erinnert sich Lehmann lächelnd. „Ich wollte einmal dabei sein und wieder von dannen ziehen. Aber irgendwie ging es danach immer weiter.“

„BlackBird“ aus Uebigau hat keine hauptberuflichen Musiker

Keiner der vier Männer ist hauptberuflicher Musiker geworden. Einer ist IT-Wissenschaftler, der nächste Krankenpfleger, einer Betriebswirt und einer KfZ-Mechatroniker. Auch die Städte Uebigau und Falkenberg sind, bis auf eine Ausnahme, nicht mehr ihr Wohnort. Zwei hat es nach Berlin verschlagen und einer lebt in Gera. Mittlerweile alle in festen Partnerschaften und mit Kindern. Es sind seit der Gründung eben doch schon 20 Jahre vergangen.

Umso größer ist die Herausforderung, sich zu gemeinsamen Proben für die Auftritte zu treffen. Gleichwohl tun sie es regelmäßig und können dabei auf das Verständnis ihrer Partnerinnen zählen. Denn am liebsten spielen sie immer noch dort, wo alles einst angefangen hat.

Mehr als 150 Titel umfasst ihr Repertoire inzwischen, das meiste davon sind klassische Rocknummern, die beim Publikum nach wie vor als Dauerbrenner gut ankommen. „Aber ein wenig flexibel sind wir schon. Wenn es gewünscht wird, sind auch schon mal Partyhits, etwa aus den 80ern oder Deutschrock dabei“, so Lehmann.

Dass sich ihre Band über so viele Jahre würde halten können, hatten sie alle nicht auf dem Schirm. „Wir haben ein sehr treues Publikum und das umfasst mehrere Generationen. Dabei haben wir am Anfang so klein angefangen und quasi auf jeder Hundehochzeit gespielt“, scherzt Christian Lehmann.

Gute Stimmung im Proberaum der Band gehört einfach dazu.

Gute Stimmung im Proberaum der Band gehört einfach dazu.

Christian Schultze

So wie das Repertoire hat sich im Lauf der Jahre auch die technische Ausstattung erweitert. „Heute bringen wir quasi alles für einen Auftritt mit, die Soundanlagen, die Lichttechnik und natürlich unsere Instrumente. Da gibt es immer eine Menge aufzubauen und hin- und herzuschleppen. Aber auch dafür finden wir immer Unterstützer, die uns dabei helfen.“

„BlackBird“ aus Uebigau: Kaputtes Schlagzeug und Helene Fischer

Einige kleinere Aktionen bei Auftritten sind noch im Gedächtnis (oder im Album) der Band hängengeblieben. „Einmal haben wir nicht auf der Bühne, sondern ebenerdig gespielt. Zu vorgerückter Stunde hat es dann einen der Besucher, der wohl etwas tief ins Glas geschaut hatte, so entschärft, dass er hinfiel. Und zwar mitten in das Schlagzeug.“ Auch an einen anderen Auftritt erinnert noch ein gemeinsames Foto. Es war auf dem Herzberger Tierparkfest. Vor „BlackBird“ trat eine noch relativ unbekannte junge Frau auf. Ihr Name: Helene Fischer.

Warum hat sich eigentlich niemand der vier entschieden, beruflich eine Musikerkarriere in Angriff zu nehmen? Maximilian Freund lacht. „Ganz ehrlich, als wir angefangen haben, haben wir doch alle insgeheim davon geträumt, einmal ein Rockstar zu werden. Aber das hat sich mittlerweile zerschlagen. Als Familienväter sind wir vollkommen damit zufrieden wie es jetzt läuft. Mehr möchten wir eigentlich auch gar nicht machen.“ Ihr Bandjubiläum werden sie am ersten Juni in Uebigau auf dem Schulhof, gemeinsam mit anderen Bands und (geht man vom Vorverkauf aus) mit vielen Fans feiern.

Aufhören steht für „BlackBird“ aus Uebigau nicht zu Debatte

Wird es also irgendwann 2044 ein 40-jähriges Bandjubiläum geben? „Um Gottes Willen“, lacht Christian Lehmann. „Dann wäre ich ja schon beinahe siebzig.“ Aber ganz so abwegig erscheint es denn doch nicht. Denn aufhören möchten die Mitglieder vorerst auf keinen Fall. Der Grundtenor lautet dabei: „Solange die Leute kommen und uns zuhören möchten und mit unserer Musik zufrieden sind, so lange werden wir wahrscheinlich auch weitermachen.“ Klingt irgendwie doch so, als wäre 2044 gar kein so abwegiges Datum.

Wer beim Bandjubiläum dabeisein möchte, kann dies tun. Beginn ist am 1. Juni 2024  ab 14 Uhr auf dem alten Schulhof in der Wahrenbrücker Straße 11 in Uebigau mit einem Kinderprogramm. Ab 16 Uhr spielen die Livebands. Mit dabei sind die „Buck Cherrys“, „Cherryfield“, „Marvin“, „Sick Boys“ und natürlich „BlackBird“. Für Verpflegung ist gesorgt. Karten gibt es noch bei „Blumen Freund“ in Uebigau oder über Facebook unter BlackBirdRockt.