Reisen nach Jerusalem: 5000 Kilometer mit Pferd und Glocke – das steckt dahinter

Der Zwischenstopp vor dem Brandenburger Tor in Berlin am Donnerstag zog bereits eine Menge Aufmerksamkeit auf sich.
Helmut Kautz- Der Friedenstreck von Brandenburg nach Israel umfasst 4800 km, 30 Teilnehmer, 20 Pferde, 6 Planwagen.
- Ziel: Friedensglocke aus Militärschrott für Schule in Jerusalem durch 11 Länder transportieren.
- Halt in Herzberg vom 13.-15. Mai mit Vortrag, Einladung zum Austausch.
- Finanzierung durch Eigenmittel und Spenden, Unterstützung für Tierfutter und Rücktransporte nötig.
- Sicherheitsbedenken für Syrien und Libanon werden berücksichtigt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es werden insgesamt etwa 4800 Kilometer sein, die die Teilnehmer des diesjährigen Friedenstrecks zu bewältigen haben. In Zeiten von lokalen und globalen Spannungen und Kriegen wollen die Mitglieder und Mitstreiter des Vereins „Friedensglocken e.V.“ unter dem Motto „Jaget dem Frieden nach – Mit Pferden nach Jerusalem“ ein Zeichen setzen.
Den allgemeinen Hintergrund dieser Idee umreißt der Verein so: „Frieden und Völkerverständigung ohne Politik – von Mensch zu Mensch“. Man wolle mit der Tour „internationale Botschaften und menschliche Zeichen setzten, die die Möglichkeit schaffen, miteinander in Kontakt zu treten: gegen Unwissenheit, Ablehnung und Unverständnis – für ein wertvolles, freies und versöhntes Europa“.
Der Treck, der am 6. Mai in Brück (Landkreis Potsdam-Mittelmark) gestartet ist und bereits einen Stopp am Brandenburger Tor in Berlin eingelegt hat, besteht aus sechs Planwagen und 20 Pferden, sowie 30 Frauen und Männern.
Friedensglocke aus Militärschrott für Schule in Jerusalem
Im Gepäck ist auch eine „Friedensglocke“, gegossen aus Militärschrott. Sie trägt die Inschrift: „Jaget dem Frieden nach mit jedermann“. Nach der geplanten Reise durch elf Länder soll die Glocke als künftige Schulglocke die „Hand in Hand“ Schule in Jerusalem erreichen. In dieser Schule lernen sowohl Kinder jüdischer, christlicher und muslimischer Familien gemeinsam miteinander.
Reisen nach Jerusalem: Wann der Treck in Herzberg stoppt
Nachdem nun die großen Städte wie Berlin und Potsdam erst einmal passiert sind, geht es über Land. Auch Herzberg wird in dieser Woche Etappenziel des Trecks sein, und zwar vom 13. bis zum 15. Mai auf dem Gelände des Werner-Seelenbinder-Sportplatzes. Am 14. Mai gibt es um 19 Uhr einen Vortrag für alle Interessierten in der gleichnamigen Halle. Auch sonst sind Besucher natürlich gern gesehen, schließlich steht der Kontakt zu Menschen ja im Mittelpunkt der Reise.
Fabian Blöchl ist dabei ein Mann, der versucht, den Zug durch Brandenburg schon im Vorfeld bekannter zu machen. Der Referent für Acker-Pflanzenbau, nachwachsende Rohstoffe und Umwelt beim Landesbauernverband Brandenburg e.V ist dabei aber eher von privater Seite her involviert.
Mit Pferden reisen: Alles ist entspannter und ruhiger
„Ich habe den Mitorganisator und Pfarrer Helmut Kautz vor Jahren bei einem Vortrag über eine ähnliche Reise nach Russland kennengelernt. Mich hat das Ganze beeindruckt und so bin ich auch letztlich Gründungsmitglied des Vereins Friedensglocken geworden.“
Er selbst wird dieses Mal erst für die Abschnitte durch Tschechien und Rumänien mit an Bord sein. Die Teilnahme daran empfindet er fast ein „bisschen wie Urlaub“. Das beruhe auch viel auf den Tieren und den Menschen, die mit ihnen zu tun haben.

Knapp 5000 Kilometer liegen nun vor Pferden und Kutscher, bis die Glocke vom Wagen ihren Platz in Israel einnehmen kann.
Helmut Kautz„Wenn man mit Pferden unterwegs ist, ist alles etwas ruhiger und entspannter. Schon um die Tiere nicht zu stressen. Diese Haltung überträgt sich ganz schnell auf die Mitreisenden und ist in der heutigen Zeit etwas sehr Positives.“
Hoffnung auf regen Austausch mit den Herzbergern
Für den geplanten Halt in Herzberg erhofft er sich, dass es einen „regen Austausch“ geben wird. Das Hauptaugenmerk richtet er dabei auf den Mittwoch. „Am Dienstag nach der Ankunft müssen, glaube ich, Menschen und Tiere erst einmal zur Ruhe kommen. Aber am nächsten Tag hoffen wir auf viele Interessierte, die sich ansehen, was für eine Truppe da unterwegs ist.“ Keineswegs seien dies „nur fromme Pilger“ und „Pferdeenthusiasten“, vielmehr ein Querschnitt der Bevölkerung.
Seines Wissens nach hat sich aus der unmittelbaren Region bisher noch niemand gemeldet, den Treck ein Stückchen (weiter) zu begleiten. Diese Möglichkeit gibt es aber durchaus. „Jeder, der das tun möchte, ist herzlich willkommen. Das gilt auch schon für den Weg nach Herzberg“, sagt Blöchl.
Reise nach Jerusalem: Sicherheitsbedenken ernst nehmen
Die Reise nach Israel wird voraussichtlich auch heikle Landstriche kreuzen, etwa Syrien oder den Libanon. Wie ist es da um die Sicherheit bestellt?
Fabian Blöchl denkt kurz nach und meint dann: „Wir haben die Route vorgeplant, aber noch nicht die konkrete Strecke. Heutzutage ändert sich die politische Lage ja teilweise so schnell, dass man nicht weiß, wie die Verhältnisse in der nächsten Woche sein werden. Wir werden uns eben anpassen und uns vortasten.“
Das wohlüberlegte Vortasten ist im Moment bis zum Areal in Herzberg noch nicht unbedingt notwendig. Jetzt geht es erst einmal noch durch die frühlingshafte Landschaft in Brandenburg. Was nach der Ruhepause in Herzberg kommt, wird sich zeigen. Die Zuversicht, dass die Glocke aus Brandenburg auf diesem Weg aber Jerusalem erreicht, eint alle Teilnehmer.
Finanzierung des Vorhabens
Das Vorhaben finanziert sich größtenteils aus Eigenmitteln. Dazu kommen Spenden und auch Hilfestellung durch die Heimatkommunen. Dennoch wird noch weitere Unterstützung benötigt, unter anderem für Tierfutter, Hufbeschläge und Rücktransporte.
Wer einen Teil zu der Reise beitragen möchte, kann dies unter anderem mit einer Spende tun:
- Das Spendenkonto lautet:
Friedensglocken e.V.
IBAN: DE51 1605 0000 1000 5702 54 bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse.



