Sven Stabroth hält an seiner seit Jahren andauernden Schokoladenpapiersammelleidenschaft fest. Der ehemalige Falkenberger, der in Kiew lebt, freut sich sehr, dass es ihm einmal möglich ist, „in meinem Bundesland Brandenburg auszustellen und zwar in Potsdam beim Apfelfest am 28. und 29. September und danach anschließend bis Anfang November im Museum Alexandrowka“. Wie der 43-Jährige weiter berichtet, werden aus der Sammlung Schokoladenpapiere zum Thema Apfel und passend zur Örtlichkeit sowjetische bzw. russische Schokoladenpapiere gezeigt. Vorgesehen für die Rahmen sind folgende Themen: Apfelbäcklein, Blüte und Ernte, Äpfel und Birnen, fruchtige Kombination, russische Maler, russische Volkskunst, Russlands Kirchen und Puschkins Märchen.

Auswahl zu treffen, ist nicht leicht

Für Stabroth, der seit seinem 13. Lebensjahr eine ganz besondere Verbindung zu dem süßen Naschwerk pflegt, ist es inzwischen die 12. Ausstellung. Die Auswahl zu treffen, war nicht leicht. Denn die Sammlung ist beachtlich gewachsen. Mittlerweile sind mehr als 21 000 Schokopladenpapiere (aus mehr als 65 Ländern, von mehr als 80 Kakaoschattierungen, mehr als 100 Geschmacksrichtungen und mehr als 1000 Marken) zusammengekommen, was Stabroth unter anderem erst jüngst (2016 und 2018) zwei Einträge ins ukrainische Buch der Rekorde eingebracht hat. Ins deutsche Buch der Rekorde hatte er es schon 1998 geschafft.

Und dabei sammelt er längst nicht jedes Schokoladenpapier. Die Vorgaben sind klar umrissen: Das Papier muss die 100 Gramm schwere süße Köstlichkeit ähnlich einem Briefumschlag in Form eines rechteckigen Prismas von allen Seiten umhüllen und aus Papier bestehen.

Viel Arbeit im Sekretariat

Tatkräftige Hilfe erhält der in der Ukraine lebende Ex-Falkenberger weiter aus der Heimat. In der Südstraße in Falkenberg hält Mutter Karin Stabroth das Schokoladen-Sekretariat am Laufen. Ihre Arbeit beschreibt Sven Stabroth so: „Einerseits ist es viel routinierte Arbeit, bei der es vor allem darum geht, neu erworbenen Schokoladenpapiere zu registrieren. Eine damit eng verbundene Aufgabe ist es, Schritt für Schritt auf Weichmacher-freie Klarsichthüllen umzustellen, um die Haltbarkeit der Schokoladenpapiere sicherzustellen.“

Doch damit allein ist es nicht getan, denn die nach wie vor wachsende Sammlung stellt natürlich auch an die Speicherräume Optimierungsherausforderungen. Deshalb sei zusätzlicher Regalplatz geschaffen worden.

„Andererseits ist die Unterstützung für künftige Projekte unschätzbar. So wurden unlängst Papiere mit Puppenmotiven wie Barbie-, Käthe-Kruse- oder Sasha-Puppen für eine Ausstellung zusammengestellt, die hoffentlich bald für Puppenliebhaber zu sehen sein werden“, erzählt der Sammler von weiteren Vorhaben.

Sammlung aus England erworben

Die größte Herausforderung und Aufgabe sei jedoch derzeit das Integrieren einer Sammlung aus Großbritannien. Sven Stabroth ist glücklich: „Noch vor dem Brexit gab es die Chance, einen Großteil der Sammlung eines inzwischen verstorbenen Sammlers zu erwerben. Das gesamte Schokoladen-Sekretariat reiste dazu in diesem Jahr nach Sheffield, um die Objekte zu sichten, zu begutachten und um über den Preis zu verhandeln. Darin sind viele ältere und guterhaltende Schokoladenverpackungen aus ganz Europa enthalten gewesen, die zeigen, wie vielfältig die Schokoladenproduktion von den 50er bis 80er Jahren des 20. Jahrhunderts war. Darin lassen sich der Wandel des Verpackungsdesigns, die Veränderung und das Verschwinden von Marken ebenso ablesen, wie Marketing-Techniken zur Verkaufsförderung von Schokolade. Diese mehreren tausenden 100 g-Schokoladenpapiere werden gerade registriert, gescannt und können hoffentlich später einmal präsentiert werden. Inzwischen ist die Sammlung auf über 22000 Papiere angewachsen.“

Vorbereitungen für Tauschbörsen

Daneben werde für den Oktober eine Auswahl von Schokoladenverpackungen zum Tauschen vorbereitet, um an der Sammlerbörse in Prag teilzunehmen, bei der sich seit mehreren Jahrzehnten auch die Schokoladenpapiersammler treffen. „Aber erst einmal bin ich vor allem froh, nach München, Berlin, Köln und Kiew einmal in Potsdam auszustellen — und vielleicht wird es sich auch einmal in Elbe-Elster realisieren lassen“, so Sven Stabroth.

www.schokoladenpapier.de